Schalke als Bayern-Jäger? Heldt prustet los

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Schalke steht auf Platz 2 hinter dem FC Bayern

Gelsenkirchen - Auf die Frage, ob der FC Schalke nun den Tabellenführer FC Bayern jagt, prustet Manager Horst Heldt los. Die Gelsenkirchener jagen sich angeblich "nur selbst". 

Der Senor beliebte zu schweigen. Freundlich lächelnd tauchte Raul unter einem Absperrband hinweg, kritzelte noch schnell einem Rollstuhlfahrer ein Autogramm auf ein Kissen und verschwand im Aufzug - ohne ein Wort. Das war aber auch nicht weiter schlimm, denn jeder Spieler und Offizielle von Schalke 04 bekam nach dem 1:0 (0:0)-Arbeitssieg gegen Borussia Mönchengladbach sowieso zunächst die eine, unvermeidliche Frage gestellt: „Ist Schalke der neue Bayern-Jäger Nummer eins?“

Die schönsten und die hässlichsten Trikots: Die Beurteilungen der Jury

Eine Jury aus Studierenden und Professorinnen der Mediadesign Hochschule (MD.H) hat in diesem Jahr den 1. FC Nürnberg zum Trikotmeister für die Bundesligasaison 2011/2012 gekürt. Nach den bisherigen Siegern der Jahre 2007-2010 mit den Vereinen Bayer Leverkusen, Eintracht Frankfurt, TSG Hoffenheim und dem FC St. Pauli hatten in diesem Jahr zur Saison 2010/2011 die Franken aus Nürnberg vor den Bayern aus München die Nase vorn. Klicken Sie sich durch die (teils sinngemäß gekürzten) Jury-Beurteilungen. © dpa
Platz 1: 1. FC Nürnberg - So sehen Sieger aus!In der Farbpsychologie ist rot eine warme, kräftige Farbe, sie tritt optisch immer stark in den Vordergrund und ist damit definitiv eine Siegerfarbe. Das hier gezeigte Trikot ist jedoch eher Bordeaux-rot. Die weißen Streifen wirken sauber, sachlich und geben dem Trikot die notwendige Helligkeit, um nicht zu düster zu wirken. Positiv anzumerken ist auch, dass das Sponsorenlogo, Das Vereinslogo und der Markenname alle einheitlich in derselben Farbe (Weiß) gehalten sind. Das lässt das Trikot nicht zu bunt wirken.   © dpa
Platz 2: FC Bayern München - In der Farbpsychologie ist Rot eine warme, kräftige Farbe, sie tritt optisch immer stark in den Vordergrund und ist damit definitiv eine Siegerfarbe.  Schnitt: schlanke lange Schnittführung mit klassischem V-Ausschnitt im Retro-Look. In den 1970er Jahren gab es nach Meinung der Fachleute die schönsten Trikots. Dieses hier kombiniert Elemente der damaligen Zeit mit der technischen Machbarkeit (Materialien, Schnitt, Nähte) der heutigen Zeit auf gelungene Art und Weise. © getty
Platz 3: Werder Bremen - Auch hier eine gelungene Linienführung. Ein Trikot kann langweilig und grün sein, oder mit den vorhandenen Möglichkeiten im Rahmen der Vereinsfarben ausnutzen und ein schönes und trotzdem dezentes Trikot entwickeln, wie hier geschehen. Hier begeistert vor allem die spitz zulaufende Linienführung, die mit dem Sponsoren-Logo perfekt harmoniert und somit eine Einheit mit den aufgedruckten Elementen bildet. © getty
Platz 4: Hannover 96 - Die körperbetonte Schnittführung und der elegante Halsausschnitt zeichnen das Trikot von Hannover 96 aus. Sehr gelungen ist der gewählte dunkelrote Farbton. Die feinen Schrägstreifen, die Ton-in-Ton gehalten sind, runden das Gesamtbild ab. © ap
Platz 5: VfL Wolfsburg - Der klassische V-Ausschnitt und der sportive, körperbetonte Schnitt kennzeichnen das Trikot von Wolfsburg. Der angenehme Grünton als Basisfarbe wirkt ruhig und souverän – die weißen Streifen an Schulter und Seite bringen Dynamik ins Spiel. © dpa
Platz 6: Hertha BSC - Eine sehr gelungenen Farbgebung weist das Trikot in dunkelblau mit petrolfarbenen feinen Streifen auf. Der Schnitt ist modern und sportiv. Der weiße Blockstreifen dagegen wirkt etwas dominant.   © getty
Platz 7: Mainz 05 - Schmal und sportlich geschnittenes Trikot mit Rundhalsausschnitt. Die Grundfarbe des Trikots ist rot, die Ärmel sind weiß abgesetzt. Die Sponsorenfarbe und die Farben des Vereinsemblems sind farblich identisch, was ein sehr stimmiges Gesamtbild hervorbringt. © getty
Platz 8: FC Schalke 04 - Körperbetontes Trikot in royalblau mit weißem Polokragen. Auch hier sind Sponsorenfarbe und Vereinsfarben farblich passend, nur die Zierstreifen wirken etwas unruhig. © getty
Platz 9: 1. FC Kaiserslautern - Auberginefarbenes Trikot mit weißen Streifen und weißem Kragen. Leider ist die Schnittführung etwas vernachlässigt worden und das Trikot wirkt weit und kastig. Das Sponsorenlogo in grün sticht sehr stark hervor!  © getty
Platz 10: Hamburger SV - Interessant geschnittenes Trikot mit V-Ausschnitt und Schulterpasse. Das feine Streifendesign in rot-blau macht sich gut auf dem weißen Trikot. Auch Sponsorenschriftzug und Vereinsemblem sind farblich gut aufeinander abgestimmt. © getty
Platz 11: TSG Hoffenheim 1899 - Das hellblaue Trikot ist schnitttechnisch mit wenig Raffinesse ausgestattet. Auch die schrägen Streifen im oberen Bereich wirken unruhig, aber nicht dynamisch. Die Positionierung des Sponsorenlogos unterstützt das unruhige Bild. © dapd
Platz 12: Bayer 04 Leverkusen - Bayer 04 Leverkusen:Das schwarze Trikot mit dem quer verlaufenden roten Blockstreifen wirkt sehr hart und weist einen starken Farbkontrast auf. Das Sponsorenlogo ist überdimensional groß und hebt sich extrem ab. © getty
Platz 13: Borussia Mönchengladbach - Hier geht es bunt zu! Zwar ist das Trikot uni weiß mit kleinen Ringelbündchen gehalten, aber die verschiedenen Elemente wie Marke, Sponsorenlogo und Vereinswappen wurden sehr unstrukturiert platziert und lassen das Gesamtbild etwas überladen erscheinen.  © getty
Platz 14: Borussia Dortmund - Ein schöner Versuch, auch andere Musterelement als nur Streifen auf Trikots aufzubringen. Leider wirkt das gelbe Trikot mit den schwarzen Quadraten unruhig. Außerdem ist der lila Schriftzug sehr kontrastreich. Die körperbetonte Schnittführung mit Raglanarm ist gelungen.  © getty
Platz 15: FC Augsburg - Das weiße Trikot in Polo-Optik ist weder schnitttechnisch spektakulär, noch in Muster und Farbgebung. Der rot-grüne Längsstreifen alleine schafft es nicht, dem Trikot mehr Glanz zu verleihen.  © ap
Platz 16: VfB Stuttgart - Dieser Schnitt ist von gestern. Eher kurz, weiter geschnitten mit schräg angesetzten Ärmeln. Ansonsten macht das Trikot weiter nichts falsch, aber auch nichts richtig. Es ist einfach und ziemlich designfrei.  © dpa
Platz 17: SC Freiburg - Silhouette und Schnitt: ohne weitere Besonderheiten. Gut, Querstreifen sind gerade in Mode und man findet sie fast überall und auf jedem Kleidungsstück. Aber meist in Form schlanker Streifen in Weiß/Marineblau. Die hier gezeigte Kombination in breiten rot-schwarzen Querstreifen zieht sich über das komplette Trikot. Das wirkt aufgrund der hohen Kontraste sehr aggressiv.  © dpa
Platz 18: 1. FC Köln - Ein Trikot kann mehr als ein Basic T-Shirt sein, ohne dadurch in seiner Funktionalität eingeschränkt zu werden. Silhouette und Schnitt: ohne weitere Besonderheiten. Die aktuell schlanke Schnittführung ist hier komplett ignoriert worden. Auch ein weißer Stoff hält hier Möglichkeiten parat, die nicht genutzt worden. Fazit: ideenlos. Trikots bergen kreatives Potential, um die Außenwahrnehmung einer Mannschaft zu optimieren. Man muss es nur nutze. © getty

Die Antwort ging immer in dieselbe Richtung, war jedoch unterschiedlich. Manager Horst Heldt prustete sogar ein wenig los, lachte lauthals und sagte dann: „Tss, tss, Bayern-Jäger! Wir jagen nur uns selbst. Wir sind froh, dass wir da oben sind und neun Punkte haben.“ Das sind neun mehr als zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison. Trainer Ralf Rangnick verwies dennoch auf die mangelnde Aussagekraft der Tabelle, die erst nach dem zehnten Spieltag in etwa die Verhältnisse spiegeln werde.

Viel wichtiger war der Führungsetage, dass diese Mannschaft eine neue Qualität entdeckt hatte. „Das eigentlich Erfreuliche war das Zu-Null. Es war unser mit Abstand bestes Spiel gegen den Ball“, sagte Rangnick - alles weitere komme automatisch: „Wenn wir so spielen, ergeben sich ordentliche Tabellenränge von alleine.“ Rangnick war so euphorisch, er musste nach einem „fantastischen“ Spiel „erst mal runterkommen. Hut ab!“

Von Beginn an präsent, in der Abwehr stabil, geduldig - und das gegen ein Team, „das seit gefühlten 15 Spielen nicht mehr verloren hat“, wie Rangnick es ausdrückte. Zuletzt hatte das häufig ganz anders ausgesehen, zum Beispiel, als der finnische „Nobody“ Teemo Pukki die Defensive im Europa-League-Play-off noch im Alleingang auseinanderschraubte.

Das Fazit: „Mit der Art und Weise, wie wir heute gespielt haben, bin ich mindestens so zufrieden wie mit dem Ergebnis“ (Rangnick) - oder, aus dem Mund von Horst Heldt: „Wir können von einem gelungenen Saisonstart sprechen.“ Nicht mehr, aber auch nicht weniger: „Nach dem Auftakt-Spiel beim VfB Stuttgart (0:3, d. Red) war noch Trübsal angesagt. Jetzt sieht es besser aus.“

Besonders bemerkenswert war, dass die auch europaweit absolut vorzeigbare Offensive mit Raul und Klaas-Jan Huntelaar rannte und rannte und rannte. Raul war ein Kilometerfresser, er legte 11,6 km zurück und hatte dennoch genug Luft, mit seinem Schalke-Rucksack die Treppen in der Arena im Laufschritt zu nehmen - denn sprechen wollte er ja nicht.

Auf Mönchengladbacher Seite sprach man dagegen recht gerne - trotz der ersten Saisonniederlage, die verdient war. „Man durfte nach dem Hype um die Tabellenführung ja nicht erwarten, dass der Fast-Absteiger kommt und 34 Spiele lang die Bundesliga überrollt“, sagte Sportdirektor Max Eberl: „Es gibt keinen Grund zu träumen. Die Bäume wachsen nicht in den Himmel, aber insgesamt können wir zufrieden sein.“

Ein Rand-Aspekt blieb trotz starker Fernsehbilder eine Szene kurz vor dem Abpfiff. Alexander Baumjohann hatte an der Seitenlinie einen Ball wegschlagen wollen, rasselte aber in vollem Tempo in den Mönchengladbacher Trainer Lucien Favre, der den vermeintlichen Übeltäter sekundenlang am Kragen packte. Nach dem Abpfiff ging Baumjohann in die Kabine des Gegners und entschuldigte sich. Damit war die Sache für beide Seiten „erledigt“.

sid

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