Relegation: Lautern hofft auf den "Betze"

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Nach der Niederlage in Hoffenheim hoffen die Lauterer nun auf ein Wunder auf dem heimischen Betzenberg

Sinsheim - Selbst der Mythos des unbezwingbaren „Betze“ konnte den Spielern von 1899 Hoffenheim nur noch ein müdes Lächeln abringen - da halfen auch alle Beschwörungen des 1. FC Kaiserslautern nichts.

„Wir haben schon in Dortmund alles erlebt, was es zu erleben gibt“, sagte 1899-Mittelfeldspieler Eugen Polanski schulterzuckend: „Da gibt es in Lautern nichts Neues.“

Die in der Bundesliga schon mehrfach totgesagten Kraichgauer trennt nach dem 3:1 (2:0) im Relegations-Hinspiel nur noch ein Schritt vom Verbleib in der Fußball-Bundesliga. Dass dieser am Montag (20.30 Uhr/Sky und ARD) ausgerechnet vor über 50.000 „Roten Teufeln“ auf den Rängen des Fritz-Walter-Stadions in Kaiserslautern gemacht werden muss, war dem Team von Trainer Markus Gisdol herzlich egal.

„Sicherlich wird das eine aufgeheizte Atmosphäre geben“, sagte Polanski nach dem ersten Südwestderby: „Aber wenn wir cool bleiben, bringen wir das über die Runden.“ Roberto Firmino (11./29.) und Joker Sven Schipplock zwei Minuten nach seiner Einwechselung (67.) sorgten für die „ordentliche Ausgangsposition“, wie Gisdol befand: „Aber nicht mehr und nicht weniger.“

Zufrieden war der Coach auch am Freitagmorgen nicht. „Wir haben keine gute Leistung gebracht“, sagte Gisdol, nachdem er seine erste Elf statt zum Auslaufen zum Schuften in die Gymnastikhalle geschickt hatte. Zu oft „zu schlampig“ sei das Defensivverhalten gewesen, meinte der Coach: „Wir haben noch viel Luft nach oben.“ Zumal der FCK im eigenen Stadion noch mehr „über den Kampf ins Spiel kommen“ werde.

Lautern-Trainer Franco Foda verbreitete keine 24 Stunden nach dem Abpfiff schon wieder Optimismus - trotz und offenbar auch wegen der Niederlage. „Ich bin nach diesem Spiel noch zuversichtlicher, dass wir es noch packen können“, sagte der 47-Jährige am Freitagnachmittag: „Ganz einfach, weil wir mit Hoffenheim auf Augenhöhe waren.“

Auch FCK-Vorstandschef Stefan Kuntz erkannte in dem Bundesligisten „keinen übermächtiger Gegner. Das ist definitiv drehbar.“ Vor allem, „wenn der Betze brennt“, meinte Ersatz-Kapitän Florian Dick.

Hoffnung macht in der Pfalz der Treffer von Mohamadou Idrissou (58.), ein 2:0 auf dem Betzenberg würde zum direkten Wiederaufstieg reichen. „Wir dürfen jetzt nicht reden, sondern müssen handeln“, forderte der Kameruner, der nach eigenen Angaben schon hauptverantwortlich für die Aufstiege des MSV Duisburg (2007), SC Freiburg (2009) und von Eintracht Frankfurt (2012) war.

„Sein Wort in Gottes Ohr“, sagte Foda vielsagend auf Idrissous Ankündigung einer Wiederholung: „Wir haben noch alle Möglichkeiten. Insofern müssen wir einen klaren Kopf behalten - wir haben uns noch nicht aufgegeben.“

Alles allein auf die Kulisse setzen („Die 50.000 werden uns nach vorne peitschen“) wollte Foda aber nicht. „Wichtig ist, dass wir einen kühlen Kopf bewahren - trotz der großen Emotionen, die sicherlich auf dem ausverkauften Betzenberg herrschen werden“, sagte er: „Ich habe selbst lange Jahre als Profi hier gespielt und weiß, wie die Leute ticken“.

Wie gut Hoffenheim inzwischen mit Druck umgehen kann, hatten die Kraichgauer am letzten Bundesliga-Spieltag beim dramatischen „Wunder von Dortmund“ eindrucksvoll unter Beweis gestellt, als der Sprung auf den Relegationsplatz in den Schlussminuten perfekt gemacht wurde. „Wir sind unfassbar demütig, dass es noch diese Chance gibt“, sagte 1899-Kapitän Andreas Beck bei Sky: „Wir waren schon zwei- bis dreimal mit einem Bein in der 2. Liga.“

sid

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