Hrubesch analysiert Youngster

Löws „Next Generation“ träumt von der WM

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U21-Coach Horst Hrubesch (l.) und Bundestrainer Joachim Löw

Hamburg - Sechs Spieler ohne Länderspiel stehen im vorläufigen WM-Kader. U21-Nationaltrainer Horst Hrubesch zeigt ihren weiteren Weg auf.

Horst Hrubesch ist der perfekte Talente-Ausbilder. Die Entwicklung der ihm anvertrauten Jung-Fußballer ist dem 63-Jährige wichtiger als der nächste Sieg. Titel und die Fokussierung darauf dienen vor allem der Persönlichkeitsbildung.

Deshalb ist der Trainer der deutschen U21-Auswahl erst einmal froh, wenn er Spieler ins A-Team übergeben kann. Die Arbeit ist für ihn dann aber nicht beendet, sie beginnt erst. Gemeinsam mit Bundestrainer Joachim Löw und den Vereinscoaches will Hrubesch dafür sorgen, dass aus Sternchen Stars werden und aus Hoffnungsträgern irgendwann Verantwortungs- zumindest aber Leistungsträger.

Dass Löw in der vergangenen Wochen sechs junge Spieler ohne einziges A-Länderspiel in seinen vorläufigen WM-Kader nominiert hat, ist „für alle erst einmal ein toller Erfolg und eine Belohnung für das, was sie geleistet haben“, sagt der Europameister von 1980 dem SID: „Und zwar unabhängig von der endgültigen Entscheidung.“

Denn Hrubesch weiß natürlich: Die wenigsten aus diesem Sextett werden am Ende zum endgültigen WM-Kader in Brasilien gehören. Allenfalls U21-Kapitän Kevin Volland (21/Hoffenheim) und Linksverteidiger Erik Durm (22/Dortmund) dürfen sich große Chancen ausrechnen.

Max Meyer (18), Leon Goretzka (19, beide Schalke), Shkodran Mustafi (22/Genua) und Andre Hahn (23/Augsburg) dürfen zwar träumen, ihre Nominierungen sind aber wohl unter anderen Gesichtspunkten erfolgt. Löw will die Spieler im Training kennenlernen, er will sie in der Gruppe erleben, wissen, wie sie mit der plötzlichen Chance und neuen Bekanntheit umgehen - und im Notfall auch mit der kurzfristigen Ausbootung vor dem Turnier.

„Ich glaube, da wird es keine Probleme geben“, sagt Hrubesch. Für alle kam die Chance so überraschend, dass eine endgültige Nominierung eher eine erneute Überraschung sein müsste. „Es ging darum, ihnen einen Weg aufzuzeigen. Wer es am Ende zur WM schafft, ist schwer zu sagen“, erklärt der U21-Coach: „Das ist auch abhängig davon, ob Jogi das findet, was er sucht.“ Grundsätzlich aber „traue ich es allen zu“.

Den einen Weg nach oben gibt es nicht

Rund um das Polen-Spiel am Dienstagabend hatten „die Jungs erst einmal die Möglichkeit, sich zu zeigen“, sagt Hrubesch und ergänzt schmunzelnd: „Und selbst zu erkennen, was ihnen vielleicht noch fehlt. Und uns fällt es danach sicher leichter, es ihnen aufzuzeigen.“

Sicher ist: Den einen Weg nach oben gibt es nicht. Manche erholten sich von einem missglückten Debüt nie. Lothar Matthäus, damals 19, verpatzte seines bei der EM 1980 ebenfalls kolossal, wurde danach 17 Monate nicht mehr eingesetzt - und endete als Weltfußballer und Rekordnationalspieler. Auch haben nur vier der Neulinge die U21 durchlaufen. Meyer übersprang dagegen aus der U19 zwei U-Klassen. Hahn hat - wie einst Hrubesch - nie ein Junioren-Länderspiel absolviert.

Klar ist für Hrubesch, dass „alle, die jetzt hochkommen“ nach dem Schnupperkurs „wie vereinbart wieder zurück in die U21 kommen“. Dies gelte auch für mögliche WM-Teilnehmer und sei keineswegs eine Abstufung. „Isco kommt bei Spanien auch immer wieder zurück“, betont Hrubesch mit Blick auf den Jungstar von Real Madrid. Volland zum Beispiel „ist der Kapitän dieser Mannschaft. Und diese Jungs haben ihm geholfen, nach oben zu kommen“.

Soll heißen: Anführer der „jungen Wilden“ zu sein, kann langfristig hilfreicher sein als Kurzeinsätze beim A-Team. Und die Entwicklung ist schließlich das, was zählt.

SID

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