Abwehrmann auf 180

HSV-Heißsporn: Leistner – Twitter-Stress nach Fan-Kritik

Toni Leistner sorgt beim HSV für Krawall. Der 30-Jährige, der in Dresden schon einen Fan schubste, attackiert jetzt einen Blogger auf Twitter.

  • HSV-Blogger kritisiert die Leistung der Mannschaft beim Spiel in Nürnberg.
  • Toni Leistner nimmt sich den Blogger in einem Antwort-Post verbal zur Brust.
  • Abwehrspieler geht nicht zum ersten Mal auf Konfrontationskurs und will dies auch so beibehalten.

Hamburg – Die Leistung des Hamburger SV* beim 1:1 im Auswärtsspiel gegen den 1. FC Nürnberg war nicht unbedingt das Gelbe vom Ei, wie man so schön sagt. Auch Trainer Daniel Thioune* wertete den Auftritt als Rückschritt. „Es war vielleicht nicht das schönste Fußballspiel für die Zuschauer, sondern taktisch etwas geprägter. Wir müssen mit dem Punkt leben“, sagte der HSV-Trainer und forderte: „Da geht bei allen mehr“. Zumindest ein HSV-Profi weiß, wie man ordentlich Gas gibt: Toni Leistner. Allerdings nur außerhalb des Platzes, wo sich der Routinier jetzt mit einem Blogger anlegte.

Fußballspieler:Toni Leistner
Geboren:19. August 1990 (Alter: 30 Jahre) in Dresden
Größe:1,90 Meter
Gewicht:87 Kilogramm
Aktuelles Team:Hamburger SV (seit 2020, Rückennummer 37)
Vorherige Vereine:1. FC Köln, Queens Park Rangers, Union Berlin, Hallescher FC, Dynamo Dresden

HSV: Blogger wirft dem HSV „elendes Blind-Gebolze“ vor – Toni Leistner antwortet

Auf „Twitter“ postete dieser Blogger auf seinem Account @HSVArena im Nachgang des Nürnberg-Spiels, bei dem Simon Terodde mit seinem Treffer zum 1:1-Ausgleich dem HSV einen Punkt rettete, mehr als kritisch: „Ohne Terodde spielt ihr um den Abstieg. Elendes Blind-Gebolze einer überbezahlten Truppe von Maltafüßen“. Zu viel für das eisenharte Abwehr-Ass Toni Leistner. Der feuerte mächtig angesäuert zurück: „Geh doch jemand anderen auf den Sack mit deiner negativen Einstellung.“ Deutlicher kann man seine Meinung nicht sagen!

Klare Ansage mit Wut im Bauch: HSV-Spieler Toni Leistner kontert auf Twitter die Kritik eines Fans. (24hamburg.de-Montage)

HSV: Es ist nicht das erste Mal, dass Toni Leistner im Umgang mit Fans auffällig wird

Es ist nicht das erste Mal, dass der Abwehrspieler der Mannschaft von Trainer Daniel Thioune im Umgang mit Fans in den Mittelpunkt gerät: Im DFB-Pokalwettbewerb brach der Innenverteidiger, der gerade von einem TV-Sender interviewt wurde, das Interview ab, nachdem er von den Rängen aus beleidigt wurde. Daraufhin kletterte der gebürtige Dresdener, der seit 2020 in Hamburg* kickt, auf die Tribüne und lieferte sich dort eine kurze Rangelei mit dem Pöbler.

Ein Video zeigt, wie Leistner auf den Mann losgeht und ihn zu Boden schubst. Andere Fans und Ordner entschärfen daraufhin die Lage, ehe Leistner wieder ins Stadioninnere zurückkehrte. Der Dynamo-Fan soll Leistners damals schwangere Frau beleidigt haben. „Meine Familie lasse ich nicht beleidigen“, sagte Leistner danach in einem TV-Interview. Im Nachhinein sprachen sich der HSV-Spieler und der Dynamo-Fan aus und begruben das Kriegsbeil. Leistner wurde dennoch gesperrt.

HSV: Schon im Pokalspiel legte sich Toni Leistner mit einem Fan an, der seine Familie beleidigt hatte

Klare Kante zeigen will Leistner dennoch weiterhin, wie er selbst sagt. „Gerade in der heutigen Zeit, in der soziale Medien wie Instagram, Facebook oder Twitter extrem präsent sind, nimmt man eine Menge wahr. In meinen Augen sollte man sich davor nicht verstecken und sich nicht in sein Schneckenhaus verkriechen. Im Gegenteil“, erklärte der 30-Jährige auch bereits im Vereins-Magazin „HSV live“.

Bei ihm sei es so „dass ich ein bis zwei Mal im Monat auch ganz bewusst auf Konfrontationskurs gehe und die Leute zur Rede stelle“, sagt Leistner und ergänzt: „Wenn man einen gewissen Austausch hat, dann ist es eine ganz andere Kommunikation, als wenn jemand unter einem Foto beleidigt oder Hass versprüht.“ Apropos Beleidigungen: Den HSV-Blogger hat Leistner bei Twitter inzwischen blockiert, dieser legte in einem Tweet noch einmal nach.

HSV: Toni Leistner will seinen Konfrontationskurs auch weiterhin beibehalten

„Die Fans“, sagt Leistner kritisch, aber durchaus zutreffend, „vergessen manchmal, dass wir einfach nur Menschen sind.“ Er sei, genauso wie seine Teamkollegen oder jeder andere Kicker im Profifußball, „keine Maschine, die ihr Ding runterspulen, die immer funktionieren und dabei keinerlei Regung zeigen.“ Ganz im Gegenteil: Wer sich gegen Leistner oder den Club aus dem Volksparkstadion* stellt, der muss mit dem Gegenwind des 30-Jährigen leben.

Schon nach dem Dresden-Spiel im September 2020 hatte Klaus Gjasula seinen emotionalen Teamkollegen und dessen damalige Aktion in Schutz genommen. „Es ist nicht wichtig, ob es im Fußballstadion oder anderswo passiert. Es spielt keine Rolle, welchen Beruf man ausübt. Ich glaube, dass der Respekt das Wichtigste ist, was wir haben – und wir damit gut umgehen müssen“, sagte Gjasula damals und fügte hinzu: „Alle tun gut daran, respektvoller miteinander umzugehen. Jeder kann seinen Beitrag dazu leisten. Dann ist die Welt etwas heiler.“

HSV: Leistners Mitspieler Sonny Kittel löschte seinen Instagram-Account nach Fan-Kritik

Leistner wählt mit seinem Konfrontationskurs einen anderen Weg als mancher seiner Mitspieler, wie das Beispiel Sonny Kittel* zeigt. Der Mittelfeldspieler des Hamburger SV wurde von den HSV-Fans zum Sündenbock für die Niederlage gegen Hannover 96 im Dezember 2020 gemacht. Trainer Daniel Thioune und Sportdirektor Michael Mutzel stellten sich auf die Seite Kittels. Der 27-Jährige löschte nach dem Spiel und der Kritik seinen Instagram-Account. Allerdings erklärte Kittel, er habe dies unabhängig von der Kritik sowieso tun wollen. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Michael Freitag/Imago & Zink/Imago & Screenshot Twitter/HSV-Arena

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