"Fantastische Vier"

Bundesligisten rocken Champions League

+
Thomas Müller (FC Bayern), Kevin Großkreutz (Borussia Dortmund), Julian Draxler (Schalke 04) und Sidney Sam (Bayer Leverkusen, v.l.) stehen mit ihren Teams im Achtelfinale der Champions League.

Hamburg - Die "Fantastischen Vier" rocken die Champions League, scheffeln Millionen - und der Rest Fußball-Europas zittert vor dem stolzen Bundesliga-Quartett.

Erstmals in der Geschichte der Königsklasse haben vier deutsche Klubs das Achtelfinale erreicht: Bayern München, Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen und Schalke 04. Spieler und Bosse der Vereine platzen geradezu vor Stolz und Selbstbewusstsein.

„Die Bundesliga dominiert zurzeit in Europa. Das Niveau hat sich in den vergangenen Jahren enorm weiterentwickelt“, sagte Bayerns Superstar Franck Ribery dem Fachmagazin kicker. Für den Zauberfuß aus Frankreich zählt die Bundesliga „zu den besten Ligen der Welt, wenn es nicht schon die beste Liga weltweit ist.“ BVB-Sportdirektor Michael Zorc nannte den historischen Coup „überragend“.

Nur die englische Premier League ist in der Runde der letzten 16 ebenfalls mit vier Klubs (Manchester United, Manchester City, FC Arsenal und FC Chelsea) vertreten, Spanien stellt drei Vereine (FC Barcelona, Real Madrid und Atletico Madrid), Italien nur einen (AC Mailand). Der sportliche Erfolg lässt für Bayern und Co. auch die Kassen klingeln: Zusammen haben sie 93,55 Millionen Euro eingenommen. Obendrauf kommen noch einmal die Zuschauereinnahmen.

„Das ist schon der Wahnsinn, dass es alle deutschen Mannschaften ins Achtelfinale geschafft haben - und das auch verdient“, sagte Schalkes Kapitän Benedikt Höwedes: „Das zeigt die Qualität, die wir in Deutschland haben. Das steigert auch unser Ansehen in ganz Europa.“ Und Sportdirektor Horst Heldt meinte: „Dass alle vier Mannschaften im Achtelfinale sind, zeigt, wie stark und intensiv die Bundesliga ist.“

Nachdem die deutschen Kicker noch vor zehn Jahren als Rumpel-Fußballer verspottet wurden, ist der Respekt vor den Bundesliga-Klubs bei der Konkurrenz mittlerweile groß. „Im stärksten Klubfußball-Wettbewerb der Welt ist das ein tolles Zwischenergebnis für die Bundesliga. Ich freue mich für die Klubs und ihre Fans“, sagte DFL-Chef Christian Seifert. Bei der Auslosung am kommenden Montag in Nyon (12.00 Uhr/Sky und Eurosport) will sicher kein Verein Bayern oder den BVB ziehen - die beiden Finalisten von 2013.

Arsenal-Teammanager Arsene Wenger, für den es mit den deutschen Nationalspielern Mesut Özil und Per Mertesacker in der Gruppe F nur zu Platz zwei reichte, hofft „auf ein bisschen Glück“ bei der Auslosung. Arsenal droht ebenso wie dem AC Mailand das „Hammerlos“ München - den Rekord-Bayern unter Pep Guardiola will jeder Klub so lange wie möglich aus dem Weg gehen. Milan drohe die „Urne der Angst“, schrieb die Gazzetta dello Sport.

Für Ottmar Hitzfeld, der mit dem BVB und den Bayern die Champions League gewann, sind die jüngsten Erfolge der deutschen Vereine erst der Anfang. „Der spanische Fußball wird von Bayern und Dortmund abgelöst“, sagte der Schweizer Fußball-Nationaltrainer dem SID. Besonders dem Rekordmeister traut Hitzfeld zu, eine ähnliche Ära in Europa zu prägen wie einst Real Madrid in den 50er Jahren. „Die Bayern haben nicht nur Weltklassespieler in der ersten Elf, sondern im gesamten Kader. Es gibt keine andere Mannschaft, die vier, fünf Ausfälle ohne Substanzverlust verkraften kann“, sagte der 64-Jährige: „Das ist einmalig in der Geschichte des Weltfußballs.“

Leverkusens Geschäftsführer Michael Schade wollte in die Jubelarien nicht so recht einstimmen. Es sei zwar „wunderbar, dass alle vier Vereine das Achtelfinale erreicht haben“, sagte er, aber: „Mein Gefühl ist, dass die englische Liga noch ein wenig stärker ist. Für die Bundesliga spricht die extreme Breite. Sie ist noch sehr ausgeglichen.“

SID

Wunderschöner Winter: Das sind die besten Leserfotos 

Wunderschöner Winter: Das sind die besten Leserfotos 

Unfall an Stauende: Lkw-Fahrer tödlich verletzt

Unfall an Stauende: Lkw-Fahrer tödlich verletzt

Bericht: Amri war nahezu wöchentlich Thema bei Behörden

Bericht: Amri war nahezu wöchentlich Thema bei Behörden

Florian Grillitsch: Sein Weg bei Werder

Florian Grillitsch: Sein Weg bei Werder

Meistgelesene Artikel

„Welche Ehre“: Ronaldo zum vierten Mal Weltfußballer - Neid gekürt

„Welche Ehre“: Ronaldo zum vierten Mal Weltfußballer - Neid gekürt

Neuer: Seine Karriere stand mehrmals vor dem Aus

Neuer: Seine Karriere stand mehrmals vor dem Aus

Ticker: Ronaldo ist Welfußballer 2016 - auch Deutsche geehrt

Ticker: Ronaldo ist Welfußballer 2016 - auch Deutsche geehrt

Verzweifelter Aufruf: HSV sucht via Twitter vermissten Manager

Verzweifelter Aufruf: HSV sucht via Twitter vermissten Manager

Kommentare