Kein Gedanke an Solidarität

Sammer gierig: "Wir wollen alles gewinnen"

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Matthias Sammer (l.) will mit dem FC Bayern eine Ära prägen.

Berlin - Für Sportvorstand Matthias Sammer vom Triple-Gewinner Bayern München hat die Diskussion über eine zu große Dominanz seines Klubs in der Bundesliga keine Bedeutung.

"Es ist Fakt, dass der FC Bayern seit vielen Jahren die Meisterschaft nicht verteidigen konnte, geschweige denn, dass es einem Klub je gelungen ist, den Champions-League-Titel zu verteidigen. Wenn die kommenden drei Jahre unter all den Gesichtspunkten genau so laufen wie das vergangene, dann fangen wir an, den Solidargedanken zu entwickeln. Im Moment - muss ich ganz klar sagen - habe ich nur einen Blick und das ist der für den FC Bayern München. Wir wollen alles gewinnen, was es zu gewinnen gibt“, sagte Sammer vor dem Supercup-Finale am Samstag gegen Gastgeber Borussia Dortmund in einem Interview mit der „Welt am Sonntag“.

Grundsätzlich hält Sammer die Langeweile-Debatte im deutschen Fußball für unangebracht. „Bevor wir den Gedanken der Langeweile durch die Bayern in den Mittelpunkt stellen, sollten wir erst einmal eine Ära prägen. Nur weil das vergangene Jahr so extrem erfolgreich war, heißt das doch nicht, dass dies immer so sein wird“, sagte Sammer.

Der Europameister von 1996 schloss aufgrund der angesammelten Klasse im Münchner Kader eine Verkleinerung der Spielerzahl noch bis zum Bundesliga-Start (9. August) nicht aus. Sammer: „Gut möglich, dass wir zu dem Entschluss kommen, dass es für den einen oder anderen Spieler - ähnlich wie bei Alaba oder Kroos - Sinn macht, ihn auszuleihen, um den Umweg über Einsätze bei einem anderem Verein zu machen.“

Weiterhin will Sammer bei Bedarf auch nach Erfolgen Fehler und etwaige Missstände öffentlich anmahnen. „Mein Handeln geschieht nicht aus der Motivation, es anderen Menschen recht zu machen oder zu gefallen. Mir geht es um die Sache, um den FC Bayern und darum, wie wir etwas besser machen können. Und das mache ich so lange, wie ich hier arbeiten darf. Wenn ich etwas anspreche, stelle ich nicht mich in den Mittelpunkt, sondern weise auf den Mittelpunkt hin“, sagte der 45-Jährige.

sid

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