Nach Initiative aus Deutschland

WM-Organisatoren: Fortschritte erkennbar

Köln - Katar will die Initiative des Deutschen Gewerkschaftsbundes und des Deutschen Fußball-Bundes gegen unmenschliche Arbeitsbedingungen bei Bauprojekten für die WM 2022 ins Leere laufen lassen.

Auf SID-Anfrage verwies das WM-Organisationskomitee am Freitag auf erhebliche Fortschritte, die „in den Medienberichten jedoch nicht erwähnt werden“.

Es gebe „viele positive Beispiele und Initiativen“ von staatlicher Seite, aber auch von Unternehmen. „Wir wollen keinen Schnellschuss, der zerbröselt, wenn das Rampenlicht der Medien-Welt 2023 weiterwandert, sondern wir wollen nachhaltige Veränderungen, die das Leben der Gastarbeiter in Katar verbessern“, teilte das WM-OK mit. Es sei eine Arbeiter-Charta verabschiedet worden, die Entwicklung von „Standards, zu denen sich alle Vertragspartner bekennen müssen“, stehe kurz vor dem Abschluss. Dabei stehe Katar in stetem Austausch mit Menschenrechtsorganisationen. Es sei „noch einiges zu tun“.

DGB und DFB haben den Druck auf den Weltverband FIFA massiv erhöht. Die Botschaft eines Schreibens, das am Freitag an Gewerkschaftsverbände in Ländern mit einem Sitz im FIFA-Exekutivkomitee ging, lautet: Entweder Katar handelt - oder die FIFA muss dem Wüstenstaat die WM 2022 entziehen.

„Es wird weiterhin gequält und gestorben“, sagte der DGB-Vorsitzende Michael Sommer, in Personalunion Präsident des Internationalen Gewerkschaftsbundes (IGB), der Süddeutschen Zeitung: „DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und ich haben nun verabredet, dass jeder seine Leute mobilisiert. Wir haben uns maximal sechs Wochen gegeben. Dann sichten wir die Ergebnisse unser Aktion und gehen auf die FIFA los.“

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Niersbach schreibe zudem die 25 Mitglieder im FIFA-Exekutivkomitee an. „Die FIFA soll auf die Kataris einwirken, dass sie entweder die Mindeststandards der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) garantieren und Zwangsarbeit beseitigen sowie Gewerkschaften zulassen“, sagte Sommer: „Oder ihnen wird die WM weggenommen.“

Berichte über Todesfälle und sklavereiähnliche Zustände auf WM-Baustellen hatten im September die Weltöffentlichkeit aufschrecken lassen. Innerhalb von zwei Monaten (Juni bis August) waren allein 44 Arbeiter aus Nepal gestorben. IGB-Generalsekretärin Sharan Burrow (Australien) prophezeite daraufhin im SID-Interview 4000 tote Gastarbeiter in den neun Jahren bis zur WM.

SID

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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