Rassismus-Vorwürfe

Riesen-Eklat in der Frauen-Bundesliga

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Genoveva Anonma.

Wolfsburg - Eklat beim Top-Spiel der Frauenfußball-Bundesliga: Turbine Potsdam hat Triple-Gewinner VfL Wolfsburg nach der 0:2-Niederlage am Freitagabend rassistische Äußerungen vorgeworfen.

Potsdams Stürmerin Genoveva Anonma behauptete laut Trainer Bernd Schröder, vor ihrem Platzverweis (16.) wegen unsportlichen Verhaltens von der Wolfsburger Bank aufgrund ihrer Hautfarbe beleidigt worden zu sein.

„Es hat eine diskriminierende Bemerkung von der Bank gegeben, deshalb hat sie den Finger gezeigt. Wir werden das prüfen. Wenn das wirklich so gewesen ist, haben wir ein Problem“, sagte der 71 Jahre alte Turbine-Coach, der nach den Vorfällen nicht zur Pressekonferenz erschien.

Der VfL reagierte am Sonntagmittag „empört“, die Vorwürfe seien „absolut inakzeptabel“. VfL-Trainer Ralf Kellermann erklärte: „Wir haben nach dem Foul sicherlich emotional reagiert, uns aber in keiner Weise rassistisch geäußert. In meiner gesamten Laufbahn als Sportler und Trainer habe ich mich niemals zu einer derartigen Bemerkung hinreißen lassen. Und auch für meine Spielerinnen und meinen Trainer- sowie Betreuerstab lege ich meine Hand ins Feuer, dass sie nichts dergleichen gesagt haben.“ Er würde „denjenigen nach Hause schicken, sobald ich etwas in dieser Richtung höre. Die Linienrichterin stand dabei, wenn sie so etwas gehört hätte, hätte sie auch reagiert.“

Auch Geschäftsführer Thomas Röttgermann reagierte mit Empörung. „Es ist nicht nachvollziehbar, dass mit diesem völlig aus der Luft gegriffenen Vorwurf das Thema “No Racism', das zu Recht weltweite Sensibilität genießt, beschädigt wird. Umso beschämender ist es, wenn mit solchen Aussagen das persönliche Fehlverhalten einer Potsdamer Spielerin relativiert werden soll. Im Namen des VfL Wolfsburg erwarte ich eine Entschuldigung von Turbine Potsdam.„

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) erklärte auf SID-Anfrage, dass sich der Kontrollausschuss mit den Vorfällen beschäftigen werde. `Der Kontrollausschuss wird den Bericht der Schiedsrichterin abwarten und mit Beginn der neuen Woche die Umstände prüfen, die im Zusammenhang mit dem Platzverweis der Spielerin stehen“, sagte Anton Nachreiner, Vorsitzender des DFB-Kontrollausschusses.

Anonma hatte vor dem Platzverweis VfL-Abwehrspielerin Noelle Maritz gefoult und danach offenbar der VfL-Bank den Mittelfinger gezeigt. Nach entsprechendem Hinweis der Linienrichterin Katrin Rafalski verwies Schiedsrichterin Marija Kurtes (Düsseldorf) die 26-Jährige aus Äquatorialguinea wegen unsportlichen Verhaltens des Feldes.

Auf dem Weg in die Kabine trat die Stürmerin noch gegen eine Pylone am Spielfeldrand, die Kellermann traf. „Anonma hatte einen Blackout. Sie muss sich im Griff haben“, sagte der VfL-Coach. Durch den Sieg ist Titelverteidiger Wolfsburg in der Tabelle bis auf einen Punkt an das Führungsduo 1. FFC Frankfurt und Potsdam (beide 47 Punkte) herangerückt.

sid

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