Diese Spieler müssen um die EM zittern

+
Joachim Löw grübelt. Vier Spieler muss er am Dienstag nach Hause schicken.

Tourettes - Am Dienstag verteilt Fußball-Bundestrainer Joachim Löw die 23 EM-Tickets. Acht Wackelkandidaten müssen um ihre Teilnahme an der Endrunde in Polen und der Ukraine zittern.

Wenn der vorletzte EM-Test am Samstag in der Schweiz der Maßstab wäre, dann müsste der halbe Kader der Fußball-Nationalmannschaft den Bannstrahl von Joachim Löw fürchten. Da die schwache Leistung des kompletten Teams beim 3:5 (1: 2) in Basel aber nur ein Aspekt in den Überlegungen des Bundestrainers ist, leben wohl nur acht Wackelkandidaten bis zur Nominierung des 23-köpfigen Endrunden-Aufgebots am Dienstag zwischen Hoffen und Bangen. Für einen Torwart und drei Feldspieler wird der EM-Traum aber platzen.

Zu den ganz heißen Anwärtern auf einen langen Sommerurlaub gehören Torhüter Marc-Andre ter Stegen, Julian Draxler, Marcel Schmelzer und Lars Bender. Nicht viel besser stehen die Chancen auf eine EM-Teilnahme für Cacau, Sven Bender, Ilkay Gündogan und Keeper Ron-Robert Zieler. Sollte ein anderer der 27 Profis von Löw aus dem EM-Trainingslager in Südfrankreich nach Hause geschickt werden, wäre das eine handfeste Überraschung.

Das ist Jogis vorläufiger EM-Kader

Das ist Jogis EM-Kader!

Folgende Spieler stehen im EM-Kader: © dpa
TORHÜTER: Manuel Neuer (FC Bayern): Ultras, weder Gelsenkirchener, die ihn als abtrünnig verurteilen, noch Münchner, die ihn niemals zu akzeptieren bereit sind, interessieren sich für die Nationalmannschaft und die EM nicht. So hat Neuer die Chance, mal wieder uneingeschränkt gemocht zu werden. Seine Saison bei den Bayern schwankte zwischen Heldentaten (Elfmeterschießen in Madrid) und grotesken Fehlern in der Liga. © dpa
Tim Wiese (Werder Bremen): Auf Sardinien, im ersten Trainingslager, hielt der DFB einen Medientag ab, da musste auch der Muffel Tim Wiese eine ganze Stunde Interviews geben. Hinterher beschwerte er sich, immer nur gefragt zu werden, warum er denn von Bremen nach Hoffenheim gehe, wenn er dauerhaft Champions League spielen wolle. Die nächsten Wochen wird die Frage lauten: Wie wird er es schaffen, eine stille Nummer zwei zu sein? © dpa
Ron-Robert Zieler (Hannover 96): Mit 23 schon sagen zu können: Früher war ich bei Manchester United – beeindruckend. Allerdings: Ron-Robert Zieler hat sich in Sir Alex Fergusons Starauswahl nicht durchsetzen können, er war der dritte Torwart, den man nicht als Erben des großen Edwin van der Sar sah. Er durfte nach Hannover wechseln, wo er für die Mannschaft ähnlich wichtig wurde, wie der verstorbene Robert Enke es war. Große Stärke: Ruhe. © dpa
ABWEHR: Philipp Lahm (FC Bayern): Vor zwei Jahren war der Münchner noch der Aushilfskapitän, der Vertreter des verletzten Michael Ballack. Doch schon in Südafrika hat er sich gezielt als dauerhafter Nachfolger positioniert. Sogar eine Autobiografie hat er schon hinter sich, über deren überschaubaren Konfliktstoff wochenlang zu Gericht gesessen wurde. Das Image vom harmlosen „Fipsi“ ist seitdem Vergangenheit, Lahm blickt bei Pressekonferenzen und Interviews ein wenig grimmiger und entschlossener. Für den großen Titel wird es nach drei verlorenen Finals (EM 2008, zweimal Champions League-Finale) mit 28 Jahren Zeit. © dpa
Holger Badstuber (FC Bayern): Nicht so sehr Champions League-betroffen wie die anderen Bayern, weil er im Finale gesperrt fehlte. Zur WM 2010 rutschte er eben noch so in der Kader, spielte in der Vorrunde linker Verteidiger, das war nicht seins. Im Zentrum starke Entwicklung in den letzten zwei Jahren, nahm sich mit dem im Wintersport bekannten Münchner Thomas Baschab einen eigenen Mentaltrainer. In der DFB-Abwehr gesetzt. © dpa
Jerome Boateng (FC Bayern): Der weltbeste Innenverteidiger, der aber noch nie Innenverteidiger gespielt hat – so wurde über Jerome Boateng, 23, mal geschrieben. Bei den Bayern ist er auf der von ihm favorisierten Position dauerhaft erst zum Zug gekommen, als kein anderer mehr da war. Durchwachsene Saison. Joachim Löw hat ihn für die EM als Außenverteidiger auf dem Zettel und lobt: „2010 auf links, das war sehr zufriedenstellend.“ © dpa
Marcel Schmelzer (Borussia Dortmund): Jürgen Klopp hat ihn auf der Reservebank der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund entdeckt – ab da hat Schmelzer eine Superkarriere gemacht. Kritiker sehen ihn international jedoch an die Grenzen gestoßen. Gut ist er, wenn er einen Gegenspieler zermürben und totlaufen kann (wie am liebsten Bayerns und Hollands Arjen Robben). Das Kopfballspiel dagegen ist nicht Marcel Schmelzers Kernkompetenz. © dpa
Mats Hummels (Borussia Dortmund) © dpa
Benedikt Höwedes (FC Schalke 04): Der Bundestrainer schwärmt von seinen drei Innenverteidigern Badstuber, Mertesacker und Hummels – was im Umkehrschluss bedeutet, dass er den Schalker Höwedes in einer anderen Rolle sieht. Der 24-Jährige kann auch linker oder rechter Verteidiger spielen, im Verein bewies er sich auch auf der Sechser-Position – doch überall gibt es bessere. Höwedes bleibt als Trost da wohl nur: Spieler wie ihn nennt man polyvalent. © dpa
Per Mertesacker (Arsenal London): „Im Training macht er einen sehr guten Eindruck“, sagt Löw über den England-Legionär, der kraft der Erfahrung aus 80 Länderspielen der klare Abwehrchef sein müsste. Problem: Er hat drei Monate in Folge einer komplizierten Knöchelverletzung nicht gespielt. Vorteil: Der 27-Jährige mit der dank seiner Körpermaße enormen Reichweite hat Erfahrung mit Comebacks. Auch 2010 hat er sich „reingequält“, wie Löw weiß. © dpa
MITTELFELD: Sami Khedira (Real Madrid): Phänomenale Entwicklung: Vor zwei Jahren war er noch das (fast schon ewige) Talent vom VfB Stuttgart, nun spielt er, mit erst 25, in der Weltstarliga. Bei Real Madrid wurde er, obwohl ihn anfangs Skepsis begleitet hatte, Stammspieler und soeben spanischer Meister. Ist auch eine „Celebrity“, seit er mit Lena Gercke, Ex-„Germany’s Next Top Model“ zusammenlebt. Das Private wird öffentlich – stört ihn, „aber gehört dazu“. © dpa
Mario Götze (Borussia Dortmund): Das Supertalent des deutschen Fußballs hat, obwohl erst 19, dank eines Nike-Privatvertrags ausgesorgt, die Lebenshaltungskosten in der Pension Götze (eigene Wohnung im elterlichen Reihenhaus) sind wohl überschaubar. In sein erstes Turnier geht der mögliche deutsche Messi mit dem Handicap einer längeren Pause (Schambeinentzündung) und nur als Nummer zwei auf der Zehner-Position; da regiert noch Mesut Özil. © dpa
Toni Kroos (FC Bayern): Seine Saison beim FC Bayern war anfangs sehr stark, klang aber unspektakulär aus. Mal zur Aushilfe im defensiven Mittelfeld, dann wieder auf der Lieblingsposition zentral und offensiv – Toni Kroos, 22, spielte immer, ohne aber einen festen Platz zu haben. In der Nationalmannschaft wurde für ihn der Begriff des „Zwischenspielers“ geprägt – bei der EM wird sich Löw aber nicht auf dieses System stützen. © dpa
Bastian Schweinsteiger (FC Bayern): Der Pflegefall im Team: Was macht der Wadenmuskel? Und vor allem: Wie geht’s der Seele, verziehen sich die Schatten über ihr? Nach dem verlorenen Champions League-Finale und seinem verschossenen Elfmeter (Pfosten, Zentimeter-Pech) macht Schweinsteiger den Eindruck, als wolle er nur noch im Kapuzenpulli durch die Gegend laufen. Dabei hat man noch das Bild von der EM 2008 so klar vor Augen: Der Bastian, wie er mit schwarz-rot-goldenem Zylinder deutsche Siege feiert. Die Schweini-Unbeschwertheit ist dahin, seit der Oberaudorfer vor zwei Jahren die Verantwortungsrolle auf seine Schultern geladen hat. Für ihn gilt wie für Lahm: Einer aus der „goldenen Generation“, die langsam liefern muss. © dpa
Mesut Özil (Real Madrid): Nach der WM 2010 wechselte er zu Real Madrid, das ein paar Monate einen Ersatz brauchte für den brasilianischen Topstar Kaka. Die Vertretung Özil wurde zur Dauerlösung, in Spanien wird die Genialität und Schönheit seines Spiels besungen. Der immer noch schüchtern wirkende Deutsch-Türke erlebt aber auch die Schattenseiten: Paparazzi lauern – selbst wenn er in Italien zu einem Date auftaucht. © dpa
Thomas Müller (FC Bayern): Als er im Champions League-Finale gegen Chelsea das 1:0 köpfte, war er wieder da: ein Gänsehaut-Moment wie bei der WM 2010 in seinen großen Partien gegen England und Argentinien. Thomas Müller, der Mann für die historischen Tore. Rechtzeitig zur EM hat er damit ein Zeichen gesetzt – auch wenn seine Saison in der Bundesliga einige Dellen hatte (weniger Treffer als in den Jahren davor, ein paar Mal Ersatzbank). © dpa
Lukas Podolski (1. FC Köln): Der Kölner findet es eine Wahnsinnsvorstellung, „mit 28 Jahren mal 100 Länderspiele zu haben“. Er schafft es wohl schon mit 27, bei der EM könnte die Marke im dritten Vorrundenmatch erreicht werden. „Poldi“ ärgert sich nur, dass diese Spiele in der Ukraine sind und nicht in seinem Geburtsland Polen. „Ab dem Viertelfinale“, schätzt er, „werden die Kartenwünsche aus der Familie kommen“. © dpa
André Schürrle (hinten, Bayer Leverkusen): Versprühte in den Trainingslagern gute Laune. Das hatte zum einen damit zu tun, dass Spaßmacher Marco Reus sein bester Kumpel ist – doch ebenso beeindruckte Andre Schürrle den Bundestrainer mit Fleiß und steigender Form. Er sitzt im linken Mittelfeld Lukas Podolski im Nacken, im Training hinterließ der 21-Jährige auch auf der rechten Seite einen guten Eindruck. Stärke: funktioniert als Einwechselspieler. © dpa
Marco Reus (Borussia Mönchengladback): Wer ist der lustigste Spieler im Kader? „Definitiv am meisten Spaß haben wir mit Marco Reus“, verrät Ilkay Gündogan über seinen zukünftigen Kollegen in Dortmund. Reus erhielt soeben eine auch fachlich wertvolle Auszeichnung: In einer Umfrage unter den Bundesligaprofis wurde der Mönchengladbacher zum besten Spieler gewählt. Löw plant mit Marco Reus (18 Bundesliga-Tore) als Joker Nummer eins. © dpa
Lars Bender (Bayer Leverkusen): Ein Bender musste sein, entschied Jogi Löw. Man könne die Zwillinge auch als Spielertypen kaum unterscheiden. Aber er brauchte einen, „der sich von unseren anderen Mittelfeldspielern abhebt“. Er nahm Lars, den Leverkusener, den er vielleicht mal für einen Spezialauftrag braucht; „Wenn es gilt, in den letzten Minuten die Kreise eines bestimmten gegnerischen Spielers mit Zweikampfstärke einzuengen.“ © dpa
Ilkay Gündogan (Borussia Dortmund): Noch im Februar hat er eine Halbzeit in der Regionalliga spielen müssen – mit Dortmund II gegen Kaiserslautern II. Nun ist der 21-Jährige aber zumindest im Team Deutschland II angekommen. Löw sieht bei dem Ex-Nürnberger die Perspektive: „Ballsicherheit, gute Übersicht – und er sucht den Abschluss, weiß, wo das Tor steht.“ Der „kleine Schweinsteiger“ hat aber noch den großen Schweinsteiger vor sich. © dpa
STURM: Mario Gomez (FC Bayern): Nach Toren (26 in der Bundesliga, 12 in der Champions League) eine ertragreiche Saison – an deren Ende dennoch Zweifel stehen, ob der Knipser Gomez ein zeitgemäßer Mittelstürmer ist. Am Dauermitbewerber Klose ist Gomez noch nicht vorbei, er wird wohl als Reservist anfangen und auf seine Chance warten müssen. Seine bisherigen Turniere (EM ‘08, WM ‘10) verliefen unerfreulich für den 26-Jährigen. © dpa
Miroslav Klose (Lazio Rom): Wegen Rückenschmerzen ließ er ein paar Trainingseinheiten aus und witzelte: „Das hat wohl mit dem Alter zu tun.“ Klose hat sich in Italien neu erfunden, mit zwölf Toren für Lazio Rom spielte er seine abschlussstärkste Saison seit 2007. Joachim Löw vertraut seinem Routinier (115 Länderspiele) voll und ganz: „Miro kennt seinen Körper perfekt, keiner versteht es wie er, auf den Punkt fit zu werden.“ © dpa

Immerhin hat der Bundestrainer schon vor seiner Entscheidung einen Trost für die von der Ausmusterung betroffen Spieler parat. Die Aussortierten dürfen sich berechtigte Hoffnungen darauf machen, nach der Endrunde in Polen und der Ukraine (8. Juni bis 1. Juli) wieder eine Rolle in der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zu spielen.

„Für manche war das Trainingslager eine große Chance für die Zukunft. Ich kann mir gut vorstellen, dass das eine gute Schule war. Für manche wird es sicher hart, wenn sie nicht mit zur EM fahren. Aber es war gut, dass sie dabei waren“, sagte Löw, der die eher geringe Bedeutung des Schweiz-Spiels für seine Entscheidung noch einmal betonte: „Das war kein individuelles Schaulaufen. Ich wollte sehen, was der Einzelne dem Team bringen kann. Einzelne Spieler aufgrund einer Situation, eines Spiels, eines Kurzeinsatzes zu bewerten, wäre völlig falsch.“

Nicht richtig wäre es nach Ansicht Löws auch, den 20 Jahre alten ter Stegen trotz der meisten Gegentreffer für einen Torwart-Debütanten seit 1954 bereits abzuschreiben. „Er darf jetzt den Kopf nicht hängen lassen. Er hat eine Riesensaison gespielt, hat unglaubliche Anlagen“, äußerte der Coach: „Er ist ein großartiger Torhüter mit vielen gute Anlagen. Er wird seinen Weg machen. Ich bin überzeugt, dass er das wegstecken wird.“

Ter Stegen selbst hat noch nicht aufgegeben. Der Gladbacher hofft darauf, dass er sowohl bei der EM-Generalprobe am Donnerstag in Leipzig gegen Israel (20.30 Uhr/ARD) als auch beim ersten Endrunden-Spiel am 9. Juni in Lwiw gegen Portugal mit von der Partie sein wird. „Ich habe sicherlich kein gutes Spiel gemacht. Aber wir werden schauen, was passieren wird“, sagte der Torhüter.

Unsere EM-Gegner: Es warten Robben, Ronaldo und Kvist

Unsere EM-Gegner: Es warten Robben, Ronaldo und Kvist

Das wird eine harte Gruppe: Bei der EM-Vorrunde 2012 warten auf uns (von links) Arjen Robben, Christiano Ronaldo und William Kvist. Wir stellen Deutschlands EM-Gegner Holland, Portugal und Dänemark vor. © Getty
DÄNEMARK: “Danish Dynamite“ war für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bei großen Turnieren in der Vergangenheit ein rotes Tuch. Bei einer Europameisterschaft schlüpfte Dänemark schon einmal in die Rolle des Spielverderbers für den Deutschen Fußball-Bund (DFB). © Getty
Knapp 20 Jahre vor dem Beginn der nächstjährigen EM-Endrunde in Polen und der Ukraine gewann der kleine Nachbarstaat gegen Deutschland das EM-Finale von 1992 mit 2:0 und wurde in Göteborg überraschend Europameister. © Getty
Auch bei der WM 1986 in Mexiko waren die Dänen in der Vorrunde zu stark und besiegten Deutschland mit dem selben Ergebnis. © Getty
Der bislang letzte Sieg gegen Dänemark liegt bereits über 15 Jahre zurück. Die aktuelle dänische Fußball-Generation qualifizierte sich unter Ex-Bundesligaspieler und -trainer Morten Olsen souverän vor Cristiano Ronaldos Portugiesen für die EM. © Getty
Der Europameister von 1992 und Weltranglisten-Elfte nimmt zum achten Mal an einer EM-Endrunde teil. Zwar war Dänemark zudem bereits 1964 in der K.o.-Runde vertreten, damals gab es aber noch kein Finalturnier. © Getty
Als Star des Teams gilt der derzeit vom FC Arsenal an den FC Sunderland ausgeliehene Nicklas Bendtner. Der erst 23 Jahre alte Stürmer schoss in bislang 45 Länderspielen 17 Tore. Der 62-jährige Olsen hat Erfolg mit seiner Team-Verjüngung, zum Lohn wurde sein Vertrag jüngst bis zur WM 2014 verlängert. © Getty
Nach dem Rücktritt des früheren Stuttgarters Jon Dahl Tomasson im vergangenen Jahr sind nur noch Dennis Rommedahl (33/Bröndby IF), der Ex-Schalker Christian Poulsen (33/Thonon Gaillard, Foto)) und Torhüter Thomas Sørensen (35/Stoke City) als Routiniers verblieben. © Getty
Neben Bendtner genießt der erst 19 Jahre alte Christian Eriksen von Ajax Amsterdam den Ruf als großes Talent. © Getty
Aus der Bundesliga gehören Bo Svensson (Mainz) und William Kvist (Stuttgart) zum Kader. © Getty
Zudem ist der von Wolfsburg an den AS Rom verliehene Simon Kjær wichtige Abwehrstütze. © Getty
PORTUGAL: Jahrelang mischte die portugiesische Auswahl ganz vorn mit in Fußball-Europa, inzwischen sind Cristiano Ronaldo & Co. eher in die Kategorie “Geheimfavoriten“ abgerutscht. © Getty
Erst in den Playoffs qualifizierte sich das von den Einzelkönnern her bestens besetzte Starensemble für die EM 2012, nachdem Portugal zuvor in seiner Gruppe nur Zweiter hinter Dänemark geworden war. © Getty
Erst ein 6:2 im Relegations-Rückspiel gegen Bosnien-Herzegowina besänftigte die Anhänger für das 0:0 aus dem Hinspiel und viele weitere enttäuschende Vorstellungen in jüngerer Vergangenheit. © Getty
Der vor knapp einem Jahr zum Nationaltrainer berufene Paulo Bento verhinderte so zumindest das EM-Fiasko und führte die Auswahl des ärmsten Landes Westeuropas nach erheblichen Startschwierigkeiten noch nach Polen und in die Ukraine. © Getty
Der 42 Jahre alte Ex-Nationalspieler kam damals für seinen entlassenen Vorgänger Carlos Queiroz - und muss die EM angesichts eines auslaufenden Vertrages auch als eigene Bühne nutzen. Unumstritten ist Bento in seiner Heimat nämlich keineswegs. © Getty
Kapitän und Weltstar Cristiano Ronaldo (Real Madrid)... © Getty
...sowie der technisch äußerst versierte ManUnited-Profi Nani werden im Sommer ganz besonders im Fokus stehen. Im Zusammenspiel sollen sie die “Selecção“ bei der sechsten EM-Teilnahme zumindest bis in die K.o.-Phase führen. © Getty
Die portugiesische EM-Bilanz ist durchaus sehenswert: Vor sieben Jahren wurden Ronaldo & Co. beim Turnier im eigenen Land Zweiter - nur die unglückliche 0:1-Pleite im Finale gegen den Underdog Griechenland schmerzt bis heute. © Getty
1984 und 2000 zog die portugiesische Nationalelf jeweils ins EM-Halbfinale ein. 2008 (Foto) kam das Aus im Viertelfinale ausgerechnet gegen Deutschland (2:3). © Getty
Auch jetzt mangelt es zumindest nicht an nach außen getragenem Optimismus. “Die Portugiesen dürfen träumen“, versprach Paulo Bento nach der geschafften EM-Qualifikation. © Getty
Rekordnationalspieler Luis Figo, der bis zur WM 2006 noch zum Stamm der Auswahl gehörte, tönte gar etwas voreilig: “Portugal kann die EM gewinnen!“ © Getty
HOLLAND: Das Fußball-Jahr 2011 endete für die Niederlande mit dem 0:3 in Deutschland düster, doch bei der EM in Polen und der Ukraine wollen die “Oranje“-Stars in sechs Monaten wieder im hellen Glanz erscheinen. © Getty
Nach Platz zwei bei der Weltmeisterschaft in Südafrika im vergangenen Jahr (Foto) gibt es für das Team von Bondscoach Bert van Marwijk 2012 nur ein Ziel: den EM-Titel. © Getty
Wesley Sneijder rechts), Arjen Robben (mitte), Robin van Persie (links), Klaas Jan Huntelaar - das Offensivpotenzial der Holländer ist nach wie vor gigantisch. Mit einem Torverhältnis von 37:8 schloss der Europameister von 1988 die Qualifikation für die EM im kommenden Jahr ab. © Getty
Erst im letzten, bereits bedeutungslosen Duell in Schweden gab es mit 2:3 die einzige Niederlage nach zuvor neun Siegen. © Getty
Van Marwijk hat es geschafft, den fußballerisch schon immer brillanten Niederländern auch eine nüchterne Spielweise zu verpassen. © Getty
Starben die Kicker aus Deutschlands Nachbarland in der Vergangenheit auf dem Platz oft in Schönheit, kombinieren sie nun technische Raffinesse mit pragmatischem Realismus. © Getty
Besonders bemerkenswert: Die niederländische Öffentlichkeit, die über nichts heißer diskutieren kann als über Fußball, hat den Strategiewechsel klaglos hingenommen. © Getty
Der Erfolg heiligt eben auch im Land von “Voetbal totaal“ die Mittel. Zumal auch das “neue Holland“ immer noch schön anzuschauen ist. © Getty
Gleich ein halbes Dutzend Bundesliga-Profis darf sich Hoffnungen auf das EM-Ticket machen. Van Marwijk betet inständig, dass Dauerpatient Robben bis zum EM-Start seine Verletzungen auskuriert hat. © Getty
Doch wenn Robben fit ist, droht mit Huntelaar einem anderen Deutschland-Legionär die Bank. Und das, obwohl der Schalker mit zwölf Treffern erfolgreichster Torschütze der gesamten Qualifikation war. © Getty
An Arsenals Tormaschine van Persie (links) dürfte Huntelaar dennoch nicht vorbeikommen. Nur ein Beispiel für van Marwijks Möglichkeiten. © Getty

Auch der 18 Jahre alte Jungstar Draxler von Schalke 04 sieht sich nach dem Spiel bei den Eidgenossen in keiner schlechteren Position als die anderen Streichkandidaten: „Es ist völlig klar, dass ich noch Steigerungspotenzial habe, das gilt für mich genauso wie für die ganze Mannschaft.“

Trotz der Zuversicht der Wackelkandidaten und der Versprechungen Löws auf eine Zukunft der Aussortierten in der deutschen Auswahl hat die Vergangenheit gezeigt, dass ein Karriereknick nicht ausgeschlossen ist. Bisher wurden Marko Marin, Patrick Helmes und Jermaine Jones (vor der EM 2008) sowie Andreas Beck (vor der WM 2010) von Löw gestrichen - alle vier Profis spielen derzeit keine Rolle mehr im Nationalteam.

SID

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Meistgelesene Artikel

TSV 1860 München vor Drittliga-Kracher – Alle Infos zum Spiel gegen Mannheim

TSV 1860 München vor Drittliga-Kracher – Alle Infos zum Spiel gegen Mannheim

TSV 1860 München vor Drittliga-Kracher – Alle Infos zum Spiel gegen Mannheim
BVB - Sporting: Dortmund-Blamage in Lissabon! Rose-Elf ausgeschieden

BVB - Sporting: Dortmund-Blamage in Lissabon! Rose-Elf ausgeschieden

BVB - Sporting: Dortmund-Blamage in Lissabon! Rose-Elf ausgeschieden
BVB-Star Erling Haaland: Topklub will Transfer – Trainer kann sich rächen

BVB-Star Erling Haaland: Topklub will Transfer – Trainer kann sich rächen

BVB-Star Erling Haaland: Topklub will Transfer – Trainer kann sich rächen
Darum will Finanzchef Wettstein ab Sommer 2022  Boldt als alleinigen HSV-Boss

Darum will Finanzchef Wettstein ab Sommer 2022 Boldt als alleinigen HSV-Boss

Darum will Finanzchef Wettstein ab Sommer 2022 Boldt als alleinigen HSV-Boss

Kommentare