Chelsea-Trainer sauer

Özil-Treffer reicht Arsenal nicht - "Mou" kocht

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Mesut Özil (2.v.l.) traf zum 1:0 für Arsenal.

Arsenal hat trotz eines Özil-Tores die Chance verpasst, in der Premier League auf sieben Punkte zu enteilen. Sorgen haben indes die Trainer Moyes und Mourinho.

Trotz eines späten Treffers von Mesut Özil hat Spitzenreiter FC Arsenal in der englischen Premier League noch zwei Punkte aus der Hand gegeben. Nur vier Minuten nach dem Führungstor durch den deutschen Fußball-Nationalspieler glich der FC Everton am Sonntag in der 84. Minute zum 1:1 (0:0)-Endstand aus. Doch auch mit der Punkteteilung konnte die Mannschaft der drei deutschen Nationalspieler Özil, Per Mertesacker und Lukas Podolski den Vorsprung aufgrund der Patzer der Konkurrenz auf fünf Zähler ausbauen.

So führt Arsenal die Liga nun mit 35 Zählern vor dem FC Liverpool (30), dem FC Chelsea (30) und Manchester City (29) an. Der Spitzenreiter profitierte davon, dass die bislang härtesten Verfolger am 15. Spieltag ebenfalls Punkte abgaben. Chelsea unterlag bei Stoke City 2:3 (1:1), Manchester City kam beim FC Southampton nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus. Dies nutzte der FC Liverpool, der 4:1 (1:0) gegen West Ham United gewann, zum Sprung auf Platz zwei.

ManU verliert schon wieder

In einem intensiven Spiel im Emirates-Stadion war bis zur letzten Sekunde alles offen. Kurz vor dem Abpfiff klatschte ein fulminanter Schuss von Arsenal-Stürmer Olivier Giroud ans Lattenkreuz. Doch auch Everton, das durch den kurz zuvor eingewechselten Gerard Deulofeu zum Ausgleich kam (84.), hatte gute Chancen. Bester Spieler war Evertons 19 Jahre alter Mittelfeldspieler Ross Barkley.

Ein Talent, das Manchester United derzeit gut zu Gesicht stehen würde. Der Meister unterlag 0:1 (0:0) gegen Newcastle United. Coach David Moyes erklärte nach der zweiten Heimpleite des Rekordmeisters innerhalb von vier Tagen, dass seine Mannschaft „am Ende der Saison nah an der Spitze sein“ werde. Mit dieser Meinung stand der Nachfolger von Sir Alex Ferguson ziemlich alleine da. Zum ersten Mal seit elf Jahren musste ManUnited im Old Trafford zwei Niederlagen in Serie hinnehmen. Die Champions von Sir Alex sind unter dem neuen Trainer ein gewöhnliches Team geworden.

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Die Medien haben das Feuer auf Moyes eröffnet. Der Coach überzeuge niemanden mit seiner Mittelmäßigkeit, meinte der „Mirror“ nach Pleite Nummer fünf. „Moyes behauptet, ManU sei im Umbruch - ja, von Champions zum Durchschnitt“, schimpfte die „Sun“.

Und auch das Old Trafford hat seinen Schrecken verloren. Bisher hat ManUnited dort bereits 13 Zähler abgegeben - vier mehr als in der gesamten vergangenen Saison. West Brom Albion feierte dort den ersten Sieg seit 35 Jahren, Everton war vor dem 1:0-Sieg 21 Jahre und Newcastle sogar seit 41 Jahren im „Theater der Träume“ nicht mehr als Sieger vom Platz gegangen. Zudem hat Manchester zu Hause bisher weniger Tore geschossen als Schlusslicht FC Sunderland. Angesichts dieser Fakten gaben die Medien Moyes einen Tipp mit auf den Weg: Er solle nicht vom Titel träumen, sondern sich eher um die Champions-League-Qualifikation sorgen.

Auch Chelsea-Coach Jose Mourinho schlich nach der dritten Niederlage der Blues enttäuscht vor die TV-Kameras. Auch die tolle Leistung des deutschen Nationalspielers André Schürrle konnte ihn nicht aufheitern. Der Ex-Leverkusener erzielte zwei Treffer. Mourinho meinte: „Wir sind in Schwierigkeiten“. Es klemmt vorne und hinten. Zum ersten Mal seit 1999 mussten die Blues in zwei Spielen in Serie drei oder mehr Gegentreffer hinnehmen.

Und auch die Stürmer haben Ladehemmung. Samuel Eto'o, Fernando Torres und Demba Ba kommen trotz vieler Chancen bisher gemeinsam nur auf vier Tore. Halb so viele wie der an Everton verliehene Romelu Lukaku alleine erzielt hat. „Mou“ ist ratlos. Er wisse nicht, wie er dieses Problem lösen solle, gab er zu.

Wie groß die Wertschätzung für Schürrle ist, bewies Mourinho auf der Pressekonferenz. Nachdem er gefragt wurde, warum er den offensiven Mittelfeldspieler in der 70. Minute ausgewechselt habe, antwortete der 50-Jährige angefressen: „Er war an der Wade verletzt. Ich bin doch nicht doof und hole ihn sonst raus.“

dpa/sid

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