"Frauen sollten den Mund halten"

Fußball-Coach Osieck: Sexistische Entgleisung

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Ex-Nationaltrainer Holger Osieck steht in Australien wegen Sexismus am Pranger

Sydney - Ex-Nationaltrainer Holger Osieck steht in Australien wegen Sexismus am Pranger. Bei einer Pressekonferenz hatte er eine Fußball-Funktionärin beleidigt. Später tat er es als Spaß ab.

Der deutsche Fußball-Trainer Holger Osieck hat gleich doppelt für Aufsehen gesorgt. Zunächst besiegte er am Dienstag mit der australischen Nationalelf in der Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 Jordanien, dann verursachte er auf der anschließenden Pressekonferenz einen Eklat.

Als ihn eine australische Fußball-Funktionärin auf dem Podium herumkommandierte, sagte er: „Es gibt da einen Spruch: Frauen sollten in der Öffentlichkeit den Mund halten.“ Dann zitierte er aus einem Brief von Paulus an die Korinther: „Mulieres in ecclesiis taceant“ - und lieferte als Übersetzung: „Frauen sollten in der Öffentlichkeit die Klappe halten.“ Das sage er Zuhause öfter zu seiner Frau. Als er merkte, dass die Mikrophone bereits angeschaltet waren, ergänzte er: „Und sie schreiben das mit? Dann werde ich ja der Liebling aller australischen Frauen sein.“

"Wenn meine Frau das erfährt, werde ich großen Ärger bekommen"

Am Mittwoch relativierte er die Aussage. „Das war nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, ein komplettes Missverständnis“, sagte er. „Das war als Spaß gemeint. Da war keine Ernsthaftigkeit dabei“, erklärte er weiter und fügte hinzu: „Wenn meine Frau das erfährt, werde ich großen Ärger bekommen, wenn ich nach Hause komme.“

Der 64 Jahre alte Osieck trainiert seit August 2010 die australische Nationalmannschaft. Bekannt wurde er unter anderem als Trainer der deutschen Nationalmannschaft von 1987 bis 1990. Tatsächlich war er damals aber nur Assistent von Teamchef Franz Beckenbauer, der keine Trainerlizenz hatte.

AP/dpa

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