Boateng gegen Boateng

Kevin-Prince vs. Jerome: Belastung für die Brüderliebe

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Bereits bei der WM 2010 trafen Kevin-Prince (l.) und Jerome Boateng mit Ghana und Deutschland aufeinander.

Fortaleza - Die Halbbrüder Jerome und Kevin-Prince Boateng treffen schon zum zweiten Mal bei einer WM aufeinander. Diesmal ist die Situation noch etwas komplizierter, trotzdem hört auf dem Spielfeld die Bruderliebe auf.

Jerome und Kevin-Prince Boateng haben fast jeden Tag Kontakt. Die Halbbrüder schreiben sich SMS, chatten oder telefonieren, sie wollen am Leben des anderen teilhaben. Nach dem ersten Spieltag der WM in Brasilien dürfte die Kommunikation zwischen den beiden nicht so einfach sein. Der eine, der für Deutschland Weltfußballer Ronaldo zu einem Statisten degradierte, schwebt auf Wolke sieben. Der andere, der bei Ghana lange Zeit nur die Bank drückte, ist am Boden zerstört.

Und um das Dilemma perfekt zu machen, treten die beiden charakterlich so unterschiedlichen Boateng-Brüder am Samstag (21.00 Uhr MESZ/ARD) in Fortaleza auch noch gegeneinander an. Jerome (25) kann, wenn auch mit einer Schiene am verletzten Daumen, mit der deutschen Nationalmannschaft den zwei Jahre älteren Kevin-Prince und dessen Ghanaer schon aus dem Turnier schießen. Eine harte Belastungsprobe für die Bruderliebe.

Das sind die WM-Trikots der 32 Teilnehmer

Luiz Gustavo präsentiert das neue Trikot der brasilianischen Nationalmannschaft. Es ist wie immer in der klassischen Kombination gelb-blau-weiß mit grünen Akzenten gehalten. © Nike
Klassisch in rot-weißem Karo-Muster tritt die kroatische Nationalmannschaft um Bayern-Stürmer Mario Mandzukic an. Neu sind dabei die komplett in Rot gehaltenen Ärmel. © Nike
Kroatiens Ausweichtrikot ist dagegen in blau gehalten. Lediglich auf den Schultern verläuft ein rot-weißes Karo-Muster. © Nike
Bei den Mexikanern wird es zackig. Das grüne Heimtrikot... © Adidas
... und auch das rote Auswärtstrikot fallen einem durch zackenförmige Akzente ins Auge. © Adidas
Die "unzähmbaren Löwen", wie die Spieler Kameruns genannt werten, tragen ihr Wappentier auch auf dem Trikot. Sowohl beim grünen Heim-, als auch beim gelben Auswärtsdress sind der Spitzname des Teams und der Löwe eingarbeitet. © Puma
Ganz in rot geht die spanische Nationalmannschaft die Mission "Titelverteidigung" in Brasilien an. © Adidas
Ungewohnt kommt hingegen das neue Auswärtstrikot der Spanier daher. In schwarz-grün ist die "Furia Roja" (Rote Furie) noch nie aufgelaufen.   © Adidas
Klassisch angehaucht ist auch das neue WM-Trikot der Niederlande. Im traditionellen orange gehalten wurde beim Logo die klassische Ausführung in weiß auf das Jersey gestickt. © Nike
In rot-blauer Kombination tritt die Nationalmannschaft Chiles an. 2014 tritt "La Roja" bereits zum neunten Mal bei einer WM-Endrunde an. © Puma
Die "Socceroos" aus Australien präsentieren sich wie immer in gelb-grünen Heimtrikots. © Nike
Auswärts dagegen spielen die Kicker aus "Down Under" ganz in Dunkelblau. © Nike
Die erste WM-Teilnahme seit 16 Jahren werden die Spieler der kolumbianischen Nationalmannschaft in gelben Heimtrikots bestreiten. © Adidas
Ob Superstar Radamel Falcao nach seinem Kreuzbandriss wieder rechtzeitig fit wird, steht in den Sternen. Alternativ können die "Los Cafeteros" auch in roten Dressen auflaufen.  © Adidas
Den Ausrüster gewechselt hat Griechenland, die Farben blieben aber gleich. Die Spielkleidung liefert nicht mehr Adidas, sondern Nike. Die Hellenen treten entweder komplett in weiß oder komplett in blau an. © Nike
Wie gewohnt in orangem Gesamtoutfit tritt das Team der Elfenbeinküste mit Yaya Touré an. © Puma
Auswärts tragen "die Elefanten" dagegen ein sattes Grün. © Puma
Der ehemalige Dortmunder Shinji Kagawa im blauen Trikot der japanischen Nationalmannschaft. © Adidas
Beim Auswärtstrikot setzen die Japaner auf ein giftiges Grün. © Adidas
Der zweimalige Weltmeister Uruguay trägt himmelblau, kombiniert mit schwarzen Hosen. © Puma
Als Ausweichjersey steht den Urus eine komplett weiße Garnitur zur Verfügung. © Puma
Die "Ticos", wie die Nationalelf von Costa Rica genannt wird, tritt in roten Hemden mit blauem Querstreifen an. Kombiniert wird es mit blauen Hosen und weißen Stutzen. © AFP
England wechselte 2013 nach 59 Jahren den Ausrüster. Statt von Umbro werden die "Three Lions" nun von Nike eingekleidet. Das Heimtrikot erinnert ein wenig an das deutsche Weltmeister-Jersey von 1974. © Nike
Auswärts treten die Engländer wie gewohnt in roten Trikots an. © Nike
Der Vize-Europameister von 2012 präsentiert sich wie immer in Azurblau: Italiens Heimtrikot zieren ein Knopfkragen und weiße Streifen an den Seiten. Das Auswärtstrikot ist mit blauen Nadelstreifen auf weißem Grund versehen. © AFP
Das Team der Schweiz tritt in roten Trikots und weißen Hosen in Brasilien an. Markant: Das schweizer Kreuz ist in etwas hellerem Rot in das Trikot integriert. © Puma
Alternativ treten die Schweizer mit umgekehrter Farbaufteilung an: Weißes Trikot, rote Hosen, weiße Stutzen. © Puma
Das Trikot der Nationalmannschaft lehnt sich an die Farben der Nationalflagge des Landes an: gelb-blau-rot. © AFP
In sehr schlichten Trikots wird die französische Nationalmannschaft in Brasilien auf dem Platz stehen.    © Nike
Sollte die "Équipe Tricolore" nicht in blauen Dressen auflaufen können, so agiert sie in diesen weißen Jersey mit grauen Querstreifen. © NIKE
Ganz in weiß mit einem großen blauen "H" auf der Brust spielt das Team aus Honduras. Erst zu dritten mal (nach 1982 und 2010) sind die "Catrachos" bei einer WM mit dabei. © AFP
Ezequiel Lavezzi und Lionel Messi präsentieren das neue Heimtrikot der argentinischen Nationalmannschaft. Am klassischen hellblau-weiß-gestreiften Design hat sich nicht viel verändert. Lediglich ein leichter Farbverlauf in den blauen Balken ist neu. © Adidas
Das Auswärtstrikot der "Gauchos" ist in verschiedenen dunkelblau Tönen gestaltet. Die Streifen sind hierbei im Gegensatz zum Heimtrikot quer angeordnet. © Adidas
Erstmals präsentiert sich Bosnien und Herzegowina auf der WM-Bühne. Die Drachen, wie das Team genannt wird, spielen in blauen Trikots mit weißen Applikationen an Kragen, Ärmel und Hosen. © AFP
Die iranische Nationalmannschaft läuft in Trikots des Herstellers uhlsport auf. Auffallend ist der Leopardenkopf unterhalb des Wappens. © AFP
Auch auf den roten Auswärtstrikots lässt sich der Leopard erkennen. © AFP
Die Nationalmannschaft Nigerias läuft in grünen Heimtrikots auf. © Adidas
Als Alternative besitzen die "Super Eagles" einen weiß-grünen Trikotsatz. © Adidas
Das Trikot der deutschen Nationalmannschaft überrascht mit einem Brustring in verschiedenen Rottönen. Zudem wurde der schwarze Anteil am Trikotsatz reduziert. © picture alliance / dpa
Das alte grüne Auswärtstrikot weicht für die Weltmeisterschaft dem neuen, rot-schwarz gestreiften. Eine etwas gewöhnungsbedürftige Kombination... © picture alliance / dpa
Modern mutet das neue Trikot an, in dem Weltfußballer Cristiano Ronaldo und seine portugisische Auswahl auflaufen werden. Das Leibchen besticht durch einen raffinierten Rot-Verlauf von den Schultern zum Bauch. © Nike
Die "Black Stars" aus Ghana spielen ganz in weiß. Auffällig ist das Muster in den Nationalfarben auf den Schultern und am Ärmel. © Puma
Als weißes Ballett reisen die USA nach Brasilien. Ohne große Schnörkel oder Akzente präsentieren sich die Amerikaner bei der WM. © NIKE
Auswärts treten die US-Boys dagegen dreifarbig an. Das Trikot ist in einen roten, einen weißen und einen roten Abschnitt aufgeteilt, während Hose und Stutzen komplett in Rot gehalten sind. © Nike
Erstmals seit 2002 nimmt Belgien wieder an einem großen Fußball-Turnier teil. Die "roten Teufel" treten entsprechend ihres Spitznamens komplett in Rot an. © AFP
Ganz in weiß oder in hellgrün spielt das algerische Nationalteam. © PUMA
Im weinroten Dress wird die "Sbornaja", die russische Nationalmannschaft, bei der WM in Brasilien auflaufen. © Adidas
Der Übergang von blau zu weiß beim Auswärtstrikot der Russen erinnert leicht an Gletscher- oder Polareis.   © Adidas
Rotes Trikot gepaart mit einer blauen Hose und roten Stutzen. In diesem Outfit wird die südkoreanische Nationalmannschaft in Brasilien auftreten. © NIKE
Als Ausweichoutfit haben die Südkoreaner diese weiße Kombo im Gepäck. Dabei ist der rechte Ärmel mit einem roten, der linke Ärmel mit einem blauen Ring abgesetzt. © Nike

„Ich freue mich sehr auf das Spiel und darauf, dass beide Boateng-Brüder auf einem Platz stehen werden“, versicherte Kevin-Prince. Das war allerdings vor der 1:2-Auftaktpleite Ghanas gegen die USA gewesen, bei der der gebürtige Berliner dann auch noch 59 Minuten lang auf der Bank saß. Danach kam dem leicht genervten Schalke-Star kein Wort über Deutschland oder Bruder Jerome über die Lippen.

Die Chance, dass der ehemalige Milan-Profi gegen die deutsche Mannschaft wieder zur Startformation der Black Stars gehört, ist groß. Ob Boateng dann aber viel Freude haben wird, ist fraglich. Denn Philipp Lahm und Co. sind heiß auf den früheren DFB-Juniorennationalspieler. Dessen Kritik im Vorfeld der WM haben sie nicht vergessen, auch Bruder Jerome nicht.

Er vermisse in der deutschen Mannschaft „Typen und Charaktere, die eine Mannschaft mitreißen können“, hatte Boateng bemängelt: „Immer, wenn es darauf ankam, haben sie es nicht geschafft.“ Es fehle ein Typ wie Stefan Effenberg oder Michael Ballack.

Eben jenen Ballack hatte Boateng bei seinem denkwürdigen Foul kurz vor der WM 2010 für das Endturnier außer Gefecht gesetzt. Danach stand er in ganz Deutschland am Pranger. Und auch in der Beziehung zu Bruder Jerome kriselte es damals. „Zu der Zeit haben wir sicher ein wenig gestritten“, verriet Kevin-Prince.

Früher, als sie gemeinsam auf dem 30 mal 15 Meter kleinen Bolzplatz „An der Panke“ im Berliner Problembezirk Wedding kickten, waren sie unzertrennlich. Später auch bei Hertha BSC, erst in der U23, danach in der Profimannschaft. Einmal, am 10. Februar 2009, spielten beide sogar gemeinsam für die deutsche U21. Danach entschied sich Kevin-Prince wegen fehlender Perspektive im A-Team für Ghana, für das Land des gemeinsamen Vaters George.

"Es wird nur ein Boateng weiterkommen"

Bruder Jerome suchte seine Chance in der deutschen Auswahl - und nutzte sie. Aus der Startelf ist der Bayern-Verteidiger nicht mehr wegzudenken, beim 4:0 zum WM-Start gegen Portugal stach er sogar den chancenlosen Weltfußballer aus. „Boateng hat es klasse gegen Ronaldo gemacht“, schwärmte Bundestrainer Joachim Löw.

Gegen Ghana wird Jerome genauso kompromisslos gegen seinen Bruder vorgehen, sollten sie sich begegnen. Schon bei der WM 2010 in Südafrika war es am letzten Gruppenspieltag zum direkten Boateng-Duell gekommen, damals gewann Deutschland 1:0, beide Teams kamen weiter. Das dürfte diesmal bei einer Niederlage von Ghana nicht passieren.

„Es wird nur ein Boateng weiterkommen“, hatte Kevin-Prince Boateng schon vorher prophezeit. Will er das noch sein, wird er beweisen müssen, dass er den hohen Führungsansprüchen an die deutschen Spieler erst einmal selbst gerecht wird. Beim Telefongespräch danach zwischen den Boateng-Brüdern wird es auf jeden Fall viel zu besprechen geben.

sid

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