Sportdirektor Tare wehrt sich gegen Vorwurf

Lazio: Peinliche Ausrede für rassistische Rufe

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Berüchtigt: Die Lazio-Fans haben keinen guten Ruf. Immer wieder kommt es zu Ausschreitungen und Anfeindungen. 

Rom - Beim Champions-League-Quali-Spiel von Bayer Leverkusen gegen Lazio Rom drohte Schiedsrichter Eriksson wegen rassistischer Äußerungen mit Spielabbruch. Das versteht Lazios Sportdirektor nicht. 

Igli Tare hat die Fans von Lazio Rom in Schutz genommen und sich gegen jegliche Rassismus-Vorwürfe verwehrt. Der Sportdirektor des italienischen Fußball-Erstligisten brach nach dem Play-off-Hinspiel in der Champions-League-Qualifikation gegen Bayer Leverkusen (1:0) eine Lanze für die Lazio-Ultras, die bereits während er Partie einmal mehr in Verruf geraten waren. Die Europäische Fußball-Union (UEFA) dürfte allerdings dennoch ein Ermittlungsverfahren einleiten.

Ehemaliger albanischer Nationalspieler, nun Lazios Sportdirektor: Igli Tare (l.) 

„Die Zuschauer haben keinen Spieler rassistisch beleidigt. Der Schiedsrichter hat die Sprechchöre falsch interpretiert“, sagte der frühere Bundesligaprofi Tare und fügte gleich eine Erklärung für das angebliche Missverständnis an: „Unsere Fans haben uuuh geschrien. Buuuh ist rassistisch, aber uuuh ist, wenn man einem Gegner Angst machen oder aus dem Konzept bringen möchte. Aber nicht auf rassistische Art und Weise.“

Schiedsrichter Jonas Eriksson hatte die Affengeräusche aus dem Lazio-Block aber als rassistisch bewertet und bereits nach einer Viertelstunde mit einem Spielabbruch gedroht. Der Stadionsprecher forderte auf Geheiß des schwedischen Unparteiischen die gefürchteten Lazio-Ultras im Olympiastadion auf, sich gegenüber den dunkelhäutigen Spielern aufseiten der Gäste fair und anständig zu verhalten.

Zuvor waren vor allem lautstarke Affenlaute zu vernehmen gewesen, wenn Jonathan Tah, Karim Bellarabi oder Wendell am Ball waren. Das widerspricht unter anderem dem Fair-Play-Gedanken der UEFA, die sich gegen jegliche Form von Rassismus ausspricht. Eine Stellungnahme des Europa-Verbandes gibt es bislang noch nicht.

sid

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