Stürmer nimmt Facebook-Seite vom Netz

Kießling: "Habe Briefe nach Hause bekommen"

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Stefan Kießling bei der Verhandlung beim DFB-Sportgericht am Montag

Leverkusen - Stefan Kießling hat nach dem Urteilsspruch über sein Phantomtor von Sinsheim Bedrohungen durch Fans angedeutet.

Hoffenheim zögert noch - Stefan Kießling aber hat reagiert und Konsequenzen gezogen: Das Phantomtor von Sinsheim sorgt weiter für Wirbel. Ungeachtet der offiziellen Anerkennung des „Treffers“ durch das DFB-Sportgericht nahm „Torschütze“ Kießling inzwischen sogar seine Facebook-Seite vom Netz.

In einem Interview mit dem Kölner Express deutete der Bundesliga-Torschützenkönig von Bayer Leverkusen Bedrohungen durch Fans an. „Es war schon nicht sehr einfach. Ich habe sogar Briefe nach Hause bekommen“ sagte Kießling. Auf Nachfrage, ob es sich dabei um Morddrohungen gehandelt habe, antwortete der 29-Jährige ausweichend: „Sagen wir es einmal so: Es war grenzwertig.“

Die Verantwortlichen von Bundesligisten 1899 Hoffenheim indes denken nach dem Phantomtor-Urteil weiter über einen Einspruch nach. Auf SID-Anfrage teilten die Kraichgauer am Dienstag mit, dass sie noch keine Entscheidung darüber getroffen haben, ob sie in Berufung gehen werden oder nicht.

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) wartet derweil die weitere Entwicklung ab. „Wir können die sportlichen Argumente natürlich verstehen. Es gibt aber Statuten, die ein hohes Gut sind und die es zu respektieren gilt. Da die TSG Hoffenheim darüber nachdenkt, in Berufung zu gehen, müssen wir jetzt die weiteren Entwicklungen abwarten“, sagt DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig auf SID-Anfrage.

Nach Informationen der Bild-Zeitung will Hoffenheim auf einen Einspruch verzichten. Die Kraichgauer haben bis Ende der Woche Zeit, um Berufung einzulegen. Dann würde der Fall vor dem Bundesgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) neu aufgerollt. Als letzte Instanz käme das Schiedsgericht infrage.

In Bezug auf die Torlinientechnik verweist derweil die DFL auf die Aussagen von Liga-Präsident Reinhard Rauball auf dem DFB-Bundestag am vergangenen Freitag. Da hatte der Jurist erklärt, dass die DFL an ihrer Vorgehensweise und dem zeitlichen Rahmen bis 2015 festhalten wolle.

„Wir lassen uns nicht treiben“, sagte Rauball: „Wir wollen auch die Ergebnisse der anderen europäischen Ligen abwarten.“ Davon hänge auch ab, ob die 2. Bundesliga ebenfalls mit einbezogen werde. Rauball: „Dem Eindruck, dass die Torlinientechnik in den nächsten Tagen kommt, muss ich entgegentreten.“

Für Hoffenheims Kapitän Andreas Beck allerdings steht das Phantomtor nicht weiter zur Debatte. „Es wäre schön gewesen, wenn man für so ein außergewöhnliches Spiel eine außergewöhnliche Lösung gefunden hätte. Wir wollen als Mannschaft aber nicht lamentieren und das Urteil so hinnehmen, wie es ist“, sagte der Abwehrspieler bei Sky Sport News HD und meinte: „Der Blick ist nach vorne gerichtet.“ Die Kraichgauer empfangen am Samstag Titelverteidiger und Tabellenführer Bayern München (15.30 Uhr/Sky).

Das DFB-Sportgericht unter Vorsitz von Hans E. Lorenz hatte am Montag den Einspruch von Hoffenheim gegen die Wertung der Partie gegen Bayer Leverkusen am 18. Oktober (1:2) abgewiesen. Der Tabellenneunte der Bundesliga hatte Protest eingelegt, weil der von Schiedsrichter Felix Brych (München) anerkannte Treffer des Leverkuseners Stefan Kießling (70.) eigentlich keiner war. Der Kopfball des Angreifers war seitlich durch ein Loch im Netz ins Tor gegangen.

Mit dem Urteil vermied der DFB die Konfrontation mit dem Weltverband FIFA, der die Tatsachenentscheidungen der Schiedsrichter für unantastbar hält.

sid

Phantomtor: Verhandlung vor DFB-Sportgericht

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