Mitleid mit Ex-Coach

Frankfurt-Profi: „Kovac tut uns allen leid“

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Kann Niko Kovac beim FC Bayern das Ruder noch herumreißen?

Für Niko Kovac läuft es beim FC Bayern derzeit nicht so richtig. Ein ehemaliger Spieler aus Frankfurt verrät, dass Kovac den Frankfurtern leid tue.

  • Nach sieben Siegen in den ersten sieben Pflichtspielen hat sich beim FC Bayern der Schlendrian eingeschlichen, der Motor des Rekordmeisters stottert.
  • Schwache Auftritte und Punktverluste in Bundesliga und Champions League führten zu Kritik an Team und Trainer.
  • Niko Kovac hatte zu Saisonbeginn das Trainer-Amt beim FC Bayern übernommen, er war von Eintracht Frankfurt gekommen.

Frankfurter Kapitän Marco Russ: „Kovac tut uns allen leid“

News vom 18. November 2018, 13.20 Uhr: Der Frankfurter Spieler Marco Russ verriet Spox und Goal am Rande des Benefizspiels „Game of Champions“ von Ronaldinho, dass die Frankfurter mit ihrem Ex-Coach mitleiden würden: „Es wird viel durch die Medien aufgebauscht. Ich bin schon lange genug im Geschäft und weiß: Was Uli Hoeneß sagt, hat Gesetz. Wenn er sagt, er verteidigt den Trainer bis aufs Blut, dann wird das auch so sein.“ Der Kapitän der Frankfurter findet, dass die derzeitige Situation für Kovac sehr schade sei. „Er tut uns natürlich allen leid. Wir haben eine super Beziehung zu ihm aufgebaut,“ gab Russ preis.

Frankfurt-Profi verrät: Stärke von Kovac bei der Eintracht wird zur Schwäche beim FC Bayern

News vom 15. November 2018, 16.30 Uhr: Nicht einmal FC-Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic wusste eine Antwort auf die Frage, warum es beim deutschen Rekordmeister derzeit eher stottert als flutscht. Die Antwort liefert nun wohlmöglich ein anderer: Sébastien Haller von Eintracht Frankfurt vergleicht im Interview mit Sky seinen Ex-Coach und jetzigen Bayern-Trainer Niko Kovac mit Adi Hütter, dem neuen Mann an der Seitenlinie bei den „Adlern“. 

Im Vergleich zu Kovac sei Hütter „etwas entspannter“, man habe etwas weniger Druck als noch in der letzten Saison, meint Haller. Zudem sei die Spielweise deutlich offensiver. Kovac hingegen habe immer „ein bisschen mehr Kontrolle“ haben wollen: „Gerade physisch hat er sehr hohe Ansprüche und wollte, dass wir fit sind. Daran haben wir viel gearbeitet. Taktisch legt er viel Wert darauf, dem gegnerischen Team seine Stärken zu nehmen." 

Besteht also Niko Kovacs Taktik mehr im Zerstören des gegnerischen Spiels denn im Gestalten? Zumindest lässt dies auch die Statistik vermuten. In der letzten Saison hatte der FC Bayern zu diesem Zeitpunkt ganze sieben Tore mehr auf der Haben-Seite. Und das, obwohl es zwischendurch unter Carlo Ancelotti ebenfalls ordentlich kriselte. 

Auch wer sich derzeit die Spiele des FCB anschaut, muss zu dem Schluss kommen: Die Spielweise in der Offensive wirkt oft einfallslos und ohne jegliches Tempo. Bleibt die Frage, ob Kovac und die Spieler des FC Bayern im Laufe der Saison doch noch zueinander finden.

FC-Bayern-Maulwurf: Jetzt gibt es eine drastische Forderung - Effenberg stärkt Kovac

News vom 10. November 2018, 13.07 Uhr: Das Maulwurf-Thema beim FC Bayern beschäftigt weiterhin die Fans und Experten. Auch Stefan Effenberg. Er stellt im Interview mit Sportbuzzer eine drastische Forderung. „Sollte es tatsächlich einen oder mehrere Maulwürfe geben, wäre das katastrophal für die Mannschaft. Ich würde bei solchen Spielern – egal bei welchem Klub – knallhart durchgreifen und sie rausschmeißen. Das ist ein absolutes No-Go“, poltert Effenberg. Sollte also tatsächlich jemand Interna ausplaudern, fordert Effenberg dessen sofortigen Rauswurf.

Niko Kovac hingegen bekommt von Effenberg den Rücken gestärkt: „Kovac macht nicht viel verkehrt, man muss aus meiner Sicht auch mal an die Spieler appellieren. Wenn ein Spieler mal nicht an seine Leistungsgrenze kommt, okay. Aber wenn es fünf, sechs sind, wird es auch für Bayern schwer.“ 

FC Bayern: Kovac rätselt und verspricht sich - gibt mehrere undichte Stellen?

News vom 08. November 2018, 9.00 Uhr: War es ein Versprecher oder weiß Niko Kovac in dieser Angelegenheit schon mehr, als er zugeben möchte? Nach dem 2:0-Erfolg in der Champions League über AEK Athen wurde der Bayern-Trainer von den Reportern auch über die Stimmung in der Mannschaft und bezüglich der Interna, die immer wieder den Weg aus der Kabine an die Öffentlichkeit finden, gefragt. Eine Bemerkung ließ dabei aufhorchen.

„Sie werden lachen, aber das Klima in der Mannschaft ist sehr gut“, meinte Kovac zunächst gegenüber Sky. „Dass immer wieder Sachen rauskommen, das ist ja nicht nur Bayern-like. Es gibt ja in anderen Klubs genau dasselbe. Ich finde das nicht gut und bin der Meinung, dass man das abstellen sollte. Ich weiß nicht, welchen Nutzen derjenige oder diejenigen haben.“

So weit, so gut, doch dann wird Niko Kovac etwas überraschend präziser, korrigiert sich aber umgehend. „Wenn sie die beiden ... ach die beiden sage ich schon. Das war ein Versprecher. Wenn sie denjenigen erwischen, dann geben sie mir vielleicht Bescheid und ich spreche mal mit ihm.“ 

Sky-Reporter Patrick Wasserziehr wollte auf dem Versprecher nicht herumreiten, dennoch stellt sich die Frage: Weiß Kovac bereits mehr?

Kovac: „Mich lässt das kalt, ich bin ruhig“

Der FC Bayern mit seinem Patron Uli Hoeneß (66) gibt sich gerne als große Familie. Wie es um deren Zusammenhalt bestimmt ist, ließ Niko Kovac vor dem Athen-Spiel durchklingen. „In der Geschichte gab es genug Beispiele, ob es Troja war, ob es Cäsar war. Wir müssen zusammenhalten, vom Zeugwart bis zum Trainer“, forderte der Trainer. Cäsar wurde, verraten durch Mitglieder des Senats, mit 46 Jahren ermordet, kurz bevor er gegen den Erzfeind Partha in die Schlacht ziehen konnte. Bayerns Erzfeind – Borussia Dortmund – wartet am Samstag am 11. Spieltag der Bundesliga auf den 47-jährigen Kovac, der sich durch den gestrigen Sieg ein wenig Luft verschaffte.

Wobei der Trainer nach eigenem Bekunden auch in den vergangenen Tagen frei atmete. „Druck ist in der Bundesliga normal, mich lässt das kalt, ich bin total ruhig“, sagte Kovac bei Sky. „Ich weiß nicht, was außen passiert, das ist mir auch egal. Wichtig ist für mich, was in der Mannschaft passiert.“ Genau dort hakt es allerdings, die ausnahmslose Unterstützung aller Spieler in seine Trainingsgestaltung und sein System hat Kovac längst eingebüßt. 

Lothar Matthäus war in der Saison 2006/07 als Co-Trainer beim FC RB Salzburg für den Spieler Kovac verantwortlich. „Die Leistung stimmt nicht, die Ergebnisse stimmen nicht“, sagte der Sky-Experte, der für den Rest seines Lebens „nicht mal Greenkeeper“ (Patron Hoeneß) bei den Münchnern werden wird, und stellte ein miserables Zwischenzeugnis aus. Dass Kovac an der Isar durchfallen wird, glaubt der 57-Jährige aber nicht. Im Moment sind die Bayern „hinten nicht stabil genug. Dazu kommt das Pech, dass jeder Schuss drin ist. Irgendwann hört das auf, dann wird der FC Bayern wieder andere Ergebnisse liefern“.

Balsam auf Kovacs Seele, der neben seinem Ausflug in die römische Geschichte fehlende öffentliche Unterstützung thematisierte. Der Athen-Sieg sollte „den nötigen Auftrieb“ für die Erzfeind-Partie bringen. War eher nicht der Fall, nach Verrat sah es aber auch noch nicht aus.

Bayern-Zoff wegen Maulwürfen: Kovac mit scharfer Kritik

News vom 07. November 2018, 15.30 Uhr: Mittlerweile muss Niko Kovac mit bangem Blick morgens die Zeitung aufschlagen und hoffen, dass nicht wieder interne Dinge des FC Bayern an die Öffentlichkeit getragen wurden. Wenn er denn überhaupt Zeitung liest aktuell. Immer wieder betonte Kovac, darauf zu verzichten, wenn es nicht rund läuft. Also derzeit keine Zeitung. 

Die Interna stehen trotzdem drin, was den Bayern-Coach dazu veranlasste, laut tz.de* eine Kabinen-Predigt zu halten und seine Spieler zu Diskretion und Geschlossenheit zu mahnen. Woher das bekannt ist? Mindestens einer seiner Spieler war weder diskret, noch hält er geschlossen zu Niko Kovac. Bei all den Interna weiß man schon fast gar nicht mehr, was zuerst da war: die Unruhe oder die schlechte Spielweise des deutschen Rekordmeisters. Fast so wie mit der Henne und dem Ei. 

Für den unter Druck stehenden Kovac ist das auch fast egal. Er muss jetzt liefern, und er lieferte laut tz.de* auf der Pressekonferenz vor dem Champions-League-Heimspiel gegen AEK Athen (Mittwoch, 21 Uhr, bei tz.de* im Live-Ticker) eine Predigt in Richtung FC Bayern, aber auch in Richtung Öffentlichkeit über die Notwendigkeit des Zusammenhalts. Für ihn ist klar: Gibt der Maulwurf oder die Maulwürfe keine Ruhe, wird es nur umso schwerer, aus der aktuellen Negativspirale auszubrechen. 

Niko Kovac: Steht die Mannschaft noch hinter ihm? 

Kein leichtes Unterfangen für Kovac. Kaum läuft ein Brandherd nur noch auf Sparflamme, kommt etwa ein James Rodríguez oder eine Lisa Müller um die Ecke und schüttet schnell mal etwas Öl nach. James etwa soll spanischen Berichten zufolge sogar einen Abschied vom FC Bayern schon im Winter forcieren. Auch mit Sportdirektor Hasan Salihamidzic hat es angeblich gekracht beim Kolumbianer

Lisa Müller postete, wie tz.de* nachzeichnet, ihren Frust nach dem Frust ihres Mannes munter auf Instagram, das große mediale Aufsehen gibt es dafür gratis oben drauf. Neben Thomas Müller soll Kovac angeblich auch Mats Hummels, Franck Ribéry und Arjen Robben gegen sich haben. Von derartigen Revolten an der Säbener Straße kann Ex-Bayern-Trainer Carlo Ancelotti ein Lied singen. 

All das in nur wenigen Wochen, in denen es bei den Münchnern sportlich eher stotterte als lief. Die Bayern-Kabine gleicht einem Pulverfass, schon Anfang Oktober berichtete die Bild von mieser Stimmung intern. 

Niko Kovac: Warnung vor Aktionismus, Verfall in Schlingerkurs 

Kovac betonte immer wieder, dass er nicht in Aktionismus verfallen werde. Etwas zu ändern, nur um etwas zu ändern, bewirke vieles, aber keine Besserung. Tatsächlich ist der 47-Jährige eben doch laut tz.de* in eine Art Schlingerkurs verfallen. Erst ist Thomas Müller ein „sehr, sehr wichtiger Bestandteil dieses Klubs“, um anschließend in sieben Spielen nur dreimal in der Startelf zu stehen. Ähnlich verlief es bei Jerome Boateng. 

Bei all der Berechtigung, beide aufgrund ihrer Formschwäche draußen zu lassen: Kovac muss aufpassen, dass er nicht doch in Aktionismus verfällt, muss aber gleichzeitig Veränderungen vornehmen, um den FCB endlich wieder in die Spur zu bringen. Ein Balance-Akt. 

Dass die Bayern-Oberen Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß im Sommer Kovac laut tz.de* einen zu kleinen Kader vor die Nase setzten, macht die Sache nicht gerade einfacher. Auch, dass der direkte Konkurrent um die Meisterschaft aus Dortmund derzeit wie im Rausch aufspielt, wirkt sich erschwerend auf die Lage für den Ex-Frankfurter aus. 

Niko Kovac spricht von Troja und Cäsar 

Nun zurück zur Pressekonferenz vor Athen. Fast schon passend zum kommenden Gegner zog Kovac den Vergleich zu Troja und Cäsar. Angesprochen auf die vielen Interna, die nach außen getragen wurden, sagte er: „Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob das der richtige Weg ist. Wir haben in der Geschichte genug Beispiele, ob das Troja war, ob das Cäsar war.“ 

Man muss in Geschichte nicht sonderlich bewandert sein, um zu wissen: Verrat endet selten in einem Happy End. Auch Kovac muss sich hintergangen vorkommen. Dass die Kabinengeschichten immer wieder an die Öffentlichkeit geraten, stinkt ihm gewaltig. Sein Appell: „Wir müssen zusammenhalten. Das ist der springende Punkt. Und jeder einzelne, jeder einzelne, es ist egal, ob das jetzt oben anfängt oder beim Trainer und zum Zeugwart zu den Spielern übergeht: jeder einzelne ist verpflichtet, alles zu tun, dass der Verein erfolgreich ist.“ 

Denn Niko Kovac weiß: Er braucht jetzt dringend Erfolg beim FC Bayern, und das geht nur über Geschlossenheit. Bleibt nur die Frage, ob das seine Spieler auch so sehen. 

nc

*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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