Skibbe und die Griechen: Erfolg à la Rehhagel möglich?

+
Michael Skibbe startet mit Griechenland in die WM-Qualifikation. Foto: Alexandros Vlachos

Nach mehreren Schlappen scheint die griechische Fußball- Nationalmannschaft wieder auf Kurs zu sein. Erstmals nach mehreren Monaten ist statt Lustlosigkeit wieder Leidenschaft zu spüren. Dahinter steckt Michael Skibbe.

Athen (dpa) – Als Michael Skibbe vor acht Monaten das Steuer der griechischen Fußball-Auswahl übernahm, versprach er, "dass die Nationalmannschaft und ihre Spieler alles geben werden auf dem Spielfeld".

Die ersten Ergebnisse waren schlecht, doch nun gab es einen Lichtblick - einen 2:1-Sieg beim WM-Dritten Niederlande. Doch auch Skibbe weiß: Der Weg zum Erfolg ist noch lang.  

"Zunächst zeigte er sich sehr ruhig - zu ruhig für unsere Mentalität", sagte der griechische Journalist Spyros Sourmelidis über Skibbe. Der 51 Jahre alte Gelsenkirchener hat aber ein klares Programm. Er tritt in die Fußstapfen von Otto Rehhagel, der die Griechen 2004 zum sensationellen EM-Titelgewinn in Portugal führte.

Sowohl Rehhagel als auch Skibbe haben das Geschehen und die Spieler lange beobachtet. Erst dann fingen sie an zu agieren, Entscheidungen zu treffen und ein "verschworenes Team" rund um sich zu bilden, meint die griechische Presse. Dieses Konzept führte zum EM-Titel 2004 und zu vielen Erfolgen in den späteren Jahren.

Als Skibbe im Oktober 2015 kam, war die Moral ganz unten. Bei der verpassten Qualifikation für die EM 2016 in Frankreich hatten die Griechen - noch mit einem anderen Trainer - sogar zwei demütigende Niederlagen gegen die Färöer eingesteckt. Zwischen vielen bis dato befreundeten Spielern war Streit ausgebrochen, berichtete die griechische Presse. Man schob sich gegenseitig die Schuld an der erbärmlichen Leistung zu. Viele Heimspiele fanden vor halbleeren Rängen statt.

Skibbe geriet auch nach der 0:1-Niederlage in Luxemburg nicht in Panik. Er holte die besten Legionäre und die wenigen in Griechenland spielenden jungen Talente ins Team. Doch die Lage ist schwierig: Wegen eines Streits zwischen dem Fußballverband und dem Sportminister hat die Meisterschaft noch gar nicht begonnen. Zahlreiche Legionäre sind zudem nur Ersatzspieler bei ihren Teams.

"Es mangelt unseren Spielern nicht an Qualität. Wir alle müssen gemeinsam Teamgeist entwickeln", sagte Skibbe vor Beginn WM-Qualifikation. Beim 2:1 gegen die Elftal - nach 0:1-Rückstand - war die Leidenschaft schon wieder deutlich spürbar. Es war der erste Sieg der Griechen gegen die Niederlande nach sieben Niederlagen und einem Unentschieden.

Zu Beginn der WM-Qualifikation ist am Dienstag ein Auswärtssieg gegen Gibraltar Pflicht. In der Gruppe H treffen die Griechen außerdem auf die starken Belgier, Bosnien-Herzegowina, Zypern und Estland. Skibbe ist optimistisch. "Die Wahrheit liegt aber auf dem Platz", erinnerte er an eine alte Weisheit von Sepp Herberger.

Skibbe ist entschlossen, er will durchgreifen. Wer keine Lust hat und keinen Teamgeist zeigt, "der wird rausgeschmissen - fertig", sagte er. Das ist ein gutes Zeichen - denn auch Rehhagel hatte so kompromisslos angefangen. Wenige Monate nach der Übernahme des griechischen Teams hatte er die Cliquen ausgeschaltet.

Interview Skibbe

VfB baut dank Terodde Tabellenführung aus - Aue in Not

VfB baut dank Terodde Tabellenführung aus - Aue in Not

Tausende demonstrieren im Gedenken an ermordeten Nemzow

Tausende demonstrieren im Gedenken an ermordeten Nemzow

Messe Fairnet-City in der KGS Kirchweyhe

Messe Fairnet-City in der KGS Kirchweyhe

Powerfrauen, Eleganz und Sommer im Winter

Powerfrauen, Eleganz und Sommer im Winter

Meistgelesene Artikel

Stindls Dreierpack hält Gladbach auf Europa-Kurs

Stindls Dreierpack hält Gladbach auf Europa-Kurs

Ticker zur Auslosung: Ärgerlich! Schalke trifft auf Gladbach

Ticker zur Auslosung: Ärgerlich! Schalke trifft auf Gladbach

2:1 in Wolfsburg: Gnabry lässt Werder durchatmen

2:1 in Wolfsburg: Gnabry lässt Werder durchatmen

Kind und weiterer Fan durch Pyrotechnik in Mainz verletzt

Kind und weiterer Fan durch Pyrotechnik in Mainz verletzt

Kommentare