FC Bayern will sich heute äußern

Verwirrung um Hoeneß-Pressekonferenz

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Für Freitag wird eine Stellungnahme von Uli Hoeneß erwartet.

München - Das Urteil über Uli Hoeneß ist gefällt: drei Jahre und sechs Monate Haft. Wie geht es nun weiter mit dem Präsidenten des FC Bayern?

Nach der Verurteilung von Steuersünder Uli Hoeneß zu dreieinhalb Jahren Haft sind nun die Gremien des FC Bayern am Zug. Am Freitagmorgen dementierte der Verein allerdings Berichte über eine Pressekonferenz mit Uli Hoeneß am Tag nach dem Urteil. „Das ist nicht geplant“, sagte ein Sprecher des deutschen Fußball-Rekordmeisters. Die „Bild“-Zeitung hatte berichtet, Hoeneß plane, vor die Presse zu treten. Es ist zu erwarten, dass es im Lauf des Tages eine Stellungnahme vom Verein oder vom Aufsichtsrat geben wird.

Hoeneß ist Präsident des deutschen Fußball-Rekordmeisters und Vorsitzender des mit Wirtschaftsführern hochkarätig besetzten Kontrollgremiums. Präsidium, Verwaltungsbeirat und Aufsichtsrat des FC Bayern wollten noch am Donnerstag in kurzfristigen Beratungen über das weitere Vorgehen entscheiden.

Zuvor hatte das Münchner Landgericht den 62-Jährigen wegen Steuerhinterziehung in sieben Fällen schuldig gesprochen. Hoeneß hat dem Fiskus mit seinem Schweizer Geheimkonto mindestens 28,5 Millionen Euro an Steuern vorenthalten, wie Richter Rupert Heindl in seiner Urteilsbegründung erklärte. Hoeneß' Selbstanzeige sei unzureichend gewesen. Die Verteidigung kündigte Revision an, die Staatsanwaltschaft will ebenfalls Rechtsmittel prüfen.

Hoeness muss vorerst nicht ins Gefängnis

Da das Urteil bis zu einer Entscheidung des Bundesgerichtshofes noch nicht rechtskräftig ist, muss Hoeneß zumindest vorerst nicht ins Gefängnis. Der Haftbefehl aus dem Frühjahr 2013 bleibt weiter gegen eine Millionen-Kaution ausgesetzt. Damit könnte Hoeneß seinen FC Bayern auch weiter auf den Auslandsreisen in der Champions League begleiten. Doch kann er weiter an der Spitze des Clubs bleiben?

Seit Jahrzehnten prägt der Patriarch vom Tegernsee den erfolgreichsten deutschen Fußballverein. Eigentlich wollte Hoeneß den Mitgliedern auf einer außerordentlichen Hauptversammlung nach dem Prozess die Vertrauensfrage stellen. Doch ob es nach diesem Urteil und den Enthüllungen über seine Steuerschulden in schwindelerregender Höhe tatsächlich dazu kommt, erscheint höchst fraglich.

„Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass er trotz seiner Verurteilung im Amt bleiben kann. Seine Glaubwürdigkeit ist zu sehr erschüttert“, sagte die Juristin Sylvia Schenk von der Antikorruptionsorganisation Transparency International der „Rheinischen Post“ (Freitag).

Die Erfolgschancen der Revision sieht Strafrechtler Jürgen Wessing als äußerst gering an. „Bei der Revision geht es um Rechts- und Verfahrensfehler. Die sehe ich nicht“, sagte der Professor für Strafrecht an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf den Dortmunder „Ruhr Nachrichten“ (Freitag). Statistisch betrachtet hätten Revisionen eine Erfolgschance von 3,8 Prozent.

dpa

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