Bayern-Präsident im Fokus

„Narzisst“, „Diktator“, „Gottesvater“: Hoeneß von Sportpsychologe gnadenlos analysiert

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Uli Hoeneß auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern München am Freitag.

Uli Hoeneß, der Präsident des FC Bayern, sorgt mit seinen aktuellen Äußerungen für Wirbel. Ein Sportpsychologe analysierte ihn nun und findet deutliche Worte.

München - Uli Hoeneß gehört seit Jahrzehnten zu den Personen im deutschen Fußball, die am meisten polarisieren. Einen neuen Höhepunkt hat dies nach der Jahreshauptversammlung des FC Bayern erreicht, auf der der Präsident von Mitglied Johannes Bachmayr (Merkur.de* sprach mit dem 33-Jährigen aus dem Landkreis Erding) öffentlich am Rednerpult heftig kritisiert wurde. Hoeneß hatte die Kritik nicht angenommen, sondern stattdessen unter anderem eine Entschuldigung des Mitgliedes gefordert. Warum macht er das? Bayern-Präsident Uli Hoeneß wirft mit seinem aktuellen Verhalten immer häufiger diese Frage auf.

Die Münchner tz* hat bei Sportpsychologe und Mentaltrainer Matthias Herzog eine Ferndiagnose angefragt. Dessen Urteil: „Uli Hoeneß ist zu hundert Prozent ein Narzisst. Macht, Anerkennung, Rache/Kampf sind die drei Lebensmotive, die bei ihm sehr ausgeprägt sind. Dazu ist die Team-Orientierung extrem niedrig.“ Als Beispiel führt Herzog an, dass Hoeneß früher der Meinung war, dass sich Franz Beckenbauer als Präsident aus dem operativen Geschäft heraushalten sollte. Hoeneß selbst interpretiert dies aber offensichtlich ganz anders. „Er ist der Präsident und alle anderen haben nichts zu sagen“, so Herzog weiter.

„Uli Hoeneß denkt auch, er sei nicht Gott, sondern Gottvater“

Sportpsychologe Matthias Herzog findet noch deutlichere Worte. Hoeneß setzte in seinem Umfeld auf „extreme Jasager und Marionetten“, er erinnere „an einen Diktator, der nur darauf guckt, was er alles geschafft hat. Er meint, dass die Fans ihn dafür feiern müssten – und nicht wegen vermeintlicher Pingeligkeiten kritisieren.“ Und weiter: „Hoeneß denkt auch, er sei nicht Gott, sondern Gottvater. Statt FC Bayern müsste es FC Uli heißen.“

Somit werde auch die Übergabe der Macht beim FC Bayern an eine neue Generation zum echten Problem. „Das ist wie bei einem familiengeführten Unternehmen, in dem der Patriarch nicht loslassen kann“, so Herzog. Seine Zusammenfassung der Causa Hoeneß lautet kurz und knapp: „‚Mia san ich‘ statt ‚Mia san mia‘.“

fw, jau

*merkur.de und tz.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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