Vertauschte Rollen: Real spielt besser, Barça gewinnt

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Barcelonas Stürmer Luis Suarez erzielte das entscheidende Tor gegen Real Madrid. Foto: Andreu Dalmau

Der FC Barcelona geht nach dem 2:1-Sieg im Clásico gegen Real Madrid als Favorit in die Schlussphase des Titelkampfs. Aber auch die Königlichen gewinnen dem Schlagerspiel trotz der Niederlage eine positive Seite ab: Sie scheinen ihr Formtief überwunden zu haben.

Barcelona (dpa) - Der glückliche Sieg im Clásico stempelt den FC Barcelona zum Favoriten im Kampf um die spanische Meisterschaft. Doch von einer Vorentscheidung im Titelrennen gegen Real Madrid wollte Trainer Luis Enrique nach dem 2:1 im Camp Nou nichts wissen.

"Wir haben zehn schwere Spiele vor uns, und in jedem kann es passieren, dass wir Punkte abgeben", sagte der Coach nach dem Erfolg, mit dem Lionel Messi und Co. ihren Vorsprung an der Tabellenspitze der Primera Division auf vier Zähler ausbauten.

Ähnlich nüchtern beurteilte Real-Trainer Carlo Ancelotti die Ausgangslage. "Der Titelkampf ist noch längst nicht entschieden", sagte der Italiener und machte seinem Team Mut: "Es kann noch vieles geschehen." Fakt ist, dass Barça das schwerere Restprogramm als Real und im direkten Vergleich die schlechtere Tordifferenz aufweist. Das heißt: Bei Punktgleichheit wären die Madrilenen vorn.

Der Clásico war ein Spiel mit vertauschten Rollen: Barça erzielte seine Treffer nach einer Standardsituation und einem Konter - so wie Real dies früher unter Trainer José Mourinho häufig getan hatte. Die Madrilenen spielten - anders als in den meisten Clásicos der jüngeren Vergangenheit - über weite Strecken den besseren Fußball.

"Barça gewinnt im Stil des alten Real", titelte die Zeitung "El Mundo". Innenverteidiger Jérémy Mathieu brachte die Katalanen nach einem Freistoß per Kopfball in der 20. Minute in Führung. Cristiano Ronaldo (32.) glich nach einem Hackentrick von Karim Benzema aus. Danach vergaben die Madrilenen eine Reihe von Torchancen. "Real zwingt Barça 45 Minuten in die Knie, macht den Sack aber nicht zu und hängt am Ende selbst in den Seilen", schrieb das Sportblatt "Marca" über die Partie.

Die Herrlichkeit der Madrilenen währte nur so lange, wie die Kräfte ihrer Mittelfeldachse mit Toni Kroos und Luka Modric reichten. Nach dem Treffer von Luis Suárez (56.) zum 2:1 für Barça gaben der Deutsche und der Kroate, der eine monatelange Verletzungspause hinter sich hat, das Kommando im Mittelfeld an die Katalanen ab. In der Schlussphase griff Messi stärker ins Spielgeschehen ein, der bis dahin auf dem rechten Flügel weitgehend abgeschirmt war und nicht an die Glanzpartien der vergangenen Wochen anknüpfen konnte.

Die Madrilenen, die nach ihren zuletzt schwachen Spielen vernichtende Kritiken hatten einstecken müssen, wurden trotz der Niederlage mit Anerkennung bedacht. "Real verliert, aber rehabilitiert sich bei den Fans", meinte das Sportblatt "As". "Ronaldo ist wieder in Bestform." Die Presse ging allein mit dem Waliser Gareth Bale hart ins Gericht. "Es sieht immer mehr so aus, als hätte Reals Clubchef Florentino Pérez 100 Millionen Euro Ablöse für einen Spieler bezahlt, der nur 20 Millionen wert ist", meinte "Marca".

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