Chaos beim Hamburger SV

Rucksack-Affäre: Beiersdorfer stellt sich vor Knäbel

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Dietmar Beiersdorfer versucht im erneuten HSV-Chaos die Übersicht zubehalten. Foto: Daniel Bockwoldt

Hamburg - Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer vom Hamburger SV hat sich in der Rucksack-Affäre erneut vor den in der Kritik stehenden Sportdirektor Peter Knäbel gestellt.

Der Hamburger SV will mit einer lückenlosen Aufklärung der Rucksack-Affäre verlorenes Vertrauen zurückgewinnen. Der HSV-Vorstandsvorsitzende Dietmar Beiersdorfer warnte davor, den in der Kritik stehenden Sportdirektor Peter Knäbel vorzuverurteilen. Wirtschaftsprüfer sollen nun mit dem Fall betraut werden. Nach dem desolaten Ausscheiden im DFB-Pokal gegen den Viertligisten Carl-Zeiss Jena (2:3) hoffen Beiersdorfer und Trainer Bruno Labbadia, dass die Mannschaft sich zum Bundesliga-Auftakt gegen den FC Bayern (Freitag, 20.30 Uhr) in München zusammenreißt und mit Leidenschaft kämpft.

„Wir haben Peter das Vertrauen ausgesprochen, und wir haben auch Vertrauen in ihn. Es ist noch nichts aufgeklärt“, sagte der Clubchef am Mittwoch bei einer Pressekonferenz des Fußball-Bundesligisten in Hamburg. „Peter arbeitet hier 24 Stunden rund um die Uhr für den Club und tut dies mit aller Leidenschaft und Professionalität“.

Am Montag war publik geworden, dass interne Dokumente von Knäbel in einem Hamburger Park gefunden worden waren. „Das ist ein Schlag ins Kontor“, meinte Beiersdorfer. Er beteuerte, nichts kleinreden und alles lückenlos aufklären zu wollen.

Gehälter der Profis, Prämienzahlungen und Vertragsdetails sollen in den Papieren stehen. Eine Altenpflegerin hatte die Unterlagen in einem Rucksack entdeckt, der Knäbel nach dessen Angaben gestohlen worden war.

Beiersdorfer erklärte, Knäbel habe Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt und der HSV zusätzlich ein Wirtschaftsprüfungsunternehmen zur Aufklärung der Vorgänge beauftragt. Es sei ein „laufendes Verfahren“, das man erst weiter kommentieren wolle, wenn Ergebnisse vorliegen. „Es ist selbstverständlich, dass wir hinter unserem Mitarbeiter stehen und es keine Vorverurteilung gibt“, betonte der ehemalige HSV-Abwehrspieler. Bereits nach Bekanntwerden des Vorgangs hatten er und Aufsichtsratschef Karl Gernandt Knäbel das Vertrauen ausgesprochen.

Derzeit soll Knäbel normal weiterarbeiten. Am Mittwoch wurde nach Informationen von „Sky Sport News HD“ schon der Spielerberater von Nicolai Müller bei Knäbel vorstellig und wollte Auskunft über die Affäre. Der Ex-Mainzer gehört zu den vier HSV-Profis, denen der Club hohe Strafen wegen des falschen Schuhausrüsters aufgebrummt hat.

Zu den Pleiten, Pech und Pannen kam nun auch noch ein falscher Aufdruck bei Fan-Shirts: Statt des Volksparkstadions war auf einem HSV-Hemd eine Tribüne von Hertha BSC aufgedruckt. Nachdem der Fehler bemerkt wurde, nahm die Marketingabteilung am Mittwoch das Shirt aus dem Programm, bestätigte ein Sprecher.

Trotz der negativen Schlagzeilen abseits des Rasens hofft Beiersdorfer auf eine bessere Spielzeit als in den vergangenen beiden Jahren, als der Verein sich erst in der Relegation rettete. „Natürlich muss sich die Einstellung fundamental nach oben entwickeln, um in der Bundesliga leistungsfähig zu sein“, betonte der 51-Jährige. Dennoch gehe der Club positiv in die Spielzeit: „Wir sind überzeugt, dass wir eine bessere Saison als letztes Jahr spielen und wollen den Schritt ins Mittelfeld tun.“

Der Grippe-geplagte Trainer Bruno Labbadia fordert gegen die Bayern ein ganz anderes Gesicht seiner Mannschaft: „Wir müssen über hohe Laufbereitschaft kommen und auch Gegendruck erzeugen.“ Wahrscheinlich wird Kapitän Johan Djourou nach auskurierter Leistenblessur für den Brasilianer Cléber (Nackenprobleme) im Abwehrzentrum verteidigen.

dpa

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