Schalker Jungstar

"Icke" Meyer: Mit 18 schon eine große Nummer

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Max Meyer.

Gelsnekirchen - Max Meyer ist das nächste Super-Talent, das seinen Vertrag bei Schalke 04 verlängert hat. Englische und italienische Klubs hatten den 18-Jährigen schon ins Visier genommen.

Mit dem besonderen Lob eines Fußball-Nostalgikers konnte Max Meyer überhaupt nichts anfangen. Er spiele wie Thomas Häßler, hörte das Super-Talent von Schalke 04 des Öfteren von seinem Jugendtrainer Manfred Dubski. „Ich weiß gar nicht, wie er gespielt hat. Ich habe ihn nie bewusst erlebt“, sagte der 18-Jährige. Als „Icke“ 2003 sein letztes Bundesligaspiel bestritt, war Meyer gerade sieben.

Zehn Jahre später gab der kleine Techniker selbst sein Bundesligadebüt für die Königsblauen - als 17-Jähriger ein Jahr früher als Häßler, dem er nicht nur wegen der Körpergröße, sondern auch wegen seiner Spielweise ähnelt. Innerhalb kürzester Zeit hat sich Meyer zu einer festen Größe im offensiven Mittelfeld der Gelsenkirchener entwickelt.

Welche Qualitäten der nur 1,72 m große Mittelfeldspieler hat, entdeckten schnell nicht nur die Fans auf Schalke. Meyer, der bis zum DFB-Pokal-Achtelfinale am Dienstagabend gegen 1899 Hoffenheim erst 24 Pflichtspiele für die Königsblauen absolvierte, fiel auch den Talentspähern der Großen in Europa auf. Der FC Chelsea war angeblich bereit, 15 Millionen Euro für den 18-Jährigen zu zahlen. Auch andere Klubs aus der Premier League fragten bei seinem Berater an, berichtete Schalkes Sportvorstand Horst Heldt.

Heldt reagierte schnell und handelte mit dem gebürtigen Oberhausener eine vorzeitige Vertragsverlängerung bis 2018 aus. Im Gegenzug zu einer Gehaltsanhebung wurde dabei offenbar die Ausstiegsklausel modifiziert. Im alten Arbeitspapier, das noch bis 2017 Gültigkeit hatte, war die Ablösesumme für einen vorzeitigen Vereinswechsel angeblich auf 18 Millionen Euro festgeschrieben.

Ob sich die Summe jetzt in Regionen wie bei Julian Draxler (45,5 Millionen Euro) bewegt, wollte Heldt nicht sagen. Er erklärte nur: „Ich kann sehr lange sehr ruhig schlafen bis 2018.“ Auch das zweite Schalker Mittelfeld-Juwel neben Nationalspieler Draxler ist seit Samstag langfristig an den Klub gebunden - oder nur für viel Geld loszueisen.

Wie wertvoll Meyer schon jetzt für Schalke ist, bewies er mit seinem „20-Millionen-Pass“. Im zweiten Play-off-Spiel zur Champions League gegen PAOK Saloniki gerade eingewechselt, legte er für Draxler zum vorentscheidenden 2:1 auf und wurde gleich darauf aus taktischen Gründen wieder ausgewechselt. Die Gruppenphase der Königsklasse mit Einnahmen von rund 20 Millionen Euro hatten die Schalker sicher.

Beeindruckend ist vor allem, wie unbekümmert Meyer aufspielt. Wie er namhafte Gegenspieler mit schnellen Drehungen und gewitzten Finten düpiert, ohne groß darüber nachzudenken. „Ich spiele einfach frei auf“, sagte er. Auch die Rückennummer sieben, die er im Sommer von Weltstar Raul erbte, belastet ihn nicht: „Ich kann das ausblenden.“

Forsch ist der Youngster nicht nur auf dem Platz. Als er im vergangenen Januar als Jugendspieler mit ins Trainingslager der Profis in Katar durfte, sah er sich selbstbewusst „fußballerisch auf Augenhöhe mit einigen anderen“. Heldt bremste ihn darauf ein wenig, fand aber auch: „Er muss forsch sein.“

Meyer hält sich in seinen Aussagen nun zurück. Dafür demonstriert er sein Selbstbewusstsein auf dem Spielfeld. Als jüngster Bundesligaspieler erzielte er drei Tore in aufeinanderfolgenden Partien. Sitzt er einmal auf der Bank, weil ihm Trainer Jens Keller eine Pause gönnen will, murren bereits die Fans. Und dass Draxler für ihn meist seine Lieblingsposition im zentralen Mittelfeld räumen muss, überrascht niemanden mehr.

sid

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