Löw: Hohe Konzentration

Boateng kommt später - Hummels wehrt sich gegen Vorwürfe

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Jerome Boateng.

Berlin  - Das Testspiel gegen die USA soll Bastian Schweinsteiger und Co. wieder in den Wettkampfrhythmus bringen. Nur eins zählt: Drei Punkte in der EM-Quali gegen den krassen Außenseiter Gibraltar.

Es ist eine heikle Mission für Joachim Löw und seine Weltmeister, auch wenn es nur zur Probe gegen die USA und um Punkte gegen das Fußball-Niemandsland Gibraltar geht. Zwei Wochen nach dem Bundesliga-Abschluss müssen Bastian Schweinsteiger und Co. nochmal vom Urlaubs- in den Wettkampfmodus umschalten - und das ganz schnell. „Schwierig ist das alle Male“, erklärte der Bundestrainer vor dem Treffpunkt seines Kaders am späten Sonntagabend in Köln.

„Vielleicht werden wir nicht die allerhöchste Anspannung hinbekommen wie vor einem ganz wichtigen Spiel oder einem Turnier. Aber die Konzentration wird da sein“, sagte Löw in Berlin der Deutschen Presse-Agentur zu seinem Spagat. „Ein Jahr nach der WM und ein Jahr vor der EM muss man damit vorsorglich umgehen.“

Auf die besonders stark beanspruchten Weltmeister Manuel Neuer, Thomas Müller und Toni Kroos verzichtet Löw ohnehin schon bei den zwei letzten Länderspielen der Nach-WM-Saison. Mats Hummels muss wegen seiner Hüftbeugersehnenentzündung passen, Jerome Boateng wird erst am Mittwoch nach Köln kommen und könnte gegen Gibraltar spielen.

Hummels wehrte sich am Sonntagabend via Twitter gegen zahlreiche Fans, die ihn in den sozialen Netzwerken für die Absage kritisierten, da er tags zuvor noch ein munteres Urlaubsbild gepostet hatte. „Für alle “Experten' auf Twitter etc: ich habe Schmerzen beim Laufen, Passen und Schießen. Sitzen, stehen, hüpfen und sogar liegen z.B. geht!", schrieb Hummels.

Bei den zunächst 18 Spielern muss Löw in kürzester Zeit wieder die nötige Spannung aufbauen, um am Mittwoch in Köln im Test gegen die motivierten US-Boys von Jürgen Klinsmann und drei Tage später in der EM-Qualifikation zu bestehen. „Wichtig ist, dass wir gegen Gibraltar die drei Punkte einfahren und uns zuvor gegen die USA den Rhythmus holen“, betonte der Bundestrainer.

Auch wenn in der Qualifikation noch ein heißer Herbst mit Spielen gegen Polen, in Schottland und in Irland bevorsteht, hat Löw längst die Europameisterschafts-Endrunde 2016 in Frankreich im Kopf. So wird am Mittwoch (20.45 Uhr) der Gladbacher Patrick Herrmann wohl zum 75. Neuling in der Ära Löw werden. „Im Hinblick auf die EM ist er einer der Spieler, die eine Rolle spielen könnten“, bemerkte der Bundestrainer zu dem 24 Jahre jungen Mittelfeldspieler.

Überhaupt will Löw in Köln gegen die USA einigen Spielern eine Bewährungschance geben, die noch nicht so oft im Adler-Trikot gespielt haben: „Ein Testspiel einfach.“ Weltmeister Erik Durm (Borussia Dortmund/7 Länderspiele) und Antonio Rüdiger (VfB Stuttgart/5) sind ins Aufgebot zurückgekehrt. Der Dortmunder Marco Reus und der Schalker Julian Draxler stehen zunächst auf Abruf.

„Der eine oder andere hat ein paar kleine Blessuren. Da müssen wir noch sehen“, sagte Löw, der für Sonntag einen Flug aus Berlin nach Köln gebucht hatte. Am Rande des Champions-League-Finals hatte er mit seinem Stab die letzten Details für den Saisonabschluss 2014/15 besprochen. Seine Spieler sollten sich nach einem speziellen Plan fithalten. „Jeder hatte seine Aufgaben, etwas zu tun, jeder aber auf andere Art und Weise“, berichtete Löw.

Mit zehn Punkten liegt der Weltmeister in der Ausscheidungs-Gruppe D für die EM 2016 in Frankreich derzeit hinter Polen und Schottland nur auf Rang drei, der am Ende die Relegation bedeuten könnte. „Wir haben zwar in der EM-Qualifikation den einen oder anderen Punkt liegenlassen, aber das werden wir im Herbst wettmachen. Es gibt keinen Grund, unruhig zu sein“, betonte der DFB-Chefcoach.

dpa/sid

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