Gegenwind für SPD-Kanzlerkandidat

Fall Hoeneß: Steinbrück erzürnt Stoiber

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Peer Steinbrück

Köln - SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat den wegen Steuerbetrugs angeklagten Präsidenten Uli Hoeneß vom Triple-Gewinner Bayern München aufgefordert, sein Amt als Aufsichtsratschef „mindestens“ ruhen zu lassen.

Dass Hoeneß weiter dem Aufsichtsrat des Rekordmeisters vorsitze, sei „gelinde gesagt merkwürdig“, sagte Steinbrück (66) dem Kölner Express.

„Viele Konzerne in Deutschland haben eine Art Verhaltenskodex, der ein Aufsichtsrats- oder Vorstandsmitglied im Fall der Anklage von Steuerbetrug zum Rücktritt veranlassen würde. Und der FC Bayern ist ja nicht nur ein Verein, sondern auch ein Wirtschaftsunternehmen“, sagte Steinbrück, der zugleich Mitglied im Aufsichtsrat von Borussia Dortmund ist.

Edmund Stoiber (71), einst selbst Kanzlerkandidat und derzeit Inhaber eines Sitzes im Bayern-Aufsichtsrat, reagierte erzürnt. „Wer Bundeskanzler werden will, sollte die Grundlagen unseres Rechtsstaates besser kennen. Polemik und öffentlicher Pranger können ein rechtsstaatliches Verfahren nicht ersetzen. Die rechtliche Bewertung dieser Selbstanzeige ist Sache des zuständigen Gerichts“, sagte Stoiber dem SID am Sonntag. Der „BVB-Aufsichtsrat Steinbrück“ solle „den Sport aus seinem missratenen Wahlkampf besser heraushalten“.

Steinbrück hatte es als „problematisch“ bezeichnet, „wenn ein Top-Fußballmanager als angeklagter Steuersünder seine Tätigkeit bis zum Urteil nicht mindestens ruhen lassen würde. Das wäre zum Beispiel im Vorstand oder Aufsichtsrat eines Automobil-Konzerns zwingend.“ Der Hinweis dürfte vor allem Audi-Chef Rupert Stadler und VW-Vorstandschef Martin Winterkorn gelten. Beide Auto-Manager sitzen im Bayern-Aufsichtsrat, der weiterhin für einen Verbleib von Hoeneß im Amt ist.

sid

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