Rehhagel am Abgrund: Freiburg siegt in Berlin

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Herthas Trainer Otto Rehhagel reagiert nach der Niederlage gegen Freiburg.

Berlin - Nach dem nächsten Rückschlag taumelt Hertha der 2. Liga entgegen. Die Berliner zogen am Dienstag im direkten Abstiegsduell gegen Freiburg den Kürzeren und stecken weiter am Tabellenende fest.

Für Hertha BSC und Altmeister Otto Rehhagel rückt der Abgrund immer näher, der SC Freiburg um Trainer-Überraschung Christian Streich kann dagegen den Rettungssekt kaltstellen. Mit einem 1:2 (0:1) gegen die Breisgauer bleibt Aufsteiger Berlin vier Spieltage vor Saisonende der Fußball-Bundesliga weiter auf einem Abstiegsplatz, die Hoffnung auf Rettung geht gegen Null. Freiburg hat mit dem siebten Spiel ohne Niederlage nacheinander nun hingegen bereits sechs Punkte Vorsprung auf Relegationsplatz 16.

Bedanken konnten sich die Gäste am Dienstag bei Hertha-Profi Roman Hubnik, der der Streich-Elf mit zwei Geschenken den Weg ebnete. Das 0:1 erzielte er per Eigentor selbst (8. Minute), den zweiten Treffer durch Sebastian Freis (67.) begünstigte er stümperhaft. Als dem Tschechen selbst in der 81. Minute dann der Anschlusstreffer gelang, keimte vor 45 778 Zuschauern noch einmal Hoffnung auf - vergeblich. Zu allem Überfluss verletzte sich Hubnik auch noch am Knöchel.

Wer kämpft nun eigentlich um was in der Bundesliga?

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Langeweile gibt's in der Fußball-Bundesliga kaum. Sieben Spieltage vor Saisonende geht es eigentlich für jeden Club noch um etwas. © dpa
Borussia Dortmund: Kämpft um die Titelverteidigung und die direkte Champions-League-Qualifikation. © dpa
FC Bayern München: Kämpft um den 23. deutschen Meistertitel und gegen den neuen Platzhirsch BVB. © dpa
FC Schalke 04: Kämpft um die Champions-League-Teilnahme und das Bleiben von Raúl. © dpa
Borussia Mönchengladbach: Kämpft überraschend um die Champions-League-Teilnahme. © dpa
Bayer Leverkusen: Kämpft um die Europa-League-Teilnahme und zu wenig darum, dass die Geschichte mit Robin Dutt eine Erfolgsstory wird. © dpa
Werder Bremen: Kämpft um die Europa-League-Teilnahme, mit den Verletzungen zahlreicher Spieler und um das Bleiben von Torjäger Claudio Pizarro. © dpa
Hannover 96: Kämpft um die Europa-League-Teilnahme und macht dies mit viel Spielkultur. © dpa
VfL Wolfsburg: Kämpft um die Europa-League-Teilnahme und um den Beweis, dass es nicht nur eine zusammengekaufte Truppe ist. © dpa
VfB Stuttgart: Kämpft auch noch um die Europa-League-Teilnahme und um die Führungsposition im “Ländle“. © dpa
1899 Hoffenheim: Kämpft nur noch theoretisch um die Europa-League-Teilnahme, gegen das graue Image und die Führungsposition im “Ländle“. © dpa
1. FC Nürnberg: Kämpft eigentlich um gar nichts mehr so richtig. © dpa
FSV Mainz 05: Kämpft nach eigener Aussage plötzlich wieder gegen den Abstieg. © dpa
1. FC Köln: Kämpft gegen den Abstieg ausgerechnet im wohl letzten Jahr mit Lukas Podolski. © dpa
SC Freiburg: Kämpft wie beseelt gegen den Abstieg. © dpa
FC Augsburg: Kämpft wacker darum, im ersten Bundesliga-Jahr nicht gleich wieder absteigen zu müssen. © dpa
Hamburger SV: Kämpft gegen den überaus peinlichen Abstieg, den ersten überhaupt des Bundesliga-Gründungsmitglieds. © dpa
Hertha BSC: Kämpft gegen den Abstieg und das Vorurteil, dass 73-Jährige keine guten Bundesliga-Trainer mehr sind. © dpa
1. FC Kaiserslautern: Kämpft mit untauglichen Mitteln gegen den Abstieg. © dpa

“Insgesamt ist das zu wenig“, analysierte Herthas Andreas Ottl nach dem Schlusspfiff, “aber wir haben immer noch vier Spiele. Die Schlacht ist noch nicht verloren.“ Der Mittelfeldakteur unterstrich: “Wir haben viel investiert und mit Leidenschaft gespielt. Deshalb ist die Niederlage besonders bitter.“ Ottl ist sich sicher, dass es im Abstiegskampf “bis zum Ende ganz eng“ bleibt. Daher müsse man diese Schlappe nun “schnell aus den Köpfen kriegen“.

Rehhagel hatte die selbe Startelf wie beim jüngsten 0:0 in Gladbach in die “Entscheidungsschlacht“ geschickt. “Unsere Tabellensituation ist eindeutig, wir alle wissen, dass wir uns keine Ausrutscher mehr erlauben dürfen“, hatte Hertha-Präsident Werner Gegenbauer vor dem Anstoß nochmals auf die prekäre Lage seines Clubs aufmerksam gemacht. Auch Trainer-Oldie Rehhagel hatte den Abwärtstrend trotz vieler Maßnahmen und konsequenter Abschottung seines Teams nicht stoppen können - Rettung ist kaum noch in Sicht.

Auch gegen die nach der Winterpause erstarkten Freiburger lief von Beginn an alles gegen die Hausherren. Schon die erste Offensivaktion der Gäste führte zum Erfolg - und das auf kuriose Weise: Garra Dembelé brachte eine eher harmlose Eingabe vor das Berliner Tor. Hubnik lenkte den Ball vom Elfmeterpunkt unglücklich ins eigene Gehäuse - schon Eigentor Nummer zwei für den Tschechen in dieser bisherigen Berliner Katastrophen-Saison.

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Die jungen Freiburger spielten mit dem Selbstbewusstsein von 14 Punkten aus den letzten sechs ungeschlagenen Spielen frech und unbekümmert auf. Dembelé hätte nach schönem Doppelpass schon zehn Minuten nach der Führung erhöhen können, traf aber aus bester Position nur die Latte. Und gegen den durchgebrochenen Jonathan Schmid rettete Thomas Kraft mit toller Reaktion (30.).

Hertha mühte sich, trug aber sichtbar schwer an der psychischen Last, unbedingt gewinnen zu müssen. Zwar war der Willen bei den Hauptstädtern zu erkennen, ein Konzept vor allem in der Offensive aber nicht. Rehhagel beobachtete mit verschränkten Armen lange Zeit fast reaktionslos das Spiel seiner Profis, dem System und Genauigkeit fehlte. Es dauerte letztlich bis zur 44. Minute, ehe Hertha die erste Chance verbuchte: Raffael köpfte eine Freistoßflanke kläglich vorbei.

Nach der Pause intensivierten die Berliner ihre Bemühungen. In der 57. Minute kam Ben-Hatira zum Abschluss, aber Oliver Baumann parierte problemlos - das war der allererste Schuss aufs Tor der Breisgauer.

Hertha wurde stärker, verpasste bei einem Schuss von Pierre-Michel Lasogga knapp den Ausgleich - und fing sich fast postwendend Gegentor Nummer zwei ein. Im Mittelpunkt stand wieder Hubnik, der im Anschluss an einen weiten Abschlag amateurhaft in den Zweikampf mit Freis ging. Der SC-Stürmer spitzelte dem Tschechen den Ball vor der Nase weg, umkurvte Schlussmann Kraft und schob zum 2:0 ein. Das Anschlusstor kam zu spät, Hertha konnte die Pleite nicht mehr verhindern.

Von Jens Mende

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