40 Millionen Euro

Landesbürgschaft, Gehaltsobergrenze, Tönnies-Aus: Beben auf Schalke

Bekommt der FC Schalke eine Landesbürgschaft vom Land NRW? Zudem steht eine Gehaltsobergrenze im Raum. Und nun tritt auch Boss Clemens Tönnies zurück.

  • Schalke 04* soll finanzielle Unterstützung von der NRW-Landesregierung erhalten.
  • Die Bürgschaft soll Königsblau dabei helfen, die Coronavirus-Krise zu überstehen.
  • Laut Medienberichten tritt auch der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies zurück - am Mittwoch findet eine Pressekonferenz statt.

Gelsenkirchen - Muss sich der FC Schalke mit einer Landesbürgschaft über Wasser halten? Zum dritten Mal in vier Jahren verpasst der FC Schalke 04 das lukrative internationale Geschäft und somit immens wichtige Einnahmen im Kampf um die Konkurrenzfähigkeit in Deutschlands Fußballspitze. Für das Geschäftsjahr 2019 hatte der Bundesliga-Zwölfte Verbindlichkeiten in Höhe von 197 Millionen Euro vermeldet. Dann folgte die Coronavirus-Krise und der sportliche Zerfall. Nun soll Königsblau öffentliche Hilfe erhalten.

Verein:

FC Schalke 04

Stadion:

Veltins Arena

Trainer:

David Wagner

Sportvorstand:

Jochen Schneider

Aufsichtsratsvorsitzender:

Clemens Tönnies

Sponsor:

Gazprom

Wie das Handelsblatt berichtet, plant das Land Nordrhein-Westfalen eine Landesb ürgschaft für den finanziell angeschlagenen FC Schalke in Höhe von 40 Millionen Euro. Damit soll es Königsblau ermöglicht werden, einen Not-Kredit aufzunehmen. Die Bild nennt in diesem Zusammenhang eine Summe von rund 30 Millionen Euro. Grund sind die durch die Coronavirus-Krise fehlenden Einnahmen aus Bereichen wie Ticketing, Sponsoring und Werbung. Demnach habe sich die finanzielle Situation auf Schalke drastisch verschärft, wie wa.de* berichtet.

Schalke 04 erhält finanzielle Unterstützung von der NRW-Landesregierung

Es ist nicht das erste Mal, dass der FC Schalke eine Landesbürgschaft erhalten könnte. Das Land NRW bürgte bereits bei der Finanzierung der Veltins Arena sowie beim Umbau des Vereinsgeländes Berger Feld. Das berichten Sky und die WAZ. Diesmal jedoch soll das Geld nicht in etwaige Projekte oder Personalplanungen fließen, sondern lediglich die Einnahme-Ausfälle wegen der Coronavirus-Krise kompensieren.

Zwar hat nordrhein-westfälische Landesregierung laut Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) noch keine Entscheidung über eine Bürgschaft für den FC Schalke 04 getroffen. Die Millionen-Hilfe soll jedoch am Mittwoch während der Pressekonferenz mit Sportvorstand Jochen Schneider und Trainer David Wagner* offiziell bekannt gemacht werden. Laschet bekräftigte am Dienstag nur, es werde keine "Lex Schalke" geben.

Schalke 04: Clemens Tönnies kündigt Rücktritt an

Dann soll auch geklärt werden, wie es mit dem FC Schalke weiter geht. Ein personeller Umbruch droht. Nicht zuletzt wegen einer weiteren Maßnahme, die ebenfalls verkündet werden könnte. Demnach soll der FC Schalke 04 der erste Bundesligist sein, der künftig eine Gehaltsobergrenze für seine Spieler* einführt.

Klar ist: Es wird ein Erdbeben auf Schalke geben. Am Dienstagnachmittag berichtet die "Bild"-Zeitung, dass Clemens Tönnies von seinem Amt als Vorsitzender des Aufsichtsrates zurücktritt*. Während des letzten Saisonspiels gegen den SC Freiburg gab es Fan-Proteste auf dem Vereinsgelände Berger Feld gegen Tönnies*. Der Unternehmer ist aufgrund des massiven Ausbruchs des Coronavirus in seiner Fleischfabrik unter Druck geraten. Viele hundert Tönnies-Mitarbeiter sind an Covid-19 erkrankt. Der Schlachtbetrieb in Rheda-Wiedenbrück musste geschlossen werden, in den Kreisen Gütersloh und Warendorf waren viele Lockerungen zurückgenommen worden. Unter anderem musste Kindergärten und Schulen schließen, zudem müssen Menschen aus dem Kreis Gütersloh bei Urlaubsreisen einen negativen Coranavirus-Test vorweise.

Landesbürgschaft, Gehaltsobergrenze und jetzt das Tönnies-Beben: Die Verantwortlichen des FC Schalke werden auf der Pressekonferenz am Mittwoch viele Fragen beantworten müssen.

FC Schalke: Pressekonferenz zur Landesbürgerschaft am Mittwoch

Der Schalke wird nun mit in diesen Strudel gerissen. Landesbürgschaft, Gehaltsobergrenze, Entlassung langjähriger Mitarbeiter, die völlig verkorkste Rückrunde in der Bundesliga und nun das Tönnies-Beben. Die Verantwortlichen werden auf der Pressekonferenz am Mittwoch viele Fragen beantworten müssen. *wa.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © dpa / Ina Fassbender

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