Instagram-Account gelöscht

Nach Fan-Kritik: HSV-Spieler Sonny Kittel überraschend abgetaucht

Erst hagelte es massive Fan-Kritik für HSV-Spieler Sonny Kittel, dann löschte er seinen Instagram-Account. Jetzt sagt er, das habe nichts miteinander zu tun gehabt.

  • Sonny Kittel wird von den HSV-Fans zum Sündenbock für die Niederlage gegen Hannover 96 gemacht.
  • Der 27-Jährige erklärt, dass er sein Instagram-Profil unabhängig von den Anfeindungen sowieso löschen wollte.
  • Teamkollegen, Sportdirektor Michael Mutzel und Trainer Daniel Thioune stellen sich auf Kittels Seite.

Update vom 10. Dezember, 9.45 Uhr: Hamburg — Nachdem er im Anschluss an das Heimspiel des Hamburger SV gegen Hannover 96 und seinen Platzverweis aus genau dieser Partie sein Instagram-Profil gelöscht hat, hat Sonny Kittel nun erklärt, dass die beiden Umstände nichts miteinander zu tun haben. Wie die Mopo berichtet, sei der Schritt, dass Kittel seine Seite offline nimmt, bereits länger geplant gewesen und stehe nicht im Zusammenhang mit dem Shitstorm, der zuletzt auf den Mittelfeldspieler eingeprasselt sei.

Nachdem der HSV bereits zu Wochenbeginn versuchte, die angespannte Lage mit einem Highlight-Video der Top-Fünf-Tore Kittels in den Sozialen Netzwerken zu beruhigen, bekommt der 27-Jährige nun weitere Rückendeckung. So zum Beispiel von seinem Teamkollegen Toni Leistner. „Nur zusammen“, postete der Defensivmann via Instagram unter ein Bild, dass die HSV-Spieler beim Teamkreis zeigt. „Wir lassen ihn nicht fallen“, sagte derweil Sportdirektor Michael Mutzel über Kittel. Und Trainer Daniel Thioune erklärte: „Wir haben ihm die Möglichkeit gegeben, dass er nochmal durchatmen darf. Es war ja auch relativ viel um ihn herum los.“

Fußballspieler:Sonny Kittel
Geboren:6. Januar 1993 (Alter: 27 Jahre) in Gießen
Größe:1,79 Meter
Gewicht:65 Kilogramm
Aktuelles Team:Hamburger SV (seit 2019, Rückennummer: 10)
Position:Mittelfeld

HSV: Krisen-Kicker Kittel — nach Fan-Kritik ist sein Instagram-Profil weg

Erstmeldung vom 8. Dezember 2020, 13.22 Uhr: Hamburg — Die letzten Tage dürften für Sonny Kittel nicht die schönsten seiner Fußball-Karriere gewesen sein. Der 27-Jährige flog am vergangenen Samstag bei der Niederlage des Hamburger SV* gegen den Nord-Rivalen Hannover 96 — für die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune* war es die dritte Pleite in Folge und das insgesamt fünfte Spiel ohne Sieg nacheinander — schon nach 25 Minuten vom Platz. Schiedsrichter Bastian Dankert zeigte ihm binnen zwölf Minuten erst „Gelb“ und dann die Gelb-Rote Karte. Der Mittelfeldspieler mutierte damit für viele zum Sündenbock für die Pleite, sah sich harscher Kritik in den Sozialen Medien ausgesetzt. Mit der Konsequenz, dass nun Kittels Instagram-Profil nicht mehr aufrufbar ist.

HSV: Sonny Kittels Instagram-Account nicht mehr erreichbar – wegen Shitstorm?

Wer sich am heutigen Dienstag, 8. Dezember, über das, was Kittel auf dem Kanal so treibt, informieren wollte, der läuft zumindest ins Leere. „Diese Seite ist nicht verfügbar“ prangt dort in schwarzen Lettern auf weißem Untergrund, wo Kittel den HSV-Anhang sonst an dem teilhaben ließ, was er in seinem Leben so treibt. Kittels Seite ist „down“ — offenbar ist es die Reaktion auf die zum Teil drastischen Kommentare der Fans auf den Social Media-Kanälen des Hamburger SV nach Kittels Platzverweis, bei dem er am vergangenen Samstag den bereits im Seitenaus stehenden Hannoveraner Sei Muroya foulte. Selbst der HSV sah sich am Montag, zwei Tage nach dem Spiel, genötigt, ein Zeichen gegen die Fan-Kritik an Kittel zu setzen.

Der Zweitligist veröffentlichte sowohl via Facebook als auch auf Twitter und Instagram ein Posting, in dem auf ein Youtube-Video mit den Top Fünf-Toren Kittels im HSV-Trikot verlinkt wurde. Der HSV garnierte die Postings mit Hashtags wie „#nurderHSV #Kittel #AlleZusammen“. Ein deutliches Zeichen, das die Fans jedoch nicht komplett versöhnt. Zwar gibt es beispielsweise unter dem Facebook-Post Kommentare, dass man nicht nach diesem einen Spiel und dem Platzverweis den Stab über Kittel brechen solle, doch ebenso finden sich dort Äußerungen, die in die andere Richtung gehen.

Konsequenzen nach der Kritik der HSV-Fans: Sonny Kittel ist auf Instagram erst einmal nicht mehr zu finden (24hamburg.de-Montage)

HSV: Sonny Kittels Instagram-Seite ist nicht mehr zu erreichen

„Das hat mit Fehler machen wenig zu tun.... dieses sinnlose Foul ist nur die Krönung einer Form/und Motivationskrise... seine Körpersprache sagt alles... da kann man nix mehr schönreden“, schreibt dort ein User, während ein anderer eine deutlich härtere Meinung vertritt und meint: „Hört auf ihn in Schutz zu nehmen. Er ist ein sehr arroganter Spieler, der fast immer nur am Abwinken ist, wenn Mannschaftskollegen mal einen Fehlpass spielen. Sein provozierendes Grinsen kommt da noch dazu. So einer kann nur ein Störfaktor in jedem Team sein, wenn er meint wichtiger als sein Team und der Verein zu sein. Für so einen Mitspieler läuft und grätscht man nicht. Alle die mal selber bisschen gekickt haben verstehen, was ich meine.“

Die Seite ist leider nicht verfügbar: Sonny Kittels Instagram ist verschwunden und nicht mehr erreichbar.

HSV: Verein versucht mit Social Media-Posting die Kritik an Kittel abzuschwächen

Ein weiterer User schreibt: „Für mich eine der größten Fehlverpflichtungen der letzten Jahre. Der ist schon an guten Tagen in Sachen Verhalten und Körpersprache kaum zu ertragen.“ Und auch die „Rettungsaktion“ des Hamburger SV, um Sonny Kittel aus der Schusslinie zu nehmen, trifft nicht bei allen auf Anklang. „Ist wieder gut gemeint von euch, aber in dem Fall einfach fehl am Platz... Lasst die aufgebrachten Leute doch mal zur Ruhe kommen, anstatt sie mit solchen Beiträgen wieder aufzuwühlen und Salz in die Wunde ‚konstant gute Leistungen‘ zu streuen. So eine Diskussion kommt halt zwangsläufig bei rum, wenn man einen Zusammenschnitt mit ein paar Toren zeigt. Ich hätte einfach ein paar Tage gar nicht über ihn gesprochen“, schreibt ein HSV-Fan unter dem Facebook-Post.

HSV: Auch Sportvorstand Jonas Boldt und Sportdirektor Michael Mutzel kritisieren Kittels Platzverweis

Kittel, der seit dem Sommer 2019 für den HSV spielt und vom 1. FC Ingolstadt in Richtung Volksparkstadion* gewechselt war, stand nach den Auftritten der vergangenen Wochen und dem zurückliegenden Negativ-Höhepunkt mit dem Platzverweis im Spiel gegen Hannover 96 nicht nur bei den Anhängern der „Rothosen“ unter Beschuss, sondern musste sich auch kritische Töne aus dem eigenen Verein gefallen lassen. „Kein Spieler geht mit Frust auf den Platz. Es ist ein Privileg, die Raute auf der Brust zu tragen, da ist man nicht frustriert, sondern privilegiert. Oder aber übermotiviert“, sagte HSV-Trainer Daniel Thioune im Anschluss an das Duell mit Hannover 96. „Es wäre mir zu einfach, jetzt alles darauf zu reduzieren. Sonny hat sicher einen Fehler gemacht, aber wir hatten 65 Minuten Zeit, zu egalisieren“, so Thioune weiter.

Auch Sportdirektor Michael Mutzel und Sportvorstand Jonas Boldt hatten sich zu Wochenbeginn über den Kittel-Platzverweis geäußert.  „Der Platzverweis war dumm und unnötig, das weiß er selber“, so Boldt über den Kittel-Aussetzer. „Sonny wollte nach der Kritik der letzten Wochen unbedingt beweisen, dass er es besser kann und war daher übermotiviert und ungestüm. Er hat einen großen Fehler gemacht und ist natürlich extrem geknickt, dass er der Mannschaft solch einen Bärendienst erwiesen hat“, konstatierte Mutzel, der in einer Medienrunde mit Blick auf das Hannover-Spiel anfügte: „Da gehen wir als Team jetzt zusammen mit ihm durch und bauen ihn auch wieder auf. Es geht weiter.“

HSV: Trainer Daniel Thioune äußerte sich schon vorm Hannover-Spiel kritisch über Sonny Kittel

Auch schon vor seinem unrühmlichen Auftritt gegen Hannover sah sich Sonny Kittel mit Kritik konfrontiert. Aus Sicht der HSV-Fans sei Kittel schon in den vorherigen Spielen lustlos aufgetreten. Auch Daniel Thioune konnte nicht verhehlen, dass Kittel in seinem Spiel bisweilen phlegmatisch und wenig motiviert wirkte. „Wir sehen auch diese Momente, die nach außen vielleicht offensichtlich sind, weil er wieder ein wenig hadert“, erklärte der HSV-Trainer, sagte aber auch: „Jetzt ist es an uns, dieses Zeitfenster des Haderns kürzer zu halten. Er muss eine höhere Toleranz haben.“

HSV: Sonny Kittel bekommt von Trainer Daniel Thioune „aufs Brot geschmiert, dass er mehr anbieten darf“

Ihm sei, so Thioune, nicht verborgen geblieben, dass Kittel auch Momente habe, „wo er den Ball verliert und hinterherjagt. Aber das ist das, was ich sage: Wir brauchen Kontinuität über 90 Minuten.“ Dass Kittel „gerne mehr anbieten darf, das bekommt er von mir auch aufs Brot geschmiert“, fügte Thioune schon vor dem Match vom vergangenen Wochenende seinen Aussagen über den gebürtigen Gießener hinzu und sagte außerdem: „Wir haben mit Sonny auch darüber diskutiert und haben es analysiert. Wir sehen Defizite.“ So wie auch die HSV-Fans, deren Kritik nun (vorerst) offenbar in Kittels Instagram-Abschied endete. *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/Christian Charisius/dpa/picture alliance

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