HSV-Granden schwärmen

"Bayern hat eigentlich keinen Gegner mehr"

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Felix Magath

Hamburg - Ihr Rekord für die Ewigkeit von 36 Bundesligaspielen in Folge ohne Niederlage wackelt, doch die einstigen HSV-Granden Ditmar Jakobs, Manfred Kaltz und Felix Magath blicken altersmilde auf den Angriff des FC Bayern.

Es ist ein Rekord, der für die Ewigkeit gemacht schien. 36-mal in Folge blieb die wohl beste Mannschaft, die jemals das Trikot des Hamburger SV trug, zwischen Januar 1982 und Januar 1983 ungeschlagen. Doch nun lauert Triple-Gewinner Bayern München nach 35 Partien ohne Niederlage auf die Bestmarke - bei einem Gastspiel in Hoffenheim und einer anschließenden Heimpartie gegen den FC Augsburg mit besten Erfolgsaussichten.

Mit mehr als 30 Jahren Abstand allerdings sehen die einstigen HSV-Granden altersmilde ihrer Entthronung entgegen. „Das tut mir überhaupt nicht weh. Die Bayern hätten es auf jeden Fall verdient. Sie waren ohnehin immer die Einzigen, die es überhaupt schaffen konnten“, sagte der damalige Vorstopper Ditmar Jakobs dem SID.

Manfred Kaltz mit seiner Frau Vineeta

Auch Teamkollege Manfred Kaltz, einst als Bananenflankengeber für Horst Hrubesch nicht nur beim FC Bayern gefürchtet, lässt im SID-Gespräch keine Wehmut aufkommen: „Jede Serie geht einmal zu Ende. Es ist eine andere Zeit angebrochen, die Bayern dominieren eben sehr stark.“

Zurechtrücken möchte der 69-malige Nationalspieler nur, dass nicht ausschließlich der damalige Erfolgscoach Ernst Happel der Vater dieser derzeit noch einmaligen Serie gewesen sei: „Happel hatte schon ein unglaubliches Auge und einen großen Anteil daran. Aber am meisten haben wir von seinem Vorgänger Branko Zebec gelernt, auch wenn sein Training manchmal fast unmenschlich war.“

Auch Felix Magath, seinerzeit der HSV-Lenker im Mittelfeld, kann sich nicht mehr vorstellen, dass der Triple-Gewinner unter Pep Guardiola noch einmal ins Straucheln gerät. „Diese Bayern haben eigentlich keinen Gegner mehr, jedenfalls nicht in Deutschland. Und das Selbstbewusstsein wächst mit jedem Spiel“, glaubt der 60-Jährige.

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So war es einst auch bei den Hanseaten. Bis zu jenem 29. Januar 1983, als nach fast einem Jahr ausgerechnet das Nordderby bei Werder Bremen mit 2:3 verloren ging. Doch die Klasse des Teams zeigte sich in den Wochen und Monaten nach dieser schmerzlichen Niederlage: Der HSV marschierte in der Bundesliga unbeirrt zur erfolgreichen Titelverteidigung und krönte die beste Saison seiner Vereinsgeschichte mit dem Gewinn des Europapokals der Landesmeister.

Der Erfolg war also da, der Spaß kam obendrauf. „Wir haben damals nur für den Fußball gelebt - mal mehr, mal weniger“, sagt Kaltz heute rückblickend mit einem Augenzwinkern. Auch Jakobs neidet den heutigen Profis die um ein vielfaches höheren Gehälter nicht, schränkt aber ein klein wenig ein: „Weh tut mir vielmehr, dass wir zu unserer besten Zeit in Hamburg nicht in einem so tollen Stadion spielen konnten.“

sid

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