Böse Beispiele für Deutschland

Achtung! Nach einer WM-Gala droht eine Pleite

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Böse Erinnerung: Bei der WM 2010 scheiterte Deutschland den beeindruckenden Erfolgen gegen England (4:1) und Argentinien (4:0) im Halbfinale an Spanien.

Rio de Janeiro - Schwere Niederlagen nach großen Siegen hat es in der WM-Geschichte schon viele gegeben. Insofern ist Deutschland nach dem 7:1 gegen Brasilien vor dem Endspiel  gewarnt.

Der SID blickt auf berühmte Fälle zurück.

WM 1938 Nazi-Hochmut vor dem Fall

Achtelfinale, Wiederholungsspiel am 9. Juni in Paris: Schweiz - Deutsches Reich 4:2 (1:2).

Auf Druck der Nazis musste Reichstrainer Sepp Herberger die legendäre "Breslau-Elf", die in eben jener Stadt ein gutes Jahr zuvor Dänemark mit 8:0 abgefertigt hatte, nach dem Anschluss Österreichs völlig umkrempeln. Der Traum vom Titel, den vor allem die Machthaber in Berlin träumten, endete schon im Achtelfinale. Nach dem 1:1 gegen die Schweiz fiel die Entscheidung im Wiederholungsspiel, das die Eidgenossen 4:2 gewannen. In beiden Spielen musste Herberger sechs deutsche und fünf österreichische Spieler aufstellen, die noch nie zusammengespielt hatten.

WM 1954: Das Wunder von Bern

Finale am 4. Juli in Bern: Ungarn - Deutschland 2:3 (2:2).

Das böseste Erwachen der Fußball-Geschichte, die Mutter aller überraschenden Niederlagen. Die Ungarn, Übermannschaft der damaligen Zeit, waren vor diesem Spiel seit mehr als vier Jahren und in 32 Begegnungen ungeschlagen geblieben. In der Vorrunde hatte das Wunderteam um "Major" Ferenc Puskas Deutschland noch mit 8:3 geschlagen.

WM 1958: Pelés Stern geht auf

Finale am 29. Juni in Stockholm. Schweden - Brasilien 2:5 (1:2).

Nie wieder sollte Schweden die Hand so nahe am WM-Pokal haben. Nach dem 3:1-Sieg im Halbfinale gegen Titelverteidiger Deutschland ging Tre Kronor voller Selbstbewusstsein ins Finale gegen Brasilien - und erlebte ein Debakel. Gegen die Südamerikaner, damals noch wahre Dribbelkünstler, hatten die Gastgeber nicht den Hauch einer Chance. Der damals 17-jährige Pele erzielte im Finale seine Turniertore fünf und sechs.

WM 1974: Gerd Müller gegen Voetbal Total

Finale am 7. Juli in München. Deutschland - Niederlande 2:1 (2:1).

Die Niederlande mit Superstar Johan Cruyff gingen als Favorit ins WM-Finale gegen Gastgeber Deutschland. Drei beeindruckende Siege ohne Gegentor in der zweiten Gruppenphase, unter anderem ein 2:0 gegen die hoch gewetteten Brasilianer, hatten weltweit immensen Eindruck hinterlassen. Er wurde noch verstärkt durch den Führungstreffer in der ersten Minute des Endspiels gegen Deutschland. Paul Breitner (Foulelfmeter) und "Bomber" Gerd Müller sowie der nach der Pause überragende Sepp Maier holten die Elftal aus allen Wolken.

WM 1986: Der Absturz des Geiers

Viertelfinale am 22. Juni in Puebla. Belgien - Spanien 1:1 n.V., 5:4 i.E. 

Vor dem Achtelfinale gegen Dänemark hatten die spanischen Fans ein schlechtes Gefühl gehabt, danach sprachen sie offen vom Titel. Die Elf von Trainer Miguel Munoz gewann gegen die zuvor so starken Dänen mit 5:1, Emilio Butragueno schoss vier Tore. Doch im Viertelfinale stürzten "El Buitre" (Der Geier) und seine Teamkollegen gegen Belgien ab. Jean-Marie Pfaff hielt den entscheidenden Elfmeter gegen Eloy.

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WM 2006: Pekermans Albtraum

Viertelfinale am 30. Juni in Berlin. Deutschland - Argentinien 1:1 n.V., 4:2 i.E.

Spätestens nach dem fulminanten 6:0 gegen Serbien in der Gruppenphase redeten die Argentinier unverblümt vom Titel. Das böse Erwachen folgte im legendären Elfmeterkrimi, in dem Jens Lehmann seinen berühmten Zettel zu Rate zog und die Schüsse von Roberto Ayala und Esteban Cambiasso hielt. Warum Trainer Jose Pekerman schon in der 72. Minute den überragenden Juan Roman Riquelme ausgewechselt hatte, weiß er wohl bis heute nicht. Lionel Messi wartete damals vergeblich auf seine Einwechslung.

WM 2010: Deutschlands Entzauberung

Halbfinale am 7. Juli in Durban: Deutschland - Spanien 0:1 (0:0).

4:1 gegen England im Achtelfinale, 4:0 gegen Argentinien im Viertelfinale - Deutschland lag der Elf von Joachim Löw zu Füßen. Das böse Erwachen kam im Halbfinale gegen den späteren Weltmeister Spanien. Carles Puyol mit seinem Kopfball in der 73. Minute riss "Schland" aus allen Träumen. Elf Spieler des 2010er Kaders sind in Brasilien noch dabei - und wollen am Sonntag Weltmeister werden.

SID

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