S04 läuft Form hinterher

Schalker Trainerwechsel zeigt noch keine Wirkung

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Roberto Di Matteo wurde am 7. Oktober dieses Jahres Nachfolger von Jens Keller als Trainer des FC Schalke 04.

Gelsenkirchen - Der Trainerwechsel blieb bis jetzt noch ohne Wirkung. Mit Roberto Di Matteo hinkt Schalke 04 in der Bundesliga den eigenen Ansprüchen weiter deutlich hinterher, in der Champions League droht das Aus.

Roberto Di Matteo ging auf Tuchfühlung mit den Fans. Erstmals durften die Anhänger von Schalke 04 bei einer Übungseinheit in den Innenraum des alten Parkstadions - ganz nah dran an den neuen Coach. Dem Italiener schlägt allerdings zunehmend Skepsis entgegen: Bislang hat der Trainerwechsel keine Wirkung gezeigt.

In der Bundesliga hinken die Königsblauen als Tabellenelfte den eigenen Ansprüchen weiter deutlich hinterher. Und in der Champions League droht erstmals seit neun Jahren das Aus in der Vorrunde. Defensive Stabilität und Konstanz in den Leistungen der jährlich gut 90 Millionen Euro teuren Mannschaft fehlen auch unter Di Matteo. Die ersten Kritiker fragen bereits, warum Jens Keller vor fünf Wochen überhaupt entlassen wurde.

Der Trainerwechsel sei „keine Entscheidung, die auf 14 Tage oder drei Wochen ausgelegt ist, sondern auf mehrere Jahre ausgerichtet“, betonte Sportvorstand Horst Heldt. Drei Siege und drei Niederlagen stehen bislang für Di Matteo zu Buche, in keinem Spiel unter der Leitung des neuen Coaches überzeugte Schalke bislang.

Schalke ruft Potenzial nicht ab

Erst konzentrierte sich der Keller-Nachfolger auf die Defensiv-Organisation und hatte damit in den ersten Bundesliga-Spielen auch Erfolg. Bei den beiden Pleiten in der vergangenen Woche bei Sporting Lissabon (2:4) und dem SC Freiburg (0:2) war die Stabilität schon wieder dahin. Di Matteo, der bei seinem Amtsantritt noch von einer Mannschaft „mit viel Potenzial nach vorne und einigen Problemen in der Defensive“ gesprochen hatte, wirkte zuletzt ratlos. Er müsse die Gründe noch herausfinden, sagte er.

Zwar wird die Verletztenliste langsam kürzer. Doch mindestens genauso große Sorgen bereitet die Formkrise einiger Leistungsträger. Kevin-Prince Boateng, im August 2013 für rund zehn Millionen Euro verpflichtet und als „Heilsbringer“ empfangen, war zuletzt nicht mehr als ein Mitläufer. „Ich habe mich wochenlang fit spritzen lassen, da ich der Mannschaft unbedingt helfen wollte“, erklärte der Deutsch-Ghanaer in der Sport Bild seine schwachen Leistungen.

Der 27-Jährige, der von Di Matteo auf seine Lieblingsposition als Zehner gesetzt wurde und dort enttäuschte, nimmt sich und seine Kollegen in die Pflicht: „Wir als Mannschaft sollten endlich aufhören, uns insgesamt Alibis zu geben. Es ist kein Vorstand an der jetzigen Situation schuld, kein Aufsichtsrat, kein Trainer, gar keiner außer uns Spielern.“

Boateng lobt Di Matteo

Von Di Matteo, 2012 Champions-League-Sieger mit dem FC Chelsea, hält er viel: „Er probiert viel und geht auf alle Spieler ein. Ich denke, dass er künftig konsequent vorgehen wird, wenn ihm etwas nicht passt. Glauben Sie mir: Er bewirkt bei uns einiges.“

Ob der neue Trainer seine ursprünglich formulierten Ziele in dieser Saison noch erreichen kann, wird sich schon in der nächsten Woche abzeichnen. Die Heimspiele am 22. November gegen den VfL Wolfsburg und drei Tage später gegen Chelsea sind richtungweisend für das Erreichen der Champions League und den Achtelfinaleinzug in der Königsklasse. Di Matteo relativierte zuletzt bereits: „Wir müssen hinterherlaufen. Ich glaube, das wird die ganze Saison so sein.“

SID

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