Nach französischem Pokalfinale

Neue Sicherheitsbedenken vor Fußball-EM in Frankreich

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Polizisten vor dem "Stade de France" in Paris.

Paris - Nach den Anschlägen von November 2015 sollen neue Sicherheitsvorkehrungen das Stade de France schützen. Doch die Generalprobe beim französischen Pokalfinale wurde verpatzt.

Drei Wochen vor Beginn der Fußball-EM in Frankreich haben Zwischenfälle bei einem Spiel im Pariser Stade de France neue Sicherheitsbedenken geweckt. Der zuständige Präfekt Philippe Galli musste am Montag einräumen, dass die Sicherheitsvorkehrungen beim französischen Pokalfinale am Samstagabend "an manchen Stellen nachgegeben" hätten. Trotz verschärfter Eingangskontrollen hatten Fans unter anderem Rauchbomben ins Stadion schmuggeln können.

Nach den islamistischen Anschlägen von Paris vom 13. November befürchten die Behörden neue Attacken bei der Fußball-EM vom 10. Juni bis 10. Juli. Stadien und Fanzonen sollen deswegen mit drastischen Sicherheitsvorkehrungen geschützt werden. 

So wurde um das Stade de France in der Pariser Vorstadt Saint-Denis, das am 13. November von drei Selbstmordattentätern attackiert worden war, ein neuer, rund zwei Meter hoher Zaun errichtet, um zusätzliche Eingangskontrollen zu ermöglichen. Bei der Vorstellung der neuen Sicherheitsmaßnahmen hatte Präfekt Galli betont: "Niemand kommt in dieses Stadion, ohne von Kopf bis Fuß durchsucht und abgetastet worden zu sein." 

Sicherheitspanne beim Pokalfinale

Während des Pokalfinals zwischen Paris Saint-Germain und Olympique de Marseille am Samstagabend zündeten Fans aber Rauchbomben an, außerdem wurden Flaschen und Plastikrohre entdeckt, die eigentlich nicht ins Stadion gedurft hätten. Galli musste am Montag im Sender Europe 1 einräumen, dass nicht alle Fans systematisch abgetastet worden seien. Außerdem hätten Besucher sich Gegenstände über den neuen Zaun gereicht. 

Der Präfekt versprach Nachbesserungen bei den Sicherheitsvorkehrungen. Innenminister Bernard Cazeneuve berief für Montag eine Sitzung mit Verantwortlichen ein, um Konsequenzen aus den Vorfällen zu ziehen. 

Kritik wurde auch daran laut, dass es an dem neuen Zaun nur vier Durchgänge gibt. An einem der Zugänge habe es am Samstagabend einen "massiven Menschenauflauf" gegeben, was die Sicherheitskräfte überfordert habe, sagte Galli. 

Der Chef der oppositionellen Zentrumspartei UDI, Jean-Christophe Lagarde, kritisierte die vier Zugänge als "Engpässe", an denen sich tausende Menschen ansammeln könnten. "Wenn sie Selbstmordattentäter an diesen vier Zugängen haben, können Sie sich die Panik vorstellen?" Das Sicherheitskonzept für die Europameisterschaft müsse "komplett" überdacht werden. Während der Fußball-EM werden sieben Partien im Stade de France bestritten, darunter das Eröffnungsspiel Frankreich-Rumänien und das Finale.

afp

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