31 Verletzte in Erfurt

Randale: Lok droht harte Strafe - Scholz-Rücktritt?

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Hässliche Szenen in Erfurt: Leipzig-"Fans" stürmen das Spielfeld.

Leipzig - Dem Oberligisten 1. FC Lokomotive Leipzig droht nach den Krawallen mit Spielabbruch am Sonntag in Erfurt eine Geldstrafe von bis zu 20.000 Euro.

Das Sportgericht des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) hat die Ermittlungen aufgenommen und von den Vereinen Stellungnahmen eingefordert. "Das muss schnell geschehen", sagte NOFV-Präsident Rainer Milkoreit am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Immerhin steht die Aufstiegs-Relegation zur Regionalliga an, selbst ein Wiederholungsspiel zwischen Lok und Rot-Weiß Erfurt II ist nicht ausgeschlossen.

Laut Rechts- und Verfahrensordnung drohen Lok neben einer hohen Geldstrafe auch Punktabzüge und Zuschauer-Ausschlüsse. Rund 50 Leipziger Fans hatten am Sonntag in der Partie bei RW Erfurt II in der 75. Minute beim Stand von 0:2 den Platz gestürmt und so einen Spielabbruch provoziert. Lok hätte mit einem Sieg in Erfurt Platz drei und damit noch die Regionalliga-Relegation erreichen können. Insgesamt wurden bei den Ausschreitungen 31 Personen verletzt, acht davon mussten im Krankenhaus behandelt werden.

Lok-Trainer Scholz vor Rücktritt?

Nach dem Platzsturm hat Trainer Heiko Scholz Verantwortung für die chaotischen Zustände übernommen. „Das Verhalten der Randalierer ist unentschuldbar, aber wenn wir besser spielen, passiert das alles nicht“, sagte der frühere Bundesliga-Profi der Leipziger Volkszeitung.

„Die Mannschaft war dem Druck nicht gewachsen“, sagte Scholz über den schwachen Auftritt seiner Elf, die nun weiter in der Oberliga spielen wird. Der Coach ließ seine eigene Zukunft offen. „Die Euphorie im Verein ist auf einen Schlag weg, da macht man sich natürlich Gedanken.“

Ein Rückzug von Scholz würde den Klub schwer treffen. Der frühere Bundesliga-Profi von Bayer Leverkusen und Werder Bremen hat viel Arbeit in den Klub gesteckt und für die neue Saison bereits eine neue Mannschaft geformt. Sieben neue Spieler hatte der 49-Jährige zu Lok gelotst.

Basler: "Ich muss mir Gedanken machen ..."

Zuvor hatte bereits Sportdirektor Mario Basler seinen Verbleib in Frage gestellt. „So etwas, dass auch Verantwortliche und Spieler angegangen wurden, das habe ich so noch nie erlebt. Ich muss mir Gedanken machen, ob es in dieser Form noch Sinn für mich macht, hier weiter zu arbeiten“, sagte der Ex-Nationalspieler, der selbst tätlich angegangen worden sein soll.

Besonders bitter für den Verein: 2200 Fans hatten den Klub nach Erfurt begleitet. Der große Teil von ihnen verhielt sich friedlich, 50 Randalierer brachten den Verein in Verruf. „Die `Vollidioten“, so Basler, stürmten das Feld, riefen „Sieg oder Spielabbruch“ und lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei, warfen mit Steinen und Flaschen und zündeten Pyrotechnik. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Pfefferspray ein, es gab 31 Verletzte, acht von ihnen mussten ins Krankenhaus gebracht werden.

dpa/SID

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