Ausbilder Frank Wormuth

Geschmackloser Satz zu Behindertem beim DFB

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Trainerausbilder Frank Wormuth.

Frankfurt/Main - Trainerausbilder Frank Wormuth arbeitet nach einer diskriminierenden Aussage gegenüber einem behinderten Lehrgangsteilnehmer auf Bewährung beim Deutschen Fußball-Bund (DFB).

Das erklärte DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock, der einen Bericht der Sport Bild über den Vorfall vom Oktober 2012 bestätigte.

„Nachdem uns der Vorgang bekannt wurde, habe ich ein Gespräch mit Frank Wormuth geführt und ihm deutlich gemacht, dass ein solcher Satz absolut inakzeptabel ist und im Wiederholungsfall klare Konsequenzen nach sich ziehen würde“, sagte Sandrock.

Wie die Sport Bild am Mittwoch berichtete, hatte Wormuth den gebürtigen Libanesen Mohamad Yassine (48), dem nach einem tragischen Unfall als Jugendlicher in seiner Heimat Beirut beide Unterarme amputiert werden mussten, verbal diskriminiert. Wormuth hat dies eingestanden. „Er hat bedauert, dass er sich im Ton vergriffen hat“, äußerte Sandrock. Dem Bericht zufolge fiel der Satz: "Du bist nur hier, weil Zwanziger (Ex-DFB-Präsident, Anm. d. Red.) keine Eier hat und einen Behindertenplatz geschaffen hat."

„Herr Wormuth hat mich diskriminiert, mir meine Würde genommen“, lautet der Vorwurf des 48-jährigen Libanesen, dem als Jugendlicher nach einem Unfall beide Unterarme amputiert werden mussten. Dass Yassine bei der Abschlussprüfung durchgefallen ist, hat laut Sandrock aber nichts mit dem Vorfall zu tun. Unter anderem habe der Prüfungsausschuss bestätigt, „dass die fachliche Bewertung von Herrn Yassine korrekt gelaufen ist.“

Yassine verlor als Zwölfjähriger nach einem Unfall beide Unterarme und versuchte seit 2006, einen Ausbildungsplatz zum Lizenztrainer zu erhalten. 2009 wandte er sich schriftlich an den damaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger. Dieser bescheinigte ihm, dass „ethnische Zugehörigkeit und körperliche Behinderungen keine Zulassungsbarrieren“ sind. Per Anwalt sicherte sich der Libanese - ohne Eignungstest - als erster Behinderter einen Platz im Lehrgang 2012/2013. Bei der Abschlussprüfung fiel Yassine in Theorie und Praxis sowie in der Nachprüfung durch.

Yassines Zimmergenosse bei den Lehrgängen, der frühere Profi Otto Addo, sagte über den Libanesen, dass dieser „kein einfacher Typ“ sei. „Er ist schon einer, der auch aneckt“, erklärte Addo, der Zeuge des Vorfalls am 21. Oktober 2012 war.

Der frühere Nationalspieler Ghanas lobte die Fachkompetenz von Wormuth. „Er hat großes Fachwissen, ich habe viel von ihm gelernt.“ Auch der DFB ist weiter von den Qualitäten des seit 2008 für die Ausbildung der Lizenztrainer verantwortlichen Wormuth überzeugt. „Der Prüfungsausschuss bestätigt, dass die fachliche Bewertung von Herrn Yassine korrekt gelaufen ist“, sagte Sandrock.

Ausgestanden ist die Affäre nach Angaben der Sport-Wochenzeitung für Wormuth aber noch nicht. Yassine soll den Chefausbilder wegen Beleidigung und Ehrverletzung auf Schadenersatz in Höhe von 2000 Euro verklagt haben.

sid/dpa

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