Real, ManCity und Paris

Neue Trainer, teure Stars - Europa jagt Bayern

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Gareth Bale wechselte für rund 100 Millionen von Tottenham zu Real Madrid.

Frankfurt/Main - Von Real Madrid bis Manchester City: Europas Großvereine haben vor dem Beginn der Champions League so viel investiert wie noch nie, um Bayern München den Titel wieder abzujagen.

Die Jagd auf den FC Bayern beginnt. Mehr als 600 Millionen Euro und damit so viel wie noch nie in der Geschichte des Fußballs haben Europas Topvereine von Manchester bis Madrid in diesem Jahr in neue Stars investiert. Ihr Ziel: Die Münchener wieder vom Champions-League-Thron zu stoßen. „Ich sehe zehn bis zwölf Clubs, die in der Champions League volles Rohr angreifen werden“, sagte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge in einem „Kicker“- Interview. „Die deutschen Clubs werden sich darauf einstellen müssen, dass es wieder ein Stück schwieriger wird, als es ohnehin schon war.“

Im Vergleich zu den rund 100 Millionen, die Real Madrid für Gareth Bale gezahlt hat, oder den 57 Millionen, die dem FC Barcelona der Brasilianer Neymar wert war, sehen die Investitionen der beiden Vorjahresfinalisten aus München (Mario Götze, Thiago Alcantara) und Dortmund (Pierre-Emerick Aubameyang, Henrich Mchitarjan) tatsächlich geradezu bescheiden aus. Die neue Champions League sei „endgültig die Bühne der Besten“ geworden, schrieb die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“. Sie sei eine „WM ohne Nationalhymnen und Flaggen“.

Bale, Özil & Co.: Die weltweit teuersten Transfers des Sommers

Bale, Özil & Co.: Die weltweit teuersten Transfers des Sommers

Auch diesen Sommer war das Transferkarussel mächtig in Bewegung: Wir haben für Sie die 25 teuersten Spielerwechsel dieser Transferperiode zusammengestellt. Darunter befinden sich auch drei deutsche Nationalspieler. Bei der Höhe der Ablösesummen berufen wir uns auf transfermarkt.de. Den Anfang macht Jesús Navas. Der Flügelflitzer wechselte für 20 Mio. Euro vom FC Sevilla zu Manchester City. © dpa
Mamadou Sakho verließ kurz vor Transverschluss Paris St. Germain. Der französische Nationalspieler schloss sich für 21 Mio. Euro dem FC Liverpool an. © AFP
André Schürrle schafft es auf Platz 23. Sein Wechsel zum FC Chelsea brachte Bayer Leverkusen 22 Mio. Euro ein. © dpa
Ohne Jesús Navas wollte Álvaro Negredo (r.) wohl nicht beim FC Sevilla bleiben. Vielleicht wechselte er deshalb ebenso wie sein Teamkollege zu Manchester City. Ablösesumme: 25 Millionen Euro. © dpa
Der brasilianische Nationalspieler Bernard (r.) konnte beim Confederations Cup auf sich aufmerksam machen. Shakhtar Donetsk waren die Dienste des 20-Jährigen 25 Millionen Euro wert. © dpa
"Thiago oder nix" war die ziemlich deutliche Ansage von Bayerns neuem Trainer Pep Guardiola (l.). Dem Wunsch des Spaniers kamen die Bayern-Bosse nach und holten Thiago Alcántara (r.) für 25 Millionen Euro an die Säbener Straße. © dpa
Der AS Monaco profitiert neuerdings von seinem schwerreichen Sponsor Dmitri Rybolowlew. Der russische Milliardär ermöglichte in diesem Sommer Transferausgaben in Rekordhöhe. Insgesamt wurden 166 Millionen Euro ausgegeben. Unter anderem wurden 25 Mio. an den FC Porto überwiesen. Im Gegenzug kam Spielmacher João Moutinho. © AFP
Stevan Jovetic (l.) gilt als eines der größten Talente in Europa. Manchester City war er 26 Mio. Euro wert. Der AC Florenz musste nicht lange trauern, man holte im Gegenzug Mario Gomez vom FC Bayern. © dpa
Borussia Dortmund verlor in diesem Sommer in Mario Götze einen seiner besten Spieler an Bayern München. Sein Nachfolger ist Henrikh Mkhitaryan. Er kommt für 27,5 Millionen Euro von Shakhtar Donetsk und ist der teuerste Transfer in der Historie der Borussia. © dpa
Real Madrid hat in diesem Sommer mächtig aufgerüstet. Für das defensive Mittelfeld kam Asier Illarramendi für 30 Millionen Euro von Real Sociedad San Sebastián. © AFP
Tottenham Hotspur versucht den Abgang von Gareth Bale durch die Verpflichtung mehrerer Spieler zu kompensieren. Insgesamt investierte man in diesem Sommer 121 Mio. Euro in Neuzugänge. Allein 30 Millionen überwies man an den AS Rom für den Rechtsaußen Érik Lamela. © dpa
Isco wurde in diesem Sommer mit Spaniens U 21 Europameister. Auch auf Vereinsebene machte er den nächsten Schritt und wechselte zu einem Top-Klub. Real Madrid zahlte 30 Mio. Euro an den FC Málaga. © AFP
Der FC Valencia ist extrem hoch Verschuldet. Über 270 Millionen Euro an Verbindlichkeiten stehen zu Buche. Kein Wunder, dass man Torjäger Roberto Soldado für 30 Mio. an Tottenham verkaufte, um wirtschaftlich überlebensfähig zu bleiben. © dpa
Marquinhos ist mit seinen 19 Jahren eines der größten Innenverteidiger-Talente. Paris Saint-Germain war er sage und schreibe 31 Mio. Euro wert. Für die Franzosen kein Problem, man wird ja aus Katar gesponsert. Den AS Rom wird es freuen. © AFP
Manchester United schlug in den letzten Stunden der Transferperiode zu und verpflichtete vom FC Everton Marouane Fellaini für 32,5 Mio. Euro. © dpa
Gonzalo Higuaín tritt beim SSC Neapel die Nachfolge von Edinson Cavani an. Die Italiener überwiesen für ihn 37 Millionen Euro an Real Madrid. © AFP
Dank einer Ausstiegsklausel konnte Mario Götze für 37 Millionen Euro von Borussia Dortmund zum FC Bayern wechseln. Dadurch schaffte er es auf Platz 9 der Rangliste. © dpa
Weil der russische Sponsor finanzielle Probleme hat, stand bei Anzhi Makhachkala der Ausverkauf an. Der Brasilianer Willian wechselte für 38 Millionen zum FC Chelsea. © dpa
Fernandinho passt perfekt in das Spielsystem von Manchester Citys neum Trainer Manuel Pellegrini. Für 40 Mio. Euro konnte City ihn von Shakhtar Donetsk loseisen. © dpa
James Rodríguez wechselte gemeinsam mit Joao Moutinho vom FC Porto zum neureichen AS Monaco. Für den Kolumbianer zahlten die Franzosen 45 Millionen Euro Ablöse. © dpa
Mesut Özil verlässt nach drei Jahren Real Madrid und wechselt zum FC Arsenal. Für ihn wurden 50 Mio. Euro überwiesen. Es ist damit der teuerste Transfer eines deutschen Spielers aller Zeiten. In dieser Rangliste belegt er dadurch Rang 5. © dpa
Der FC Barcelona sicherte sich die Dienste des brasilianischen Superstars Neymar. 57 Millionen Euro wurden an den FC Santos überwiesen. © AFP
Bei Falcao rechnete man mit einem Wechsel in die englische Premier League, der FC Chelsea galt als heißer Anwärter. Er aber entschied sich für den AS Monaco, der für ihn 60 Mio. Euro an Atlético Madrid überwies. © dpa
Im letzten Sommer Ibrahimović, in diesem Sommer Edinson Cavani: Paris St. Germain hat sich für 64,5 Millionen Euro den Stürmer vom SSC Neapel geangelt. Es könnte eines der gefährlichsten Sturm-Duos Europas werden. © dpa
Auf Platz eins kann natürlich nur er stehen: Gareth Bale. Nach monatelangen Verhandlungen und täglich neuen Wasserstandsmeldungen wurde kurz vor Transferende der Wechsel des Walisers von Tottenham zu Real Madrid bekannt gegeben. Laut transfermarkt.de beträgt die Ablösesumme 91 Mio. Euro. Nachdem aber von beiden Vereinen Stillschweigen über die Höhe vereinbart wurde, halten sich weiterhin hartnäckige Gerüchte von einer Summe von bis zu 100 Millionen Euro. Damit wäre er teuerste Transfer aller Zeiten und würde Cristiano Ronaldo ablösen. Der wechselte 2009 für 94 Millionen von Manchester United zu - natürlich - Real Madrid. © dpa

Für das größte Aufsehen gesorgt und den Aufwand betrieben hat wieder einmal Real Madrid. Der Rekordgewinner des „Henkelpokals“ kaufte nicht nur für 172,5 Millionen Euro neue Spieler wie Bale, Isco, Asier Illarramendi und den Ex-Leverkusener Daniel Carvajal ein, sondern verpflichtete als einer von sieben europäischen Top-Clubs auch noch einen neuen Trainer für den Angriff auf die Bayern.

„Jeder in Madrid ist fokussiert auf den Gewinn des Europacups“, sagte der Italiener Carlo Ancelotti vor dem ersten Gruppenspiel am Dienstagabend bei Galatasaray Istanbul. „Real Madrid hat seit 2002 nicht mehr das Finale der Champions League erreicht. Das ist eine viel zu lange Zeit für einen Club dieses Formats.“

Auch der erneut für 110 Millionen Euro verstärkte französische Meister Paris St. Germain startet am Dienstag in Piräus mit einem neuen Trainer (Laurent Blanc) und einem neuen Starstürmer (Edinson Cavani) in die „Königsklasse“. Am meisten fürchtet Rummenigge allerdings einen Großangriff der Premier-League-Clubs aus Manchester (United und City) sowie London (Chelsea und Arsenal).

Von Hamann bis Ballack: Deutsche Titelgewinner in England

Von Hamann bis Ballack: Deutsche Titelgewinner in England

Dietmar Hamann, Jens Lehmann, Michael Ballack - viele deutsche Fußball-Profis versuchten und versuchen ihr Glück in der Premier League. Einige von ihnen holten sogar Titel. Am Sonntag durfte Torwart Gerhard Tremmel (MItte) mit Swansea City im Ligapokal jubeln. Die Erfolge von deutschen Spielern seit Einführung der Premier League 1992: © dpa
Stefan Beinlich (Vereine in England: 1992-1994 Aston Villa): 1994 Ligapokal © dpa
Steffen Freund (1999-2003 Tottenham Hotspur (Foto), 2003/2004 Leicester City): 1999 Ligapokal © dpa
Dietmar Hamann (1998/1999 Newcastle United, 1999-2006 FC Liverpool (Foto), 2006-2009 Manchester City): 2001, 2006 FA Cup; 2001, 2003 Ligapokal © dpa
Markus Babbel (2000-2003 FC Liverpool (Foto), 03/04 Blackburn Rovers): 2001 FA Cup; 2001, 2003 Ligapokal © dpa
Christian Ziege (1999/2000 FC Middlesbrough, 2000/2001 FC Liverpool, 2001-2004 Tottenham Hotspur Foto)): 2001 FA Cup, 2001 League Cup © dpa
Robert Huth (2002-2006 FC Chelsea, 2006-2009 FC Middlesbrough, 2009-2013 Stoke City (Foto)): 2005, 2006 Meister, 2005 Ligapokal © dpa
Jens Lehmann (2003-2008, 2011 Arsenal London): 2004 Meister, 2005 FA Cup © dpa
Michael Ballack (2006-2010 FC Chelsea): 2010 Meister, 2007, 2009, 2010 FA Cup, 2007 Ligapokal © dpa
Jerome Boateng (links, 2010/2011 Manchester City): 2011 FA Cup © dpa
Gerhard Tremmel (seit 2011 Swansea City): 2013 Ligapokal © dpa

„In jedem Fall werden die Engländer Vollgas geben, sie wollen ein großes Comeback feiern. Schließlich haben sie in der Vorsaison vom Viertelfinale an kein Team mehr dabeigehabt“, sagte der Vorstands- Chef des FC Bayern der „Welt am Sonntag“. Mit Manchester City bekommt es der Titelverteidiger bereits in der Vorrunde zu tun. Der neureiche Club eines Scheichs aus Abu Dhabi gilt nach der Verpflichtung des hoch angesehenen chilenischen Trainers Manuel Pellegrini sowie der beiden spanischen Nationalspieler Jesus Navas und Alvaro Negredo vielleicht sogar als stärkster englischer Vertreter.

Besonders gewarnt sind die Bayern vor ihrem Dauerrivalen: dem FC Chelsea mit seinem alten und neuen Coach José Mourinho und dem immerhin auch für mehr als 20 Millionen Euro hinzugekauften deutschen Angreifer Andre Schürrle. Im europäischen Supercup-Finale in Prag habe man die große Motivation der Premier-League-Clubs im Allgemeinen und des FC Chelsea im Besonderen schon gespürt, meinte Rummenigge: „Sie wollen sich von der Bundesliga nicht das Wasser abdrehen lassen.“

Mourinho selbst hat die Champions League bereits mit Inter Mailand und dem FC Porto gewonnen. Dieser Pokal ist immer sein größtes Ziel - wo auch immer er gerade arbeitet. „Das ist ein Wettbewerb mit einer ganz speziellen Aura, er hat etwas Magisches“, sagte der Portugiese. „Jeder will das Eldorado des Fußballs erreichen.“

dpa

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