Justiz leitet Ermittlungen ein

Messi muss vor Gericht - und das zum CL-Start

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Muss vor Gericht: Lionel Messi.

Barcelona - Weltfußballer Lionel Messi muss sich wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung vor Gericht verantworten - in seinem Wohnort Gava. Am Tag des Auftaktes der Champions League.

Dem besten Fußballer der Welt droht die Anklagebank. Wenn am 17. September die Champions-League-Saison beginnt, muss sich Lionel Messi in seinem Wohnort Gava wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung vor Gericht verantworten. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Barcelona bestätigte am Donnerstag offiziell, dass ein Ermittlungsverfahren gegen den Weltfußballer und dessen Vater Jorge Horacio eingeleitet wurde. Beide wurden zur Vernehmung vorgeladen, sie gelten somit als „Verdächtige“.

„Die Richterin hat das Klagegesuch der Staatsanwaltschaft (für Wirtschaftsdelikte, d. Red.) für zulässig befunden, Messi und sein Vater wurden für den 17. September zur Vernehmung geladen“, sagte Jose Miguel Company der französischen Nachrichtenagentur AFP.

Gava ist eine Kleinstadt in der Provinz Barcelona mit 46.000 Einwohnern, die Menschen dort sind stolz darauf, dass Messi seinen Wohnsitz in Gava hat. Die Stadt könnte zum Schauplatz des Tribunals werden: Messi, der bislang skandalfreie Vorzeige-Saubermann, auf der Bank - in seiner neuen Rolle als Beschuldigter.

Allerdings erscheint es unwahrscheinlich, dass er zu besagter Vernehmung anwesend sein wird, allein schon aufgrund des Termins: Für den 17. bzw. 18. September, ausgerechnet, ist auch der erste Gruppenspieltag in der Champions League angesetzt. Messi wäre also normalerweise mit seinem Klub FC Barcelona im Einsatz, womöglich in Bulgarien, Rumänien oder Weißrussland.

Der Argentinier soll mit seinem Vater Jorge Horacio mindestens 4, 17 Millionen Euro Steuern hinterzogen haben. Der Vorwurf bezieht sich auf die Jahre 2007 (1,06 Millionen Euro), 2008 (1,58) und 2009 (1,53), laut Information der spanischen Nachrichtenagentur EFE aber sollen in Kürze auch die Steuer-Erklärungen für 2010, 2011 und 2012 untersucht werden.

Messi hat bisher alle Vorwürfe zurückgewiesen. „Wir sind immer unseren Steuerverpflichtungen nachgekommen gemäß den Empfehlungen unserer Steuerberater, die auch jetzt für uns diese Angelegenheit klären werden“, hatte er bei Facebook mitgeteilt.

Allein der Verdacht schien das Denkmal Messi bereits zu beschmutzen. Das bislang blütenweiße Image des Argentiniers sei „beschmiert“ worden, schrieb die Tageszeitung El Mundo nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe am 12. Juni, laut El Pais spielt der große Lionel Messi nun unter „finanzieller Manndeckung“ durch die Staatsanwaltschaft.

Messi wird vorgeworfen, Teile seines Millioneneinkommens über Unternehmen in Steuerparadiesen abgewickelt zu haben, zum Beispiel über Belize oder Uruguay. Es geht um Lizenzgebühren für Bildrechte, die Messi an Scheinfirmen abgetreten haben soll, um die Erlöse am spanischen Finanzamt vorbeizuschleusen. Die Werbeeinnahmen sollen mindestens 19 Millionen Euro per annum betragen haben.

Jorge Messi hat angegeben, er sei unschuldig und unwissend. „Das ist alles ein Irrtum. Ich kümmere mich gar nicht um diese Dinge. Ich habe mit Steuerexperten und meinen Anwälten gesprochen, die gerade dabei sind, alles zu klären“, hatte er der spanischen Zeitung AS gesagt.

Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, drohen den Messis im schlimmsten Fall Gefängnisstrafen zwischen zwei und sechs Jahren. Außerdem droht eine Strafzahlung, die mehr als das Sechsfache der unterschlagenen Summe betragen kann.

sid

Alle Weltfußballer seit 1982

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