Löws "B-Elf" überzeugt - Bierhoff denkt an Abschied

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Gegen Ecuador lieferte die "Ersatznationalmannschaft"  eine überzeugende Leistung

Boca Raton - Die (DF)B-Auswahl zeigte beim 4:2 (4:1) gegen Ecuador, dass Bundestrainer Joachim Löw für die WM 2014 einige Alternativen hat. Für Unruhe sorgt Oliver Bierhoff.

Die Stimme war noch leicht belegt, aber die Stimmung ausgesprochen gut. Joachim Löw war vom Spektakel seiner Rumpftruppe beim 4:2 (2:1) gegen den Weltranglisten-Zehnten Ecuador begeistert - ungeachtet kleinerer gesundheitlicher Probleme und der Wackler seiner (DF)B-Auswahl in der zweiten Hälfte. „Es war ein Super-Testspiel“, sagte der Bundestrainer nach dem gelungenen Auftakt der so umstrittenen USA-Reise. „In der ersten Halbzeit haben wir sehr stark und überragend Fußball gespielt, absolut klasse.“

Doch bei aller Freude: Ein Interview aus der Heimat birgt auch für Löw einigen Zündstoff. Teammanager Oliver Bierhoff überraschte in der Tageszeitung Die Welt mit offenen Abschiedsgedanken. „Ich werde mir in den kommenden Wochen Gedanken machen, wo ich für mich den Reiz sehe. Ich schätze Kontinuität. Andererseits reizt mich immer auch das Neue, und es stellen sich die Fragen: Habe ich noch etwas zu geben? Brauche ich einen neuen Anreiz und muss mal wieder raus aus der Komfortzone des Gewohnten?“, sagte Bierhoff. Es droht Unruhe.

Für Löw aber war dies zunächst kein Thema, sein Fokus lag auf dem beeindruckenden Erfolg seiner bunt zusammengewürfelten Truppe in Boca Raton. Zuversichtlich konnte Löw deshalb nicht nur auf die Partie gegen die USA am Sonntag (20.30 Uhr MESZ/ZDF) und das Wiedersehen mit seinem früheren Chef Jürgen Klinsmann blicken. Auch für die WM 2014 in Brasilien ergeben sich für den 53-Jährigen immer neue Perspektiven. Ein Jahr vor dem Turnier am Zuckerhut ist die Auswahl an Spielern für Löw so groß wie wohl noch nie zuvor in der DFB-Historie.

„Unsere Philosophie war immer, dass wir 30 Spieler brauchen, die für die Nationalmannschaft spielen können, und nicht nur 15 oder 20, weil es immer Verletzungen geben kann. Wir brauchen diesen Konkurrenzkampf“, sagte er angesichts von 15 Spielern, die in den USA erst gar nicht dabei sind.

In der 9. Sekunde begann Ecuadors Blamage

(DF)B-Elf besiegt Ecuador: Die Fotos

Aber auch ohne die Stars des frisch gebackenen Champions-League-Siegers Bayern München, von Borussia Dortmund und Real Madrid zeigte die DFB-Auswahl gerade in den ersten 30 Minuten, warum sie von vielen als einer der großen Favoriten für den WM-Titel 2014 angesehen wird. Bevor sich Ecuador so richtig formiert hatte, stand es schon 2:0, so früh wie nie zuvor. Dem schnellsten Tor der deutschen Länderspiel-Geschichte durch Lukas Podolski nach sage und schreibe acht Sekunden ließ der starke Lars Bender bereits in der 4. Minute das 2:0 folgen.

Nachdem erneut Podolski (17.) - angestachelt durch Bierhoffs Kritik - und Bender (24.) nachgelegt hatten, rieben sich die 5000 Zuschauer im FAU-Stadium von Boca Raton verwundert die Augen. „Wir wurden Opfer des extrem effizienten Spiels. Das war eine harte Lektion, die wir lernen mussten“, sagte Ecuador-Coach Reinaldo Rueda anerkennend.

„Die Jungs, die neu dabei sind, haben Qualität und einen guten Charakter“, sagte Doppeltorschütze Podolski nach seinem 109. Länderspiel und seinen Toren 45 und 46. Dies unterstreiche die „sehr gute Entwicklung“ im deutschen Fußball, fügte Löw an: „Wir sind auf einem sehr gutem Wege und haben eine sehr gute Mischung. Wenn man international gewinnen will, ist es eine wichtige Voraussetzung, hohes Tempo spielen zu können und ein technisch hohes Niveau zu haben.“

Dass es nach dem 4:0 nicht mehr so rund lief, wollte der Bundestrainer nicht überbewerten. Man habe das „wahnsinnig hohe Tempo“ der ersten Hälfte „nicht ganz so durchgestanden. Da sind wir ein bisschen in Verlegenheit geraten, weil wir ein paar Bälle in der Vorwärtsbewegung verloren haben.“

Das schwüle Wetter sei „wie ein Schlag über uns gekommen, da ließ die Konzentration zu wünschen übrig“, meinte Benedikt Höwedes. „Am Ende konnten wir froh sein, dass wir das Polster hatten. Es war kein schönes Spiel mehr in der zweiten Halbzeit, aber wir haben uns gewehrt“, fügte Bender an.

Der Leverkusener war neben dem starken Podolski, dem laut Löw überragenden Torwart Rene Adler - der beim 1:4 durch Luis Antonio Valencia (45.) schuldlos war, beim 2:4 durch Walter Ayovi (84.) allerdings etwas unglücklich aussah - und Neuling Max Kruse einer der Gewinner.

Der künftige Gladbacher sei „extrem viel unterwegs gewesen. Er hat sehr mannschaftsdienlich gespielt und ein Tor sehr schön vorbereitet“, lobte der Bundestrainer. Aber auch Sidney Sam habe „einige gute Aktionen“ gehabt, „ich habe schon einige Erkenntnisse gewonnen“. Die weiteren Neulinge Nicolai Müller und Philipp Wollscheid, die nur wenige Sekunden eingesetzt wurden, dürfte er dabei nicht gemeint haben.

Sie erhalten vielleicht am Sonntag gegen die USA eine neue Bewährungschance. Auf jeden Fall werden beim Spiel gegen das Team von Ex-Bundestrainer Klinsmann die Nachzügler Sven Bender (Dortmund) und Miroslav Klose (Lazio Rom) dabei sein.

„Das wird ein anderes Spiel - viel mehr Zuschauer, eine ganz andere Atmosphäre. Die USA feiern 100. Verbandsjubiläum. Sie werden hochmotiviert zu Werke gehen“, betonte Löw.

sid

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