Offensivmann als Mahner

Müller: "Das war wie eine kleine Sirene"

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Thomas Müller im Winter-Trainingslager

München - Bayern München will zu Beginn der Rückrunde bei Borussia Mönchengladbach gleich ein deutliches Ausrufezeichen setzen. Thomas Müller appelliert an das Team.

Der Bundesliga droht die völlige Langeweile, doch Bayern München ist dies so ziemlich egal. Der gierige Rekordmeister will trotz einiger Personalsorgen der Konkurrenz schon zum Start der Rückrunde zeigen: Der Meistertitel 2014 ist bereits fest vergeben. „Wir dürfen keine Hoffnungen aufkommen lassen“, betonte Nationalspieler Thomas Müller vor der Partie am Freitag (20.30 Uhr/ARD und Sky) bei Borussia Mönchengladbach. Für die Verfolger müsse weiter gelten: „Da ist nichts zu holen.“

15 Monate liegt die letzte Niederlage (28.10.2012 1:2 gegen Leverkusen) des Triple-Siegers in der Liga zurück. 41 mal blieb der FC Bayern seitdem ungeschlagen - und das soll auch so bleiben.

„Mir wurde gesagt, dass wir von 23 Spielen in Gladbach nur drei gewonnen haben. Das ist eine große Information für mich“, erinnerte Bayern-Coach Pep Guardiola sein Team einen Tag vor dem Auftaktspiel. „Das wird schwierig in Gladbach. Das wird ein großer, großer Test für uns, um zu sehen, was bei uns in der Winterpause passiert ist.“

Bastian Schweinsteiger und Javier Martínez fallen aus, fraglich ist auch Franck Ribéry. „Er hat Schmerzen in den Beinen“, sagte Guardiola am Donnerstag. „Ich weiß nicht, ob er morgen spielen kann oder nicht.“ Immerhin kann wohl Kapitän Philipp Lahm nach einer Kniereizung auflaufen. „Das ist wichtig für uns“, betonte Guardiola.

Egal, wer beim in der Bundesliga noch ungeschlagenen Starensemble am Freitag auflaufen kann, eine Blöße will sich der Rekordmeister nicht geben. „Wir haben eine super Ausgangsposition“, sagt Sport-Vorstand und Dauer-Mahner Matthias Sammer. „Trotzdem wird es eine schwere Rückrunde. Wir müssen sofort da sein.“ Ins gleiche Horn stößt Nationalspieler Jérome Boateng. „Viele sagen, die Bayern sind schon weg. Aber davon dürfen wir uns nicht einlullen lassen. Wir müssen weiter Gas geben.“

Am besten sofort. „In der Hinrunde haben wir die Tür für die Verfolger zugemacht, jetzt müssen wir es schaffen, dass sie auch zu bleibt“, fordert Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Doch Guardiola baut vor der Partie beim Tabellendritten schon einmal vor: „Früher oder später werden wir verlieren. Ich hoffe, so spät wie möglich.“ Die kommenden sechs, sieben Bundesliga-Partien seien für die Meisterschaft vorentscheidend. „Wir können einen großen Schritt nach vorne machen, um den Meistertitel zu verteidigen.“

Da könnte selbst das Negativ-Erlebnis beim 0:3 im Testspiel bei Red Bull Salzburg hilfreich sein. „Das war natürlich wie eine kleine Sirene, dass es nicht von alleine geht“, sagt Müller. Rummenigge setzt auf die heilsame Wirkung der unerwarteten Pleite: „Ich bin nicht unglücklich über diese Niederlage, mir war das alles bislang zu schön und zu kuschelig“, betonte er - und legte am Donnerstag im „Kicker“ nach: „Diese Saison ist kein Selbstläufer.“

Der Rekordmeister liegt mit 44 Punkten derzeit bei einem Spiel Rückstand bereits deutlich vor seinen Verfolgern Leverkusen (37), Gladbach (33) und Dortmund (32). Trotzdem sind die Bayern gewarnt, besonders nach der missratenen Generalprobe (0:3 in Salzburg). „Das war eine gute Lehre für uns. Wir haben gesehen, was passiert, wenn wir keine gute Mentalität zeigen“, meinte Guardiola. Und Müller ergänzte: „Wir müssen aus der Urlaubsstimmung raus. Auch der angeblich übermächtige FC Bayern kriegt nichts geschenkt.“

„Wir müssen sie so versuchen zu ärgern und so bespielen, dass sie Fehler machen, unruhig werden und nicht in ihren Spielfluss kommen“, sagte Sportdirektor Max Eberl. Zum Rückrundenstart 2011/12 reisten die Münchner ebenfalls als Herbstmeister zum ersten Spiel nach der Winterpause nach Gladbach. Sie verloren nicht nur 1:3, sondern am Ende auch die Meisterschaft. „Sie wissen, dass es für sie in den vergangenen Jahren in Gladbach nie leicht war. Sie kommen mit Respekt“, sagte Eberl.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Gladbach: Ter Stegen - Korb, Stranzl, Alvaro Dominguez, Wendt - Kramer, Xhaka - Herrmann, Arango - Raffael - Kruse. - Trainer: Favre

München: Neuer - Rafinha, Boateng, Dante, Alaba - Lahm - Müller, Thiago, Kroos, Ribery (Götze) - Götze (Mandzukic). - Trainer: Guardiola

Schiedsrichter: Gagelmann (Bremen)

sid/dpa

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