Brasilien Confed-Cup-Sieger

Pressestimmen: "Spanien vom Platz gefegt"

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Brasilien ist Confed-Cup-Sieger 2013

Rio de Janeiro - Eine solche Niederlage hat Spanien seit Jahrzehnten nicht erlebt. Entsprechend enttäuscht reagierten die Welt- und Europameister auf die Demütigung im Maracanã. Auch die Presse findet klare Worte.

Der traurige Blick von Iker Casillas ging ins Leere. Die Situation war für Spaniens Torwart neu, und er wollte sich partout nicht daran gewöhnen. „Es ist ein Pleite, die uns schmerzt. Jetzt müssen wir wieder aufstehen“, forderte der komplett frustrierte Kapitän der entzauberten spanischen Übermannschaft nach dem 0:3 gegen Brasilien im Confed-Cup-Finale in Rio de Janeiro. Bei drei Finalsiegen in den vergangenen fünf Jahren hatte Casillas den Siegerpokal für „La Roja“ in die Höhe halten dürfen. Diesmal wurde er ausgerechnet im legendären Maracanã mit der bedeutungslosen Fair-Play-Trophäe abgespeist.

„Das Maracaná-Stadion verschlingt den Weltmeister. Spanien wird von einem Gegner überfahren, der in jeder Hinsicht besser ist“, schrieb daheim die Zeitung „El Mundo“ und auch „Marca“ fand deutliche Worte: „Der Weltmeister erleidet im Maracaná-Stadion Schiffbruch. Bei den Spaniern ging alles schief. Das Team von Del Bosque hat nun ein Jahr Zeit, um aus der Schlappe seine Lehren zu ziehen.“

Bayern Münchnes Javi Martinez war nach 90 Minuten auf der Bank ebenfalls bedient und wollte gar nichts sagen. Spaniens Spielmacher Xavi schaute ein bisschen trotzig Richtung WM 2014. „Im nächsten Jahr wollen wir mehr Widerstand leisten“, versprach er. Die Spanier haben Erfahrungen mit Enttäuschungen beim Confederations Cup. Vor vier Jahren in Südafrika schieden sie im Halbfinale gegen die USA sensationell aus - und holten ein Jahr später den WM-Pokal. Doch die Demütigung durch Brasilien saß tiefer.

„Uns ist nichts gelungen. Alles ist nach hinten losgegangen. Mehr Intensität, mehr Rhythmus, mehr Druck, sie waren einfach besser“, sagte Xavi. Trainer Vicente del Bosque beschrieb die Lage ruhig und souverän, doch als er auf den vermeintlich überholten Stil der nach 29 Pflichtspielen erstmals wieder bezwungenen Spanier angesprochen wurde, reagierte der 62-Jährige für seine Verhältnisse fast schon ungehalten. „Wir haben eine klar definierte Spielweise. Es gibt keinen Grund, diese zu ändern, auch nicht nach einer verdienten Niederlage.“

Die Chance, als erstes Team seit Frankreich 2001 WM-, EM- und Confed-Cup-Titel innezuhaben, wurde vertan. Und die Titeljäger wissen, dass die Zeit nicht still steht. „Im Fußball lebst du nicht in der Vergangenheit. Du musst dich Tag für Tag neu beweisen“, sagte Sergio Ramos. Die Ernüchterung über die erstarkte Konkurrenz war spürbar. „Brasilien und Italien haben uns in Gefahr gebracht und viel Druck gemacht. Daraus müssen wir lernen, um die Ergebnisse wieder zu drehen“, forderte der Verteidiger von Real Madrid.

Alle Spanier hatten die Größe, die Anstrengungen des Halbfinales gegen Italien nicht als Ausrede zu missbrauchen. „Wir akzeptieren diese Niederlage. Alles andere spielt keine Rolle“, sagte del Bosque.

Es sind die Statistiken, die die Bedeutung der spanischen Schmach verdeutlichen. 52 Prozent Ballbesitz lassen ein Übergewicht vermuten, doch normalerweise verursacht das Tiki Taka Werte mit einer satten Zwei-Drittel-Mehrheit. Zweimal in Serie ohne Tor wie nun gegen Italien und Brasilien blieb Spanien zuletzt in der EM-Qualifikation im Juni 2003 gegen Griechenland (0:1) und Nordirland (0:0).

Erstmals seit dem WM-Aus 2006 beim 1:3 gegen Frankreich in Hannover kassierte Spanien drei Tore in einem Turnierspiel. Ein 0:3 in einem Pflichtspiel gab es letztmals in der WM-Qualifikation 1985 gegen Wales. Die letzte höhere Niederlage in einem Pflichtspiel - ein 1:6 - datiert gar aus dem Jahr 1950: Der Gegner hieß Brasilien. Der Spielort war das Maracanã.

Pressestimmen

GROSSBRITANNIEN:

„Daily Mail“: „Brasilien wird verrückt - Neymar inspiriert die Samba-Stars zu imposantem Sieg über Spanien“

„Guardian“: „Spanien von brillianten Brasilianern verkloppt.“

SPANIEN:

„El País“: „Der Traum von einem Spiel im Maracaná-Stadion gerät für Spanien zu einem Alptraum. Das Team von Vicente del Bosque erleidet den schwersten Rückschlag in der Amtszeit des Trainers. Für Spanien gilt es nun, aus der deutlichen Unterlegenheit zu lernen. Echte Champions erheben sich nach einem Niederschlag.“

„El Mundo“: „Das Maracaná-Stadion verschlingt den Weltmeister. Spanien wird von einem Gegner überfahren, der in jeder Hinsicht besser ist: Die Brasilianer erweisen sich als schneller, aggressiver und treffsicherer.“

„Marca“: „Brasilien setzt das Gesetz der Stärke durch. Der Weltmeister erleidet im Maracaná-Stadion Schiffbruch. Bei den Spaniern ging alles schief. Das Team von Del Bosque hat nun ein Jahr Zeit, um aus der Schlappe seine Lehren zu ziehen.“

„As“: „Spanien wurde von Brasilien vom Platz gefegt. Aber wir werden wiederkommen! Neymar bestätigt seinen Status als Weltstar.“

„El Mundo Deportivo“: „Neymar macht Spanien platt. Brasilien überfährt einen nicht wiederzuerkennenden Weltmeister und erobert den Confed-Cup. Spanien wurde schon nach anderthalb Minuten außer Gefecht gesetzt.“

ITALIEN:

„La Gazzetta dello Sport“: „Brasilien schon weltmeisterlich. Spanien zerplatzt.“

„Tuttosport“: „Super Brasilien: Spanien gestürzt.“

„Corriere dello Sport“: „Brasilien demütigt Spanien und erobert den Confederations Cup. Fred - Neymar: Samba Brasilien. Pressing und Rhythmus, was für eine Lektion für Spanien!“

„Corriere della Sera“: „Brasilien zeigt ein Spektakel, Spanien muss sich verneigen.“

„La Repubblica“: „Fred & Neymar, Brasilien im Delirium. Weltmeister Spanien mit 3:0 dominiert, danach eine große Party-Nacht.“

FRANKREICH:

„lequipe.fr“: „Brasilien stürzt den König. Seit dem Beginn seiner Vorherrschaft hat Spanien in keinem Wettbewerb einen solch rabenschwarzen Abend erlebt.“

„lefigaro.fr“: „Ein unglaublicher Sieg auf Kosten der Spanier, die den Brasilianern in allen Bereichen unterlegen waren. Das nennt man eine ideale Vorbereitung auf „seine“ Weltmeisterschaft.“

DÄNEMARK:

„Politiken“: „Weltmeister von Brasilien gedemütigt.“

NORWEGEN:

„Dagbladet“: „Spanien in Fetzen gerissen. Das Spiel erinnerte zeitweise an das Champions-League-Halbfinale des FC Bayern München gegen den FC Barcelona. “

SCHWEDEN:

„Expressen“: „Die Arena hat gekocht und die Brasilianer waren wirklich heiß. Brasilien zeigte eine wahre Machtdemonstration und metzelte die rote spanische Mannschaft nieder.“

RUSSLAND:

„Sowjetski Sport“: „Frei nach dem Muhammad-Ali-Motto "Schwebe wie ein Schmetterling, stich wie eine Biene" zeigte Brasilien im Finale eine lässige Effizienz.“

UKRAINE:

„Football UA“: „Brasilien vernichtet Spanien: Die starke und wunderschön spielende brasilianische Auswahl nahm die bereits nicht mehr so unbesiegbaren Spanier im Finale förmlich auseinander.“

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