Auffallend unscheinbar

Luiz Gustavo: Trainer mit symbolträchtiger Panne

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Luiz Gustavo (r.) im Selecao-Dress

Fortaleza - Luiz Gustavo ist auch beim Confederations Cup auffallend unscheinbar. Dem französischen Star-Trainer Gerard Houllier unterlief eine symbolträchtige Panne.

Auffällig unscheinbar: Luiz Gustavo ist mit seinem makellosen Auftritt beim Confed-Cup-Start gegen Japan selbst den FIFA-Spielbeobachtern ins Auge gefallen. Als der französische Star-Trainer Gerard Houllier von der „Technical Study Group“ des Fußball-Weltverbandes sein Lob über den Mittelfeldakteur von Bayern München ausschüttete, stockte er jedoch kurz und fragte in die Journalistenrunde: „Die Nummer 17 von Brasilien, wie heißt er noch?“

Luiz Gustavo Dias, 25 Jahre alt, geboren in dem für europäische Zungen kaum aussprechbaren Pindamonhangaba im Dunstkreis Sao Paulos und im Team von Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari neben Paulinho der Abfangjäger vor den beiden Innenverteidigern. „Er hat das gegen Japan hervorragend gemacht“, lobte Houllier, der die Spiele bei der „Mini-WM“ unter taktischen und technischen Gesichtspunkten für den Weltverband sichtet und aufarbeitet.

Am Mittwoch beim zweiten Gruppenspiel gegen Mexiko (21.00 Uhr/ARD und Sport1) sind seine Fähigkeiten wieder gefragt. Energisch den Ball erobern, dann in Ruhe und ohne Risiko den nächsten Spielzug einleiten. „Er macht das Beste aus dem, was wir ihm auf den Weg geben, vor allem in taktischer Hinsicht“, sagte Scolari anerkennend.

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In Zahlen ausgedrückt: 55 Zuspiele ohne einen einzigen Fehlpass, neun Balleroberungen und dabei nur ein Foul gegen Japan. „Es mag ja sein, dass der brasilianische Fan mich nicht gut kennt, aber ich spiele in einem großen Klub, bestreite wichtige Wettbewerbe, und das gibt mir genug Erfahrung, um mich in der Selecao zurechtzufinden“, sagte der in Brasilien kaum prominente Triple-Gewinner und rechtfertigte sich.

Dass ein Neymar vor oder ein Thiago Silva hinter ihm, oder sogar ein Paulinho mit der fast gleichen Funktion neben ihm als Torschütze gegen Japan mehr auffielen, störte Luiz Gustavo nicht. „Ich opfere mich nicht, ich arbeite, damit die offensiveren Spieler uns helfen, den Sieg zu holen. Schließlich gewinnen wir am Ende alle gemeinsam. Wenn ich für die anderen rennen und kämpfen muss, mache ich das mit größter Freude“, äußerte der ehemalige Hoffenheimer, der im Januar 2011 für rund 15 Millionen Euro an die Isar gewechselt war.

Auch wenn er bei den Bayern nicht an der „Doppel-Sechs“ Bastian Schweinsteiger und Javi Martinez vorbeikommt und von Scolari vor der Berufung des Confed-Cup-Kaders gerade einmal wenige Minuten im März gegen Italien getestet wurde: Wenn es darauf ankommt, ist Gustavo da. Die Chemie zwischen ihm und dem Coach stimmt. „Scolari teilt jedem seine Ideen klar mit. Also hängt es von jedem Einzelnen ab, dies zu verinnerlichen und in die Praxis umzusetzen“, sagte er.

Die nächste Werbung in eigener Sache soll gegen Mexiko folgen. Doch das ist auch angesichts der Serie von 30 Heimspielen ohne Niederlage (21 Siege, neun Remis) keine einfache Aufgabe. Die letzte Heimpleite gab es ausgerechnet in der Castelao-Arena von Fortaleza. Und „El Tri“ ist mit sieben Siegen in den letzten zwölf Duellen zum Angstgegner herangewachsen. Letzter Beweis: 2012 verdarb Mexiko im Olympia-Finale in London Neymar und Co. den Traum von Gold.

Luiz Gustavo lässt das kalt. „Hier wollen alle bis ins Finale vorstoßen. Und damit uns das gelingt, müssen wir Mexiko hinter uns lassen“, sinnierte der Münchner nüchtern. Am besten mit einem Sieg. Dem dann neunten in Folge beim Confed Cup, das wäre Rekord. Die letzte Niederlage bei der „Mini-WM“ datiert vom 19. Juni 2005. Der Gegner beim 0:1 damals in Hannover: Mexiko...

sid

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