"Wir dürfen Spieler nie alleine stehen lassen"

Rassismus: Mitspieler sollen handeln

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Danny da Costa wurde beim Gastspiel des FC Ingolstadt bei 1860 rassistisch beleidigt.

Köln - Sportsoziologe Gunter A. Pilz hat die Mitspieler rassistisch beleidigter Akteure zum handeln aufgefordert. Rassismus-Opfer Danny da Costa hatten die Rufe "sehr getroffen."

Der Sportsoziologe Gunter A. Pilz, Anti-Diskriminierungs-Beauftragter des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), fordert Mitspieler rassistisch beleidigter Profis zum Handeln auf. „Es reicht einfach nicht, wenn der angegriffene Spieler selbst reagiert“, sagte Pilz dfb.de.

Im Fall Danny da Costa (FC Ingolstadt), dessen Mitspieler Ralph Gunesch nach den üblen Beleidigungen an die Öffentlichkeit gegangen war, sei „vieles vorbildlich gelaufen, etwa dass da Costas Mitspieler so klar Position ergriffen hat, dass der Schiedsrichter eine Stadiondurchsage veranlasst hat und auch, dass der DFB unmittelbar die Ermittlungen aufgenommen hat“.

Werde ein Spieler diskriminiert und beleidigt, „dürfen wir ihn nie alleine stehen lassen“, sagte Pilz. „Sonst hätten etwa rechtsextreme Pseudofans ihr Ziel erreicht. Die Botschaft aus dem Fußball sollte klar lauten: So eine Unterstützung brauchen wir nicht.“

Trotz der Vorkommnisse erkennt der renommierte Sportsoziologe Gunter A. Pilz keine neue bedrohliche Entwicklung. "In den 80er- und 90er-Jahren hatten wir in Deutschland erheblich mehr Probleme mit Rassismus und Gewalt", sagte Pilz dem Radiosender sport1.fm. Die Qualität der Gewalt in den Fußballstadien habe allerdings zugenommen, urteilte er. "Es ist hemmungsloser und geht gegen Fans und auch Ordnungskräfte und Polizei."

Da Costa (20), dunkelhäutiger deutscher U21-Nationalspieler, war während des Zweitligaspiels bei 1860 München am Sonntag (0:1) von Zuschauern rassistisch beschimpft worden.

Gegenüber dem Sportradio Sport1.fm sagte Danny da Costa: "Es gab von der Gegentribüne ständig Affenlaute und sonstige rassistische Bemerkungen aufgrund meiner Hautfarbe. Deshalb habe ich den Schiedsrichter darauf hingewiesen. Nach der Stadiondurchsage wurde es um einiges ruhiger, deswegen war es der richtige Schritt, auf den Schiedsrichter zuzugehen."

Es sei für ihn "das erste Mal, dass so etwas vorgefallen ist. Das hat mich schon sehr überrascht und hat mich auch sehr getroffen, dass es solche Vollidioten gibt. Ich bin in Deutschland aufgewachsen, habe letzte Woche mein erstes Länderspiel für die U21 gemacht und auch die deutsche Nationalhymne mitgesungen, was für mich selbstverständlich ist!"

Die Löwen-Akteure seien ihm auch zur Seite gesprungen: "Die Spieler von 1860 sind während des Spiels auch zu mir gekommen und haben gesagt, dass ich diese Leute nicht ernst nehmen soll. […] Ich habe jetzt mal eine Nacht darüber geschlafen, kann das gut einordnen, versuche das auszublenden und werde mich weiter auf das Sportliche konzentrieren."

SID/pm/fw

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