Overath Breitner: Darum heißt dieser Profi so

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Overath Breitner (oben) wurde nach zwei deutschen Legenden benannt

Santos - In Brasilien geben Väter ihren Söhnen oft die Namen berühmter Fußballer. Overath Breitner, benannt nach zwei deutschen Fußball-Ikonen, galt als großes Talent. Derzeit stockt aber seine Karriere.

Overath Breitner da Silva Medina: Ein Südamerikaner mit einem solchen Namen ist eigentlich prädestiniert für eine große Karriere als Fußballer. Passenderweise in der Bundesliga. Overath Breitner, so heißt der 22-Jährige tatsächlich, ist auch wirklich Fußballer beim brasilianischen Pele-Klub FC Santos - wo er aber immer noch auf seinen Durchbruch wartet. Und mit Deutschland hat er eigentlich so gar nichts am Hut, Wolfgang Overath und Paul Breitner kennt er nur vom Hörensagen.

„Bei der WM habe ich erst Brasilien die Daumen gedrückt. Und nach deren Ausscheiden den Holländern“, sagt er. Die ständigen Nachfragen nach seinem ungewöhnlichen Namen nerven ihn: „Überall, wo ich hinkomme, muss ich erzählen, wie ich zu diesem Namen gekommen bin. Daran ist mein Vater schuld. Er wollte mir die Namen zweier Fußballstars geben.“

Die seltsamsten Fußballer-Namen Deutschlands

Die seltsamsten Fußballer-Namen

Hier sehen Sie eine Auswahl der merkwürdigsten Spielernamen. Entweder sie wecken seltsame Assoziazionen, oder aber sie sind schwierig auszusprechen. Auch die Fans stellen manche Namen auf eine harte Probe, hier sehen Sie ein Banner mit dem falsch geschriebenen "Kuraniy" auf diesem Foto aus seiner Schalke-Zeit. Zugegeben: Für ihre Namen können die Leute nichts, und deswegen sollte man sich auch nicht darüber lustig machen. Aber bemerkenswert finden darf man manche Namen allemal - klicken sie sich durch! © dpa
Bekim Kastrati: Der Klassiker unter den kuriosen Namen. Als der Spieler (damals bei Fortuna Düsseldorf) sich eine schmerzhafte Verletzung an den Genitalien zuzog, stand in den Zeitungen die seltsame Überschrift: "Hoden-Riss bei Kastrati" © Getty
Alain Junior Ollé Ollé: "Olleeeee Olleeeeee Olleeeeeeeee Olleeeeeeeee", schallt es regelmäßig durch Deutschlands Stadien. Der Youngster, ehemals SC Freiburg, ist aber in den seltensten Fällen gemeint. © Getty
Kees Kwakman: Da kann man durchaus mal Hunger bekommen © dpa
Julian Schieber: Hier ist der Fall umgekehrt. Wenn die VfB-Fans "Schieber" skandieren, dann wollen sie meist nicht dem Schiedsrichter eine Wettbewerbsverzerrung unterstellen. Sie fordern schlichtweg die Einwechslung des Publikumslieblings. © Getty
Demba Ba: Sein Nachname ist fast schon vorbei, bevor er überhaupt begonnen hat © Getty
Jörg Butt: Für Deutsche klingt sein Name ganz normal - aber fragen Sie mal einen Engländer oder Amerikaner! Im Englischen bedeutet sein Nachname "Ar**h". © Getty
Jan-Ingwer Callsen-Bracker: Viel Mut zum Doppelnamen bewiesen die Eltern des Innenverteidigers. © Getty
Eric Maxim Choupo-Moting: Am kniffligsten ist wohl der erste Teil seines Nachnamens - aber auch die anderen haben es in sich. © Getty
Christopher Gäng: Der Keeper ist vielen nur durch seinen kuriosen Namen ein Begriff. © Getty
Marc Gouiffe à Goufan: Bitte einmal laut vorlesen - für Zungenschäden übernehmen wir keine Haftung! © Getty
Grafite: Grafitsch? Grafitö? Grafitschi? Grafitt? Selbst als er Torschützenkönig wurde, wusste keiner so recht, wie man den Namen des Brasilianers ausspricht. Richtig ist: "Grafitt" - oder? © Getty
Léonard Kweuke: Erst wenn man die korrekte Aussprache kennt, wird sein Name kurios: "Quäke" © Getty
Zvjezdan Misimovic: Der Vorname des Spielmachers ist so schwierig auszusprechen, dass ihn alle nur "Zwetschge" nennen. © Getty
Kristian Nicht: Stolperfallen sind Vorprogrammiert, wenn Reporter über ihn sprechen oder schreiben. © Getty
Sebastian Schindzielorz: Der Mittelfeldspieler hat schon seit Jahren seinen Spitznamen weg: Sie nennen ihn "Schnitzelhorst". © Getty
Frank Fahrenhorst: Ein Horst kommt selten allein. Neben Schnitzelhorst (siehe vorheriges Bild) gibt es in Deutschland auch einen Fahrenhorst. Manche nennen den mitunter wackligen Innenverteidiger auch despektierlich "Gefahrenhorst". © Getty
Valdet Rama: Der Wirbelwind heißt nicht nur wie eine Margarine - die Kombination aus Vor- und Nachnamen bietet noch einen Extra-Kniff. Die ergibt nämlich "Valderrama" - und so heißt das kolumbianische Fußball-Idol mit der Mega-Lockenmähne. Kein Wunder, dass auch der Hannoveraner den Spitznamen "Carlos" verpasst bekam. © Getty
Franck Ribéry : Für die meisten ist es kein Problem, den Namen des französischen Megastars auszusprechen. Für manche aber doch. Vor allem Franz Beckenbauer glänzt immer wieder durch neue Ausspracheoptionen. © Getty
Bastian Schweinsteiger: Alle Deutschen haben sich längst an den Namen des Nationalspielers gewöhnt. Wer aber wissen will, wie seltsam sich "Schweinsteiger" anhören kann, sollte mal ausländisches Fernsehen schauen. © Getty
Albert Streit: Ganz klar etwas aus der Abteilung "Nomen est omen": Der streit-bare Fußball-Profi verscherzte es sich schon mit mehreren Trainern © Getty
Sandor Torghelle: Nomen est omen? Nichts anderes würde sich der Stürmer wünschen. © Getty
Patrick Milchraum: Achtung, Schenkelklopfer! Hier sehen Sie Milchraum im Strafraum © Getty
Christian Wetklo: Ohne Worte. © Getty
Zum Abschluss noch ein paar Zungenbrecher: Nejmeddin Daghfous © Getty
Zum Abschluss noch ein paar Zungenbrecher: Valerie Domovchiyski © Getty
Zum Abschluss noch ein paar Zungenbrecher: Davidson Drobo-Ampem © Getty
Zum Abschluss noch ein paar Zungenbrecher: Daniel Gygax © Getty
Zum Abschluss noch ein paar Zungenbrecher: Vasily Khomutovsky © Getty
Zum Abschluss noch ein paar Zungenbrecher: Dorge Kouemaha © Getty
Zum Abschluss noch ein paar Zungenbrecher: Pa Saikou Kujabi © Getty
Zum Abschluss noch ein paar Zungenbrecher: Peniel Kokou Mlapa © Getty
Zum Abschluss noch ein paar Zungenbrecher: Seyi Olajengbesi © Getty
Zum Abschluss noch ein paar Zungenbrecher: Herve Oussale © Getty
Zum Abschluss noch ein paar Zungenbrecher: Shervin Radjabali-Fardi © Getty
Zum Abschluss noch ein paar Zungenbrecher: Niklas Tarvajärvi © Getty
Zum Abschluss noch ein paar Zungenbrecher: Anatoliy Tymoshchuk © Getty
Und Macchambes Younga-Mouhani. Es sind eben die Kleinigkeiten, die den Fußballfans Freude machen - und seien es nur seltsame Namen. © Getty
Steven Skrzybski: Chipski? Schrübski? Skripski? Das weiß vermutlich nur der junge Spieler von Union Berlin selbst. © getty

Es waren aber nicht irgendwelche, die der frühere Profi-Fußballer Joaquin da Silva als Namenspaten für seinen Sohn auswählte. „Bei der WM 1974 hat Deutschland hervorragend gespielt“, erklärt er: „Und Overath und Breitner sind mir besonders aufgefallen. Ich wollte immer, dass mein Sohn ein großer Fußballer wird. Und da dachte ich mir: Einen großen Namen hat er dann schon mal.“

Overath Breitner ist erst 15 Jahre nach Deutschlands WM-Triumph im venezolanischen Barcelona geboren, die beiden deutschen Mittelfeld-Strategen kannten damals nur noch die Älteren. „Meine Idole sind Ronaldinho und Zico“, sagt der Junior, dessen Bruder übrigens in Anlehnung an den früheren kroatischen Ballzauberer Robert Prosinecki da Silva Medina heißt.

Die deutschen Namensgeber können über ihren „Nachfolger“ jedenfalls schmunzeln. „Guter Name“, sagte Wolfgang Overath dem SID: „Ich wünsche dem Jungen alles Gute.“

Seine Kinder nach berühmten Fußballern zu benennen, ist in Brasilien inzwischen gute Tradition. Der frühere Stürmerstar Bebeto taufte seinen Sohn Mateus, in Anlehnung an den deutschen Rekordnationalspieler Lothar Matthäus. Bei der Copa Sao Paulo, dem wichtigsten A-Jugend-Turnier Brasiliens, spielten neulich 15 Spieler namens Romario, der im Geburtsjahr der betreffenden Nachwuchsspieler der größte Star war. Außerdem mit dabei: Rudigullithi da Silva Henrique, Lynneeker Nakamuta Paes de Albuquerque, Raikard dos Santos Soares und Roberto Baggio Araujo Bastos. Einzelne Spieler sind auch nach Musikgruppen benannt, wie beispielsweise Creedence Clearwater Couto, der beim FC Santa Cruz unter Vertrag steht.

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Overath Breitner hatte nicht nur seinen Namen als gute Voraussetzung. Er genoss eine grandiose Ausbildung. Mit neun kam er nach Brasilien und dort direkt in die Fußballschule von Paulo Cesar Carpegiani. Paraguays WM-Trainer von 1998 bildete zum Beispiel auch den Bremer Abwehrspieler Naldo oder Thiago Silva aus, der derzeit beim AC Mailand spielt.

Von dessen Camp wechselte der gebürtige Venezolaner zu Internacional Porto Alegre, wo er neben Alexandre Pato spielte. Während der heutige Milan-Star damals schon glänzte, hatte der sonnenverwöhnte Overath Breitner Probleme mit den kalten Wintern in Rio Grande do Sul. 2002 zog es den damals Zwölfjährigen deshalb nach Santos.

Von der Außenverteidigung rückte er dort, seinem Namen entsprechend, in die Mittelfeldzentrale. Overath Breitner schoss viele Freistoßtore und galt als großes Talent. 2006 schrieb Santos die Ablösesumme für den damals 17-Jährigen auf fünf Millionen Euro fest. Die Erwartungen hat er in der Folge aber nie erfüllt. Ganze 24 Spiele bestritt er bis heute für Santos, das ihn schon zweimal verlieh.

Und so ist Overath Breitner derzeit nur noch Träger eines großen Namens. Genauer gesagt sogar von zweien. Von der Bundesliga aber ist er meilenweit entfernt.

sid

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