Bundestrainer begehrt

Löw plant Auszeit: Nach EM-Aus gibt es aber plötzlich eine völlig irre Job-Anfrage

Joachim Löw beendet seine Bundestrainer-Ära mit einer Niederlage. Wie geht es jetzt weiter? Auf seiner Abschieds-PK kam es zu einem kuriosen Moment.

London - Zwei Stiche ins deutsche Fußball-Herz: Raheem Sterling und Harry Kane kegelten die deutsche Nationalmannschaft mit ihren beiden späten Toren aus der EM. Englands Sieg bedeutete gleichzeitig die 34. Niederlage für Joachim Löw* als Bundestrainer. Nach 198 Spielen tritt er nun ab. Eine Frage bleibt: Was wird aus unserem Weltmeister-Coach von 2014?

Löw hatte bereits vor Monaten angekündigt, dass er nach seiner Ära als Bundestrainer eine Auszeit nehmen wird. Aber: Von einem Karriereende will der 61-Jährige nichts wissen. „Nach 15 Jahren an der Spitze wird es mir guttun, mich von der Verantwortung zu lösen. Eine emotionale Pause ist wichtig für mich, ich war so lange beim DFB, da sieht man sich nicht sofort um nach etwas Neuem“, sagte er unmittelbar nach dem EM*-Achtelfinale. Es ist also schon klar, was Löw in den kommenden Monaten machen wird: Abschalten, Abstand gewinnen, Erholung suchen.

Joachim Löw: Wie geht es jetzt weiter? Bundestrainer will von Ruhestand nichts wissen

„Ich muss die Enttäuschung und die Leere, die kommt, auch zulassen. So ein Turnier schüttelt man nicht in den ersten Tagen ab, da wird man Zeit benötigen“, ergänzte Löw. Wird man ihn denn jemals wieder als Trainer sehen? Löw* versichert: „Es wird wieder neue Energie kommen. Vom Ruhestand habe ich nie gesprochen. Es gibt mit Sicherheit neue Aufgaben, die für mich interessant sind.“ Einen konkreten Plan habe er aber noch nicht, meinte Löw.

Zuletzt war der künftige Ex-Bundestrainer immer wieder mit Real Madrid in Verbindung gebracht worden, dort ist inzwischen aber Carlo Ancelotti zurück an der Seitenlinie. Löw hatte seine beste Zeit als aktiver Spieler beim SC Freiburg, die ersten Schritte als Trainer ging er in der Schweiz, in Deutschland, der Türkei und in Österreich. Es ist nicht ausgeschlossen, dass er alte Kontakte wieder aufleben lässt.

Zukunft von Joachim Löw: Trainer der niederländischen Nationalmannschaft?

Auf Löws-Abschieds-PK gab es dann aber plötzlich eine andere Job-Anfrage - und die war äußerst kurios! Der niederländische Journalist Bert Maalderink fragte: „Die holländische Mannschaft hat jetzt keinen Bundestrainer mehr, Frank De Boer ist weg. Sind Sie interessiert?“

Löw antwortete mit der Spur eines Lächelns: „Ich bin im Moment daran auf keinen Fall interessiert.“ Anschließend lieferte er auch direkt die Erklärung: „In Holland gibt es sehr viele gute Trainer, die den Fußball dort sehr gut kennen.“ Generell hätte sich Oranje zu früh von der EM verabschiedet, nach schwierigen Jahren sei man in den Niederlanden zuletzt aber auf einem guten Weg gewesen.

Zuvor hatte Löw bei der PK bereits über seine persönlichen Pläne für die kommenden Tage und Wochen gesprochen. „Ich habe bislang nichts geplant, weder einen Urlaub noch sonstige Dinge. Jetzt muss man das verarbeiten: Was hilft, ist immer, ein bisschen Zeit zu haben. Und dann wird man sehen.“ Seine eigene Zukunft hätte der Bundestrainer zuletzt bewusst beiseite geschoben. Sicher ist nur: „Ich habe gespürt, dass ich nach so einer intensiven und langen Zeit einen emotionalen Abstand brauche.“

Joachim Löw: Zukunft noch unklar - Manuel Neuer spricht über „klasse Mensch“

Der einstige Assistent von Jürgen Klinsmann blickte zum Abschied auf „sehr viele Dinge“ zurück, „die sehr positiv waren“ - allen voran der WM-Triumph 2014*, dazu der Confed-Cup-Sieg 2017. Vor allem werden für ihn aber die „unglaublich starken Verbindungen“ zu seinen Spielern und sonstigen Wegbegleitern bleiben, meinte Löw: „Es gab Momente, die unvergesslich sind. Ich habe Menschen kennengelernt, die mir heute sehr wichtig sind in meinem Leben.“

Auch die deutschen Nationalspieler stehen Löw sehr nahe. Stellvertretend sagte Kapitän Manuel Neuer unmittelbar nach der Niederlage im Wembley Stadium: „Nach dem Abpfiff habe ich Richtung Mittellinie geschaut, auch Richtung Trainerbank. Und es war schon ein sehr trauriges Gefühl, als ich den Jogi jetzt gesehen habe, weil er einfach ein klasse Mensch ist. Auch die ehemaligen Spieler, die unter ihm gespielt haben, die haben ihm alle viel zu verdanken. Ich denke, dass er eine klasse Ära geprägt hat. Und dass es heute so zu Ende geht, ist natürlich schade und auch sehr traurig.“ (akl/sid) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Laci Perenyi/imago-images

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