"Mir fehlen die Worte"

Kießling bedankt sich bei Fans für Unterstützung

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Stefan Kießling

Leverkusen - Stefan Kießling hat sich nach seinem Doppelpack in der Champions League gegen Schachtjor Donezk (4:0) bei den Fans bedankt und für sein Fernbleiben nach dem Spiel entschuldigt.

Am Tag nach seinem großen Abend äußerte sich Stefan Kießling gerührt. Die Ovationen, die Unterstützung der Fans und die lautstarken Anfeuerungsrufe nach der massiven Kritik waren wie Balsam auf die Wunden. „Mir fehlen die Worte. Das tat so gut was ihr für mich gemacht und getan habt“, schrieb der Fußballprofi von Bayer Leverkusen auf seiner Facebookseite. Als Buhmann der Nation wurde der 29-Jährige nach seinem Phantomtor dargestellt - cool, gelassen und professionell reagierte der Torjäger beim 4:0-Erfolg über Schachtjor Donezk in der Champions League.

„Es war schon heftig, was auf ihn eingeprasselt ist. Da muss man ein harter Kerl sein“, meinte Rudi Völler. „Aber nicht nur Stefan hat eine Reaktion gezeigt, die ganze Mannschaft hat gezeigt, dass sie zusammensteht“, sagte Bayer Leverkusens Sportdirektor. Auch Kapitän Simon Rolfes befand, dass Kießling die richtige Antwort gegeben habe. „Der Druck war schon sehr hoch für ihn“, sagte der Mittelfeldspieler. „So wie er teilweise dargestellt wurde, ist er nicht. Stefan ist ein fairer Spieler“, betonte Rolfes.

Nach 22 Minuten zeigte der Leverkusener Mittelstürmer, dass es sein Abend werden könnte. Schon beim Jubel über den korrekt erzielten Führungstreffer brach die ganze Anspannung aus ihm heraus. „Wir haben uns sehr für ihn gefreut“, sagte Torhüter Bernd Leno. Dennoch verzichtete Kießling auf übertriebene Gesten nach dem ersten Jubelschrei.

„Das hat er auch gar nicht nötig“, meinte Rolfes, der selbst von der Bescheidenheit seines Mitspielers profitierte. Vor dem Elfmeter, der zum 2:0 durch Rolfes führte, war eigentlich Kießling als Schütze vorgesehen - doch der war gefoult worden und überließ die Ausführung seinem Kapitän. Andere Spieler hätten sich die Chance zu einem weiteren Treffer nach dem Theater der letzten Tage wohl nicht nehmen lassen. Den erzielte Kießling dann zum abschließenden 4:0 doch noch, zuvor hatte Sidney Sam zum 3:0 getroffen.

Als der Mittelstürmer wegen einer alten Fußverletzung frühzeitig vom Feld musste, erhoben sich die Zuschauer in der BayArena von ihren Sitzen und feierten ihren Liebling. Schon zuvor hatten die Fans mit einem übergroßen Spruchband („Stefan Kießling - Kämpfer, Identifikationsfigur und Persönlichkeit“) ihre Wertschätzung für den Bayerprofi bekundet. „Das hat seiner Seele sehr gut getan“, befand auch Bayers neuer Geschäftsführer Bernd Schade. Ob Leverkusens Torjäger am Samstag wieder zur Verfügung steht, ist nach einer Trainingspause am Donnerstag noch offen geblieben und soll kurzfristig entschieden werden.

Mit der Gala gegen die Ukrainer hat Bayer nicht nur die Geschehnisse um das Phantomtor gegen Hoffenheim ein wenig in den Schatten gestellt, sondern vor allem auch die Chance auf das Überwintern in der Champions League vergrößert. „Das war ein sehr wichtiger Sieg und mehr als ein Schritt“, erklärte Torschütze Sam. Mit einem weiteren Erfolg im Rückspiel in 14 Tagen in Donezk wäre Bayer der Einzug in die nächste Runde wohl nicht mehr zu nehmen. Doch Völler warnt auch vor zu großem Leichtsinn. „Noch ist nichts entschieden“, sagte der Sportdirektor.

dpa

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