Uruguay träumt von „Mineirazo“

Confed Cup: Spanien für EM-Revanche gerüstet

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Uruguay gewinnt im Confed Cup gegen Tahiti und erreicht das Halbfinale.

Fortaleza - Die Halbfinals beim Confed Cup sind angerichtet. Brasilien muss gegen Uruguay ran, was Erinnerungen an die Demütigung von 1950 weckt. Spanien trifft in einer Neuauflage des EM-Finals auf Italien.

Besser geht's kaum! Nach den erwartungsgemäßen Siegen von Spanien gegen Nigeria (3:0) und Uruguay über Tahiti (8:0) zum Abschluss der Gruppenphase sind die Traum-Halbfinals beim Confederations Cup perfekt. Los geht es am Mittwoch (21.00 Uhr) mit dem Duell zwischen Rekord-Weltmeister Brasilien gegen den Südamerika-Rivalen Uruguay, was Erinnerungen an die größte Demütigung der Seleção gegen den kleinen Nachbarn vor 63 Jahren weckt. Und einen Tag später (21.00 Uhr) kommt es zur Revanche des EM-Finals zwischen Spanien und Italien.

„Wir kennen die Italiener, wir wissen um ihre Stärke“, meinte Stürmer Fernando Torres und erinnerte nur zu gerne an 2012, als der Welt- und Europameister in Kiew mit einem 4:0 die Squadra Azzurra quasi zerlegte. „Das Finale war eines der besten Spiele, das Spanien in den letzten Jahren gemacht hat.“ Jetzt kommt es in Brasilien zum Wiedersehen. „Ich denke, für Italien ist das Spiel sehr wichtig, denn die Erinnerung an die Niederlage bei der EM ist bei ihnen noch frisch. Ich bin sicher, sie werden auf Revanche aus sein“, sagte Spaniens Trainer Vicente del Bosque: „Das Spiel wird eine echte Herausforderung für uns.“

Und zwar die erste bei der WM-Generalprobe. Nach Uruguay (2:1) und Tahiti (10:0) konnte auch Nigeria die nun seit 25 Spielen unbesiegten Spanier am Sonntag in Fortaleza nicht in Bedrängnis bringen. Das 3:0 (1:0) fiel standesgemäß aus. Und der größte Gegner für die Spanier im schwül-heißen Estadio Castelão war mehr das Wetter als der Afrikameister. Cesc Fabregas musste wegen eines Hitzeschlags raus (54.), sein Barcelona-Kollege Sergio Busquets übergab sich nach dem Abpfiff in den Stadion-Katakomben.

„Die Hitze war unwahrscheinlich, die Füße tun weh“, erzählte der zweifache Torschütze Jordi Alba (3./88. Minute). Der eingewechselte Torres erzielte mit einem feinen Kopfball das 2:0 (62.). Der Stürmer vom FC Chelsea empfahl sich mit seinem fünften Turniertreffer für einen Startplatz gegen Italien, das im Halbfinale wohl den Verlust von Mario Balotelli wegen einer Oberschenkelverletzung verkraften muss. Italien ohne Topangreifer Balotelli - das würde eine kaum zu verkraftende Schwächung der Squadra Azzurra bedeuten.

Nationalcoach Cesare Prandelli verfügt schließlich nicht über den Luxus seines Kontrahenten Del Bosque. Der Chef der Selección hat so viele Klassespieler im Aufgebot, dass für Topstürmer wie Torres und David Villa ebenso kein Platz in der ersten Elf vorhanden ist wie für Martínez, der auch als Triple-Gewinner im Team des Weltmeisters nur zweite Wahl ist. Im dritten Spiel kam der 24-Jährige erstmals gar nicht zum Einsatz. „Es ist schwer“, sagte Martínez zum Kampf um mehr Spielanteile.

Eine klare Angelegenheit war auch das 8:0 von Uruguay gegen die Amateure aus Tahiti. Und so sprachen die Stars weniger über das Spiel als über „Maracanazo“. Das fast schon mythische Wort aus den glorreichen Fußball-Tagen Uruguays steht für den größten Sieg Uruguays über den Nachbarn vom Zuckerhut, der in Rio und andernorts weder vergessen noch verwunden scheint.

Das kleine Uruguay raubte dem großen Brasilien durch ein 2:1 im Maracana von Rio de Janeiro 1950 den fest eingeplanten ersten WM-Titel. „Auf geht's Uruguay. Jetzt sind wir bereit für das Halbfinale am Mittwoch. Vorwärts la Celeste“, twitterte Suarez in einem Wortgemisch aus Englisch und Spanisch gleich nach dem lockeren 8Sieg gegen Tahiti voll Vorfreude auf das brisante Aufeinandertreffen in Belo Horizonte. Am liebsten würde der Südamerikachampion die Fußball-Historie in kleinerem Rahmen wiederholen und für ein Mineirazo sorgen - soll heißen, im Estadio Mineirao den Siegeszug der Seleção beim Testlauf für die WM 2014 überraschend beenden.

Uruguay ist trotz der Historie weit davon entfernt, ein so großer Rivale zu sein wie Argentinien. Über Jahrzehnte hinweg war der kleine Nachbar auch nicht auf Augenhöhe. Stolze 40 Mal spielte man nach der WM 1950 bis heute noch gegeneinander - nur acht Spiele konnte Uruguay gewinnen. Erst durch den Copa-America-Sieg 2011 und den vierten WM-Platz 2010 - als man Brasilien jeweils hinter sich ließ - hat sich das geändert. „Wenn wir gegen Uruguay spielen, müssen wir sehr vorsichtig sein. Unser Scout meint, sie sind das beste Team“, sagte Brasiliens Coach Luiz Felipe Scolari.

dpa

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