"Habe mit Rummenigge gesprochen"

Völler will Can nicht abgegeben

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Emre Can

Leverkusen - Bayer Leverkusen hat die Qualifikationsspiele für die Champions League zwar erreicht, aber die Talfahrt über viele Wochen in der Rückrunde hat die Verantwortlichen nachdenklich gestimmt.

In grünem Schlabber-T-Shirt und mit Umhängetasche über der Schulter machte der neue Chefcoach Roger Schmidt am Mittwoch seinem neuen Arbeitgeber Bayer Leverkusen bei einem Blitzbesuch seine Aufwartung. Gespräche mit Sportchef Rudi Völler und Kader-Manager Michael Reschke standen für den 47-Jährigen, der Red Bull Salzburg zum Abschied in Österreich zum Double von Meisterschaft und Pokalsieg geführt hatte, im Vordergrund.

Und natürlich ging es um die personellen Planungen für die kommende Saison. Schmidt möchte ein Team zur Verfügung haben, das nicht nur in der Breite, sondern auch in der Spitze so aufgestellt ist, um die gesetzten Ziele zu verwirklichen. „Ich will mit Bayer in die Champions League“, hatte Schmidt schon als Zielvorgabe ausgegeben.

Allerdings steht bislang nur fest, dass der Werksklub im brasilianischen Linksverteidiger Wendell (20) von Gremio Porto Alegre und Torjäger Josip Drmic (21) vom Bundesliga-Absteiger 1. FC Nürnberg zwei hochkarätige Talente unter Vertrag genommen hat. Der dritte Wunschspieler, Hamburgs Ass Hakan Calhanoglu (20), möchte zwar unters Bayer-Kreuz wechseln, doch der HSV will ihn nicht ziehen lassen und pocht auf Erfüllung des bis 2018 datierten Vertrages (ohne Ausstiegsklausel).

Bayer sitzt am kürzeren Hebel. „Der Spieler hat den Wunsch, den Verein zu wechseln und möchte zu uns. Wir würden an Stelle des HSV auch überlegen, was wir jetzt machen. Klar ist: Hamburg entscheidet - und wir akzeptieren jede Entscheidung“, sagte der 54-jährige Völler im Interview mit der Bild-Zeitung und beurteilt ganz realistisch die Chancen, den Jungstar zu verpflichten. Selbst eine Ablöse zwischen 12,5 und 15 Millionen Euro kann den Bundesliga-Dino von der Elbe offenbar nicht erweichen.

Sollte Calhanoglu nicht kommen, hat Völler laut eigener Aussage „einen `B- und C-Plan“ in der Tasche: „Man darf ja eins nicht vergessen: Mit Wendell und Josip Drmic haben wir bereits zwei Top-Transfers getätigt. Gerade bei Drmic war es wichtig, früh dran zu sein, weil wir überzeugt sind, dass er eine starke WM für die Schweiz spielen wird.“

Und Bayer will den Kader nicht schwächen, deshalb will Völler auch U21-Nationalspieler Emre Can (20) auf keinen Fall zum englischen Vizemeister FC Liverpool ziehen lassen. Im kicker sagte der ehemalige DFB-Teamchef: „Wir wollen ihn nicht abgeben. Er soll bleiben. Das wäre die beste Lösung, weil er sich hier einfach besser entwickeln kann.“ Unter dem neuen Cheftrainer Schmidt könne Can „noch besser werden“.

Bayer wisse vom Interesse der Reds, man habe aber weiter nichts Offizielles vorliegen. „Klar ist, dass Emre jetzt eine Klausel im Vertrag hat - eine Entscheidung steht allerdings noch aus“, sagte Völler. Angeblich darf der Ex-Münchner Can für zwölf Millionen Euro vorzeitig wechseln.

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Da der FC Bayern ab 2015 eine Rückkaufoption auf den Bayer-Profi besitzt, hat Völler auch Kontakt zum Doublegewinner wegen des vielseitigen Mittelfeldspielers aufgenommen. „Ich habe mit Kalle Rummenigge (Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge, d. Red.) natürlich über das Thema gesprochen. Auch die Bayern meinen, dass für Emres Entwicklung noch eine Saison Leverkusen genau richtig wäre“, betonte er in der Bild.

Die schwachen Leistungen über weite Strecken der Rückrunde und notwendig gewordene Trennung von Teamchef Sami Hyypiä haben den Bayer-Verantwortlichen vor Augen geführt, dass die Werkself dringend frisches Blut benötigt. Dabei wird auch immer wieder Gonzalo Castro (26) als möglicher Abgang gehandelt. Völler selbst hatte den Allroundspieler harsch kritisiert, gilt aber auch als „Fan“ des Bayer-Eigenwächses, das allerdings zu selten sein Potenzial ausschöpft. Nun hofft der Bayer-Sportchef, dass der neue Trainer Schmidt den deutschen Nationalspielern mit den spanischen Wurzeln wieder hinbekommt. Laut Völler hätte Castro aufgrund seiner Fähigkeit statt fünf „30, 40 Länderspiele mehr“ haben müssen.

sid

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