Es geht um Risikospiele

Land Bremen fordert bis zu 1,7 Millionen Euro - DFL klagt

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Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) beharrt auf seine Forderungen.

Bremen - Die Gebührenbescheide des Landes Bremen an die DFL für sogenannte Risikospiele der Fußball-Bundesliga bleiben ein Reizthema. Inzwischen hat die DFL Klage gegen die erste Rechnung eingereicht. Die Forderungen summieren sich auf bis zu 1,7 Million Euro.

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) sieht sich inzwischen mit Forderungen des Landes Bremen in Höhe von mindestens 1,2 Millionen Euro für Polizeieinsätze bei bestimmten Bundesligaspielen konfrontiert.

Dies teilte eine Sprecherin des Bremer Innensenators Ulrich Mäurer (SPD) der Deutschen Presse-Agentur auf Nachfrage mit. Bislang hat das Land Bremen konkret zwei Rechnungen in Höhe von zusammen 653 176,11 Euro verschickt. Gegen die erste für das Nordderby am 19. April 2015 gegen den Hamburger SV (424 718,11 Euro) hat die DFL inzwischen Klage vor dem Bremer Verwaltungsgericht eingereicht.

Ein Verhandlungstermin steht noch nicht fest. Die DFL arbeitet zunächst noch an der Begründung ihrer Klage. Die Terminierung einer Verhandlung dürfte daher noch dauern. Im April 2015 seien nach Bremer Angaben 969 Polizisten im Einsatz gewesen.

Eine Reaktion auf die zweite Rechnung für das Spiel am 16. Mai 2015 gegen Borussia Mönchengladbach gibt es noch nicht. Allerdings hatte die DFL in der Vergangenheit stets betont, sich "mit allen zur Verfügung stehenden juristischen Mitteln" wehren zu wollen. Eine außergerichtliche Einigung scheint derzeit auch ausgeschlossen.

Zudem verschickte das Land Bremen vorsorglich drei weitere Gebührenankündigungen für die Kosten der Spiele am 28. November 2015 gegen den Hamburger, am 5. März 2016 gegen Hannover 96 und am letzten Spieltag der abgelaufenen Saison gegen Eintracht Frankfurt. Die Kosten dafür schätzt das Land auf zusammen 800 000 Euro bis 1,1 Millionen Euro. Die Gesamtforderung könnte somit noch auf rund 1,7 Millionen Euro ansteigen.

Bremen verschickt konkrete Rechnungen erst einige Monate nach den betreffenden Polizeieinsätzen, wenn entsprechende Rechnungen von "Fremdkräften" vorliegen. Eigene Polizeikräfte werden in den Gebührenbescheiden abzüglich einer Pauschale in Höhe von 70 000 Euro, die auch bei normalen Fußballspielen veranschlagt wird, voll berechnet. Bei Fremdkräften werden laut Bremer Angaben nur Überstunden, Spesen und die Kosten für Pferde berechnet.

Bremen ist das erste und einzige Bundesland, das eine Kostenbeteiligung für als sogenannte Risikospiele eingestufte Fußballspiele fordert. Die anderen - zum Teil ebenfalls rot-grün regierten - Bundesländer hatten dies abgelehnt.

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