Nachfolger von Dieter Hundt

Er ist neuer Aufsichtsratschef beim VfB

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Joachim Schmidt

Stuttgart - Nach dem längst überfälligen Rücktritt von Dieter Hundt setzte der VfB Stuttgart bereits am Tag danach ein klares Zeichen und sorgte für einen Nachfolger.

Der Fußball-Bundesligist wählte Joachim Schmidt am Dienstag einstimmig zum neuen Chef des Aufsichtsrats.

„Ich sehe diese Aufgabe auch als Chance. Gemeinsam müssen wir jetzt dafür sorgen, dass der VfB Stuttgart möglichst schnell in ruhigere Fahrwasser kommt und das zweifelsohne vorhandene große Potenzial ausgeschöpft wird. Wir müssen alle daran arbeiten, dass der Verein für positive Schlagzeilen sorgt“, sagte der Nachfolger von Hundt. Schmidt, bisher „Vize“ im Aufsichtsrat, wird dem Gremium nun erst einmal bis 2014 vorstehen.

Auch Fredi Bobic hatte sich zuvor gar nicht mehr lange mit der Vergangenheit aufhalten wollen. „Die Entscheidung ist getroffen, lasst uns jetzt in die Zukunft schauen“, sagte der Sport-Vorstand des VfB nüchtern. Der Abgang des seit Monaten in der Kritik stehenden Hundt wird bei den Schwaben als positives Signal für die Zukunft gewertet.

Das Aufatmen intern ist groß. Vor allem die Wahl des neuen Präsidenten am 22. Juli soll durch den unvermeidbaren Schritt nun unbelastet vonstatten gehen. Hätte Hundt an seinem Posten festgehalten, hätte bei der Mitgliederversammlung ein Chaos gedroht - nun blicken die VfB-Verantwortlichen wieder mit größerer Zuversicht nach vorne.

Zur positiven Entwicklung soll auch ein neuer Präsident beitragen. Eine Findungskommission hat dem Aufsichtsrat am 11. Juni eine sogenannte Shortlist mit fünf Kandidaten vorgelegt. Zum Kreis der Bewerber zählen der frühere baden-württembergische Sozialminister Andreas Renner (54), der Stuttgarter Stadtrat Hans H. Pfeifer (64) und der Oberbürgermeister von Bietigheim-Bissingen, Jürgen Kessing (56). Laut Daimler-Manager Schmidt soll der Nachfolger des im April zurückgetretenen Gerd Mäuser bis Anfang Juli feststehen.

Hundt war zuletzt mehrmals öffentlich zum Rücktritt aufgefordert worden. Erst am Wochenende hatte sich sogar der VfB-Ehrenratsvorsitzende Alfred Grupp zu Wort gemeldet. Entsprechend groß war jetzt auch seine Erleichterung. „Ich freue mich über diesen Schritt. Aber es tut mir gleichzeitig auch ein bisschen leid, denn Dieter Hundt hätte einen ehrenvolleren Abschied verdient gehabt“, sagte Grupp.

Ohnehin wollte sich nach dem Abschied von Hundt (74) keiner der VfB-Verantwortlichen zu weit aus dem Fenster lehnen. So äußerten Vorstand Ulrich Ruf und Bobic offiziell, dass sie den Rücktritt „mit großem Respekt“ zur Kenntnis genommen hätten. Hundt habe den VfB seit 2002 „auf einem erfolgreichen Weg geführt“, ergänzte Ruf.

Jetzt gelte es, so Daimler-Manager Schmidt (64), „in der gesamten VfB-Familie geschlossen zusammenzurücken, um die Herausforderungen, die uns in naher und ferner Zukunft bevorstehen, gemeinsam zu meistern“.

Dem ehemaligen VfB-Profi Thomas Berthold geht der Rücktritt von Hundt alleine jedoch nicht weit genug. „Der Verein wäre gut beraten, seine Strukturen zu überdenken. Ein Komplett-Lifting wäre das Beste, damit der gesamte Filz durchgeblasen wird. Benötigt wird ein Kommunikator, der in der Lage ist, global player zu gewinnen. Beim FC Bayern hat es Uli Hoeneß vorgemacht“, sagte Berthold den Stuttgarter Nachrichten. Und Maurizio Gaudino, einst ebenfalls in Diensten des VfB, fügte an: „Jetzt müssen diejenigen, die diesen Schritt erzwungen haben, zeigen, dass sie es besser können.“

sid

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