"Haben immens aufgeholt"

Löw: Titel hat auch bei Bayern Jahre gedauert

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Joachim Löw sieht die DFB-Elf ein Jahr vor der WM in Brasilien auf einem guten Weg.

Miami - Bundestrainer Joachim Löw blickte nach dem Champions-League-Sieg des FC Bayern schon einmal erwartungsfroh in Richtung WM 2014 in Brasilien.

Nach einer „Sternstunde für den deutschen Fußball“ blickten Oliver Bierhoff und Joachim Löw schon einmal voller Vorfreude von Miami Beach aus in Richtung Brasilien. „Die Deutschen haben natürlich eine Riesen-Sehnsucht nach einem Titel mit der Nationalmannschaft, und dafür werden wir alles tun. Wir haben die Qualität“, sagte der Bundestrainer nach dem 2:1 im Champions-League-Finale zwischen Bayern München und Borussia Dortmund auf der Terrasse des noblen Hotels St. Regis Bal Harbour.

Der 53-Jährige will die Euphorie des „German Endspiels“ bei der WM in einem Jahr nutzen, größeren Druck empfindet er dadurch aber für das DFB-Team nicht. „Die Erwartungshaltung ist immer sehr groß. Aber das sind wir gewohnt“, äußerte Löw in Florida gelassen, der Sieg des FC Bayern gebe aber immerhin seinen Führungsspielern wie Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger oder Manuel Neuer „enormes Selbstbewusstsein für diese Aufgabe“.

Auch Teammanager Bierhoff, der unlängst noch erklärt habe, dass man in Brasilien „eigentlich keine Chance“ habe, legte während der USA-Reise seine Zurückhaltung ab. „Ich gehe davon aus, dass wir bei der WM zu den Favoriten gehören“, sagte er offensiv. Als deutsche Mannschaft wolle man „immer Weltmeister werden“.

Eine Garantie auf den ersten Titel der Nationalmannschaft seit 1996 wollte Bierhoff aus der momentanen Stärke des FC Bayern und des BVB aber nicht ableiten. Dies sei „nicht selbstverständlich“. Man dürfe aus dem Finale „jetzt nicht schließen, dass auch die Nationalmannschaft dominieren muss. Das kann man nicht eins zu eins übertragen“, betonte der frühere Torjäger.

Der Druck 2014 werde auf jeden Fall „da sein, diesen müssen wir annehmen und aushalten, aber wir müssen ihn nicht noch zusätzlich anheizen“. Auch Löw schränkte ein, dass man einen Titel „nicht einfach so gewinnt. Auch bei den Bayern hat das Jahre gedauert.“

Die Partie in London habe aber aus Sicht der DFB-Auswahl gezeigt, „was für Klassespieler wir in unseren Reihen haben. Das war eine Werbung für den deutschen Fußball“, unterstrich Löw, für den in einem „Klassespiel“ BVB-Star Marco Reus „überragend“ gewesen war. Man habe „genossen, wie die Jungs Fußball spielen“, ergänzte sein Assistent Hansi Flick, der wiederum Ilkay Gündogan und Manuel Neuer hervorhob. Es sei doch „schön, was wir für ein Potenzial haben. Damit kann man arbeiten.“

19 Spieler stehen im aktuellen Kader der DFB-Auswahl für das Länderspiel am Mittwoch (20.30 MESZ/ARD) in Boca Raton gegen Ecuador. Während Sven Bender (Dortmund) und Miroslav Klose (Lazio) für den zweiten Test am 2. Juni in Washington gegen die USA nachkommen, musste Kevin Großkreutz (Dortmund) seine Teilnahme absagen. Zwar bestätigte sich der Verdacht auf Mittelfußbruch nicht, eine schwere Mittelfußprellung macht die Reise dennoch unmöglich. Eine Nachnominierung ist laut DFB nicht vorgesehen.

Von einer Wachablösung wollte Löw aber im Vergleich mit Spanien noch nichts wissen, „aber wir sind auf einem wahnsinnig guten Weg. Wir haben immens aufgeholt.“ Dies müsse man nun aber „im nächsten Jahr bestätigen“.

DFB-Kapitän Lahm sieht aber schon einmal „rosigen Zeiten entgegen“. Dieses Finale in London bringe auch die Nationalmannschaft „nach vorne, wenn die Spieler schon einen großen Pokal gewonnen haben. Das tut der Mannschaft gut, wir entwickeln uns dadurch immer weiter“.

Man wolle „mit der Nationalmannschaft endlich nachziehen“, unterstrich sein Münchner Kollege Thomas Müller. Es könne bis 2014 zwar viel passieren, ergänzte er, „aber wir haben grundsätzlich gezeigt, dass wir die Qualität haben. Wir haben noch nicht den letzten Schritt gemacht, aber ich traue uns zu, dass wir gegen Spanien gewinnen.“

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Die Euphorie bei den Münchnern ist groß, nachdem sie nach der bitteren Pleite im vergangenen Jahr gegen Chelsea „unglaublich enttäuscht zur EM gekommen sind“, wie Löw feststellte: „Jetzt verspüren sie eine Erlösung und große Freude.“ Er könne zwar nachvollziehen, was in den Dortmunder Spielern vorgehe, „aber die Bayern waren im dritten Finale jetzt einfach mal dran“.

Löw, Bierhoff, das Trainerteam und die Spieler hatten sich das Endspiel im „Ballroom“ des noblen St.-Regis-Hotel Bal Harbour angeschaut. Die Atmosphäre sei „wahnsinnig angespannt“ gewesen, berichtete Löw, „manchmal war es mucksmäuschenstill“, unterbrochen von „ein paar Jublern“.

Wer für wen gejubelt hatte, blieb geheim. „Im Endeffekt haben sich alle gefreut, dass wir ein tolles Spiel gesehen haben“, sagte Flick: „Das Spiel hat genau das gehalten, was sich alle versprochen haben.“ Jetzt hofft Fußball-Deutschland, dass auch die WM 2014 das hält, was sie verspricht...

SID

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