Rund 500 Stunden

Olympia 2014: So übertragen ARD und ZDF

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Die Experten im Olympia-Team der ARD: Kati Wilhelm , Dieter Thoma, Markus Wasmeier und Peter Schlickenrieder (v.l.)

München - Kritisch und kostengünstig soll die Olympia-Berichterstattung von ARD und ZDF sein. Das versprechen die Sender und zeigen dank des zusätzlichen Online-Angebots deutlich mehr Bilder.

Update: Die Olympischen Winterspiele sind vorbei. Der Sommer ist da - und mit ihm auch das nächste sportliche Großereignis: Die Leichtathletik-EM 2014. Auch hier teilen sich die ARD und das ZDF die Übertragung der Wettkämpfe. An welchem Tag was wann bei welchem Sender läuft, erfahren Sie in unserem TV- und Live-Stream-Guide zur Leichtathletik-EM.

WM 2014: Alle Spiele im Gratis-Live-Stream und Free-TV bei ARD / ZDF: Sendeplan

Die Olymischen Winterspiele 2014 in Sotschi - ARD und ZDF haben sich viel vorgenommen. Die beiden öffentlich-rechtlichen TV-Sender wollen von Olympia so umfangreich berichten wie noch nie bei Winterspielen und dabei besonders kritisch sein. Zugleich versprachen das Erste und das Zweite am Dienstag bei der Vorstellung des Programms in München, kräftig zu sparen.

Olympia: Was wann wo im Free-TV läuft

Olympia-Fans dürfen sich auf jeden Fall freuen. Sie können aus Sotschi noch mehr bewegte Bilder sehen als vor vier Jahren in Vancouver. ARD und ZDF übertragen fast 740 Stunden aus Russland. 240 Stunden zeigen die beiden öffentlich-rechtlichen Sender im klassischen Fernsehen. Zusätzlich werden im Internet vier Livestreams angeboten. Das Online-Angebot umfasst rund 500 Stunden.

"Oberste Priorität hat wie bei allen Sportgroßereignissen die Live-Berichterstattung", lautet die Devise der öffentlich-rechtlichen Sender. "Das ist ein Sportereignis, wir wollen den Zuschauern Freude machen", sagte ZDF-Chefredakteur Peter Frey.

"Auch die Kehrseiten der Medaillen präsentieren"

ARD und ZDF sicherten bei der Vorstellung ihres Programms jedoch zu, "auch die Kehrseiten der olympischen Medaillen" zu präsentieren: "Die Missachtung der Rechte von Minderheiten, die mögliche Überwachung von Athleten, Umweltskandale, Kostenexplosion und Gigantismus, Korruption, Doping." Diese Themen sollen "im Fokus einer kritischen Begleitberichterstattung" stehen.

"Wir werden Olympia nutzen, mikroskopisch genau hinzuschauen", kündigte ARD-Programmdirektor Volker Herres an. "Wir wollen die große Aufmerksamkeit nutzen, um auch den Spot auf solche Dinge zu richten." Herres betonte allerdings auch: "Wir wollen nicht die Freude am Sport vergällen. Im Zentrum steht der Sport und die Freude am Wettbewerb."

ZDF-Chefredakteur Peter Frey forderte: "Wir dürfen uns nichts vormachen lassen. Für 14 Tage kann man Budenzauber machen." Zumindest im Vorfeld halten die Sender Wort und schreiben - für einen Pressemitteilungs-Text ungewohnt deutlich formuliert - von "brachial platzierten" Spielen und: "Unter teils fragwürdigen Umständen" wurden an der Küste und in den Bergen Anlagen "aus dem Boden gestampft".

Sender wollen sparsam sein

Wenn ARD und ZDF schreiben, "Geld scheint keine große Rolle zu spielen", gilt das für die Olympia-Organisatoren. Die Sender selbst wollen dagegen sparsam sein. Sie versprechen zumindest "die konsequente Nutzung von Synergien im personellen und technischen Bereich" sowie "eine intensive Zusammenarbeit bei Organisation und Logistik".

Für die Moderation teilen sich die Sender erstmals ein Studio. Der Glaswürfel steht im Olympic Parc von Sotschi und nicht - wie bisher üblich - im International Broadcasting Center (IBC). Ein gemeinsames Mini-Studio nutzen die Sender zudem im "Deutschen Haus" in den Bergen. "Das Ziel, über Synergien die Kosten zu senken, wurde klar erreicht", versichern die Sender, wollten aber keine genaue Zahlen nennen.

Unter zehn Millionen Euro sollen die Ausgaben für die Berichterstattung von den Winterspielen pro Sender liegen. Im Vergleich zu den Fernsehrechten, die für Sotschi und die Sommerspiele in Rio 2016 geschätzte 110 Millionen Euro betragen, ist das ohnehin der kleinere Teil.

dpa

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