Flucht nach Degradierung

Kahn rüffelt Rensing: "Das geht natürlich nicht"

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Ein Bild aus gemeinsamen Zeiten beim FC Bayern: Oli Kahn (l.) und Michael Rensing.

Düsseldorf - Der dreimalige Welttorhüter Oliver Kahn (44) hat seinen früheren Stellvertreter Michael Rensing (29) wegen dessen Fehlverhalten beim Zweitligisten Fortuna Düsseldorf scharf kritisiert.

„Das geht natürlich nicht. So eine Entscheidung muss man hinnehmen und seinen Frust woanders abbauen“, sagte Kahn in der Bild-Zeitung zum Eklat um seinen früheren „Kronprinzen“ bei Bayern München.

Rensing, erst seit dem 1. Juli dieses Jahres Angestellter bei Fortuna Düsseldorf, hatte am Montag für Aufregung gesorgt. Nachdem Trainer Mike Büskens ihm mitgeteilt hatte, dass er als Nummer zwei hinter Fabian Giefer in die neue Saison startet, hatte Rensing das Trainingsgelände verlassen und war nach Hause gefahren. Büskens strich den Keeper anschließend aus dem Kader für das erste Saisonspiel am Abend gegen Energie Cottbus. Beim 1:0 der Fortuna gegen Cottbus war Rensing nicht im Stadion, er wurde durch Robin Heller (18) ersetzt.

Geldstrafe, Abmahnung oder Verkauf?

Am Dienstag hat sich der Fortuna-Vorstand mit der Angelegenheit beschäftigt, am Mittwoch soll eine Entscheidung fallen. Dass Rensing seinen bis 2014 datierten Vertrag beim Bundesliga-Absteiger erfüllt, ist unwahrscheinlich. Er könnte problemlos in der ersten Transferperiode bis Ende August noch den Verein wechseln, sofern sich beide Klubs auf eine einvernehmliche Trennung verständigen. Am Mittwochnachmittag will Fortuna bekannt geben, wie es mit Rensing weitergeht. Auch eine hohe Geldstrafe und eine Abmahnung stehen im Raum.

Für den früheren DFB-Kapitän Kahn ist der Ausraster seines ehemaligen Mitspielers die Folge einer jahrelangen Entwicklung. „Der Bruch bei ihm kam, als Klinsmann zu den Bayern geholt wurde. Plötzlich setzte Klinsmann auf Jörg Butt, und seitdem ist bei Michael Rensing keine Stabilität mehr reingekommen“, sagte der 86-malige Nationalspieler. Auch unter Klinsmanns Nachfolger Louis van Gaal wurde es für Rensing, dem einst Bayern-Präsident Uli Hoeneß eine große Karriere im Klub und in der Nationalelf prophezeit hatte, nicht besser.

Keeper-Klöpse! Legendäre Torhüter-Pannen in der Bundesliga

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Auch Klasse-Keepern passieren mal Fehler - wir haben hier einige unvergessene seit dem Jahr 2000 für Sie zusammengestellt © dpa
30. September 2000 (Hertha BSC - 1. FC Köln 4:2): Markus Prölls Kölner Mannschaftskollege Dirk Lottner hat soeben per Elfmeter das 2:0 erzielt. Der FC-Keeper wartet auf den Wiederanstoß. Weil Pröll zu weit vor seinem Tor steht, schießt der Berliner Alex Alves (r., hier in einer Jubelszene) direkt aufs Tor - und zirkelt den Ball in den Torwinkel. © Getty
3. März 2001 (Hansa Rostock - Bayern München 3:2): In den Schlussminuten stürmt Nationaltorhüter Oliver Kahn in den gegnerischen Strafraum und faustet den Ball nach einem Eckball ins Rostocker Tor. Der „Titan“ sieht die Gelb-Rote Karte wegen absichtlichen Handspiels, die Bayern verlieren die Begegnung. © Getty
6. April 2002 (Energie Cottbus - Borussia Mönchengladbach 3:3): Nach einem abgefälschtem Schuss von Gladbachs Marcel Witeczek bleibt Energie-Schlussmann Tomislav Piplica wie angewurzelt auf der Torlinie stehen. Der Ball fällt ihm auf den Kopf und von dort ins Tor. © dpa
17. April 2004 (Schalke 04 - Bayer Leverkusen 2:3): In der 76. Minute trifft Leverkusens Keeper Jörg Butt per Foulelfmeter zum 3:1 und lässt sich ausgiebig feiern. Als er ins eigene Gehäuse zurücktrabt, ist der Ball bereits unterwegs. Schütze war der Schalker Mike Hanke aus dem Anstoßkreis heraus. © Getty
19. Februar 2006 (1. FC Kaiserslautern - Arminia Bielefeld 2:0): Bielefelds Schlussmann Mathias Hain will eine Ecke verhindern und eine Rückgabe weiterleiten - und schaufelt den Ball direkt vor die Füße von Lauterns Boubacar Sanogo, der den Ball ungehindert einschießt. © Getty
4. April 2009 (VfL Bochum - VfB Stuttgart 1:2): Stuttgarts Keeper Jens Lehmann fängt eine Flanke des VfL ab und segelt mit dem Ball ins eigene Tor. © Getty
4. Oktober 2009 (Hertha BSC - Hamburger SV 1:3): Herthas Ersatzkeeper Sascha Burchert sorgt für einen „Trottel-Doppelpack“. Zweimal kommt der Blondschopf weit aus seinem Tor gelaufen, um per Flugkopfball zu klären. Der Ball landete jedoch vor den Füßen der Hamburger David Jarolim und Ze Roberto, die Burchert aus 25 bzw. 40 Metern überlupfen. © Getty
7. August 2011 (FSV Mainz 05 - Bayer Leverkusen 2:0): Fabian Giefer im Tor der Mainzer will den Ball nach einer Rückgabe direkt weiterspielen - und baut einen Querschläger. Sami Allagui bedankt sich und schiebt den Ball ins Tor. © Getty
7. August 2011 (Bayern München - Borussia Mönchengladbach 0:1: Der neue Bayern-Keeper Manuel Neuer fliegt in seinem ersten Bundesligaspiel für den Rekordmeister nach einem langen Pass an der Strafraumgrenze an Ball und Gegner vorbei. Gladbachs Igor De Camargo trifft per Kopf. © Getty
19. Januar 2013 (Fortuna Düsseldorf - FC Augsburg 2:3): Nach einem langen Pass köpft der Düsseldorfer Juanan zu seinem Torhüter Fabian Giefer zurück, der den Ball jedoch durch die Beine rutschen lässt. Der Augsburger Sascha Mölders war Nutznießer beim 1:0 wie auch beim 3:0, als Giefer den FC-Stürmer anschießt und der Ball von dessen Hinterteil ins Tor trudelt. © Getty

„Ich habe Michael als sehr angenehmen und ehrgeizigen jungen Mann kennengelernt. Doch er braucht auch Führung“, sagte Kahn. Wie es mit Rensing, der zuletzt bei Bayer Leverkusen die Nummer zwei war, weitergeht, ist noch unklar. „Ich denke, dass es im Laufe des Tages eine Entscheidung geben wird. Sicherlich müssen wir zunächst an das Wohl des Vereins denken, aber man darf bei Michael Rensing auch das Menschliche nicht außer Acht lassen“, sagte Düsseldorfs Präsident Peter Frymuth dem SID. Um 15.00 Uhr trainiert Fortuna erstmals wieder nach dem 1:0 gegen Cottbus.

sid

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