Tränengas vor den Stadien

Chaos beim Confed Cup: FIFA nicht zuständig

Rio de Janeiro - Die ersten Spiele beim Confed Cup in Brasilien wurden von Gewalt und organisatorischen Problemen überschattet. Fußball-Weltverband FIFA sieht sich jedoch "nicht zuständig".

Vor Brasiliens Fußball-Heiligtum Maracana lag Tränengas in der schwülen Luft, die Polizei ging mit Blendgranaten auf Demonstranten los, und in Recife steckten viele Fans im Verkehrschaos fest: Die ersten Spiele beim Confed Cup in Brasilien wurden von Gewalt und organisatorischen Problemen im Umfeld der Stadien überschattet. Fußball-Weltverband FIFA, immerhin Ausrichter der Generalprobe für die WM 2014 an gleicher Stelle, will aber keinen Handlungsbedarf erkennen. Alle Dinge, die in der Gewalt der FIFA lägen, seien zufriedenstellend gelaufen, hieß es.

Am Tag nach den Ausschreitungen von Rio de Janeiro reagierte die FIFA erneut schulterzuckend auf die Geschehnisse. „Wir respektieren die Demonstraten und ihr Grundrecht auf Meinungsfreiheit“, sagte Sprecher Pekka Odriozola gebetsmühlenartig. Die FIFA stehe mit den lokalen Behörden in engem Kontakt, habe jedoch keinen Einfluss auf die Ereignisse: „Wir sind nur im Stadion zuständig.“

Dort sei am Eröffnungswochenende des Confed Cups ja alles glatt gegangen, meinte Odriozola. Das allerdings stimmte nur bedingt. In Recife klemmte ein Zugangstor, in Brasilia und Rio gab es Probleme beim Nachschub für Getränke und Essen, viele Besucher störten sich an den überhöhten Preisen.

„Die Preise wurden marktgerecht an die bei ähnlichen Events in Brasilien angepasst“, sagte Odriozola über Hotdogs für umgerechnet 2,80 Euro oder Bier für 4,20 Euro, gab aber zu: „Vielleicht sind sie ein klitzekleines bisschen höher.“

Viele Fans hatten aber bereits auf dem Weg zu den Stadien mit Problemen zu kämpfen. Einigen brannte in Rio Tränengas in den Augen, als sie zum Spiel zwischen Mexiko und Italien (1:2) gingen. Dafür könne die FIFA nichts, ergänzte Odriozola. „Unser Fokus liegt darauf, den Wettbewerb am Laufen zu halten, und darauf, was in den Stadien passiert, dass da alles gut läuft. Und das war der Fall.“ In alles andere sei die FIFA „nicht direkt involviert“.

OK-Sprecher Saint-Clair Milesi schlug in dieselbe Kerbe: „Wir haben mit der öffentlichen Sicherheit nichts zu tun, wir sind nur für die Dinge im Stadion zuständig. Alles andere obliegt der Polizei und den lokalen Sicherheitsbehörden.“

Die gingen mit aller Härte gegen die Demonstranten vor, die die Bühne Confed Cup erneut zu Protesten gegen die Fahrpreiserhöhungen im öffentlichen Nahverkehr nutzten. Hier und da mischte sich jedoch erneut auch Kritik an den „Mega-Events“ Confed Cup, WM und Olympia 2016 in die Äußerungen. „Keine Gewalt“, riefen viele Aktivisten, fanden allerdings kaum Gehör.

Derweil fiel Recife beim ersten großen Transporttest glatt durch. Bevor Welt- und Europameister Spanien beim 2:1 über Uruguay in der Arena Pernambuco spielerisch glänzte, kämpften Fans mit überfüllten Metros und Straßen. Weite Fußmärsche machten An- und Abreise der 41.705 Zuschauer zu der 19 Kilometer vor dem Toren der Stadt auf die grüne Wiese gebauten Arena zu einem einzigen Ärgernis.

Die Organisatoren sahen nur kleinere Schwierigkeiten. „Es ist nicht einfach, zu diesem Stadion zu gelangen, es handelt sich hier um ein sehr ambitioniertes Projekt der Stadtentwicklung, aber es hat funktioniert“, sagte Milesi. Dennoch hätten die Behörden im Bundesstaat Pernambuco zugesichert, beim nächsten Spiel in Recife am Mittwoch (Italien-Japan) den Fans zusätzliche Verkehrsmittel zur Verfügung zu stellen. Dass zudem ein Einlasstor lange nicht zu öffnen war, fand Milesi unerfreulich. Doch: „Es ist halt ein neues Stadion, sowas passiert.“

SID

So war die Eröffnungsfeier

Confederations Cup: Bilder der Eröffnungsfeier

Rubriklistenbild: © picture alliance / AP Photo

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